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Mastercard: "Wir können in Zukunft mit einem Lächeln bezahlen"

Michael Brönner ist seit 1. Juni Country Manager von Mastercard Austria. Brönner war bisher für das Business Development im Geschäftsfeld Data & Services für Mastercard in Österreich und anderen europäischen Märkten verantwortlich.

Bei Mastercard Österreich hat es kürzlich einen Wechsel in der Führungsebene gegeben. Der bisherige Country Manager Christian Rau widmet sich nun auf europäischer Ebene den Themen Kryptowährungen und FinTech.

Seit 1. Juni hat Michael Brönner die Position des Mastercard Country Managers in Österreich. Wir haben Brönner zum Interview getroffen und mit ihm über spannende Payment-Innovationen, Pilotprojekte in Österreich und Kryptowährungen gesprochen.

Michael Brönner, Country Manager von Mastercard Austria

futurezone: Was hat Mastercard in den kommenden Jahren in Österreich vor?
Michael Brönner: Mit der Umstellung der klassischen Maestro-Bankomatkarte auf die Debit Mastercard haben wir in den vergangenen Jahren gemeinsam mit unseren Partnerbanken einen nachhaltigen Beitrag geleistet, um allen Konsument*innen in Österreich einen besonders einfachen Zugang zum Online-Bezahlen zu ermöglichen. Auf diesen Meilensteinen wollen wir in den kommenden Jahren weiter aufbauen. Beispielsweise wollen wir die User-Experience steigern, um ein möglichst einfaches, schnelles aber dennoch sicheres Bezahlen im Online-Handel zu ermöglichen.

Wie will Mastercard das schaffen?
Ein wichtiger Fokuspunkt ist etwa die Eingabe der Zahlungsinformationen. Das Eintippen der 16-stelligen Kartennummer, CVC-Nummer, etc. ist bekanntlich etwas aufwendig. Wir setzen daher verstärkt auf Lösungen, bei denen die Kartendaten sicher hinterlegt sind - sei es über Payment Lösungen der Mobiltelefonanbieter, wie Apple oder Google, in Webbrowsern oder natürlich beim Händler selbst.

Will Mastercard also eine Alternative zu Google Pay und Apple Pay schaffen?
Einerseits arbeiten wir sehr gut mit Apple und Google zusammen. Insofern wollen wir gemeinsam die User-Experience von diesen Diensten weiter steigern. Andererseits arbeitet Mastercard auch mit anderen Partnerunternehmen, wie Banken und Onlinehändlern daran, eine eigene Checkout-Lösung, "Click to Pay", auf den Markt zu bringen. Dieses Service kann in Österreich derzeit noch nicht genutzt werden, es wird aber in den kommenden Jahren auch hierzulande verfügbar werden.

Bezahlen mit dem Handy

Das Bezahlverhalten der Österreicher*innen mit dem Handy

  • 19 Prozent der Österreicher*innen nutzen die Bezahlfunktion am Smartphone (etwa Apple Pay)
  • 34 Prozent der österreichischen Jugendlichen zahlen kontaktlos mit ihrem Handy, weitere 29 Prozent wollen dies in Zukunft tun

Quelle: Studie von Gallup und PSA (2022); Gen-Z Studie von Mastercard (2021)

Mal abseits vom Bezahlen mit dem Smartphone – wohin geht die Reise beim Mobile-Payment?
Erst kürzlich hat Mastercard in Brasilien ein sehr spannendes Pilotprojekt zum Biometric-Checkout gestartet. Dabei authentifiziert man sich mit biometrischen Merkmalen wie Gesichtsscan oder Fingerprint - aber gänzlich ohne eigenes Gerät. Man kann also ohne Karte, Smartphone oder Smartwatch in ein Geschäft gehen, sich direkt an der Ladenkasse biometrisch authentifizieren und bezahlen. Man muss also praktisch nur in die Kamera lächeln und der Einkauf ist bezahlt.

Wie könnte das konkret umgesetzt werden?
Was der beste Weg ist, einen solchen Biometric-Checkout umzusetzen, wird sich erst zeigen. Die Nutzer*innen müssen sich aktiv für einen solchen Service registrieren und ihre biometrischen Daten hinterlegen. Auf diese Datenbank könnte dann beim Bezahlvorgang zurückgegriffen werden. Bis eine solche Art des Payments in Europa Marktreife erreicht, gibt es aber noch einige regulatorische Aspekte, die geklärt werden müssen. Davon abgesehen, haben wir in Österreich in letzter Zeit einige spannende und innovative Projekte umgesetzt.

Welche Projekte wären das?
Zum Einen haben wir eine Partnerschaft mit der Supermarktkette Unimarkt und den sogenannten Uniboxen, um die Nahversorgung gerade in strukturschwächeren, ländlichen Gegenden zu verbessern. Dabei handelt es sich um kleinere Self-Service Supermarkt-Boxen, bei denen die Kund*innen ausschließlich mit Karte beziehungsweise per App bezahlen können.

Zum Anderen gibt es eine Kooperation mit MPreis, die insbesondere auf einen möglichst effizienten Bezahlvorgang für ein digitales, junges Publikum setzt. In Innsbruck, ganz in der Nähe der Universität, haben wir gemeinsam einen Cashless-Supermarkt gelauncht, der rein auf Kartenzahlung setzt und überaus gut angenommen wird. MPreis hat kürzlich angekündigt, dass sie das Pilotprojekt verlängern wollen.

Außerdem arbeiten wir mit der Red Bull Arena in Salzburg und der Generali Arena der Wiener Austria zusammen. Wir haben gemeinsam dafür gesorgt, dass die beiden Fußballstadien bargeldfrei werden und die Abläufe dadurch schneller und unkomplizierter über die Bühne gehen.

Online-Handel auf dem Vormarsch

Österreicher*innen und der Online-Handel

  • 85 Prozent der Österreicher*innen kaufen mindestens einmal im Monat online ein
  • 71 Prozent der Österreicher*innen shoppen seit der Corona-Pandemie vermehrt im Online-Handel

Quelle: E-Commerce-Studie von Mastercard (2021)

Wie sieht es in Österreich generell mit der Akzeptanz neuer Technologien beim Bezahlen aus?
Wir haben gesehen, dass in den vergangenen Jahren durch die Corona-Pandemie, die klassische Kartenzahlung stark zugenommen hat – auch das kontaktlose Bezahlen per NFC. Laut der PSA (Anm.: Payment Service Austria) wurden im Jahr 2021 rund 1,1 Milliarden Transaktionen per Kartenzahlung durchgeführt. Das entspricht einem Wachstum von 14 Prozent gegenüber 2020. Davon abgesehen, sehen wir einen starken Trend, was das Bezahlen mit dem Handy angeht. Bei der jüngeren Zielgruppe bezahlt bereits mehr als ein Drittel mit dem Smartphone - Tendenz stark steigend.

Es geht also in Richtung moderner Payment-Lösungen?
In der Tat, der Trend geht ganz klar in Richtung eines noch einfacheren Bezahlvorgangs, der nebenbei funktioniert und weniger Aufmerksamkeit erfordert – sei es mit dem Handy, mittels biometrischer Authentifizierung, mit einer Smartwatch oder auch per NFC-Karte. Bezahlen ist ja eine Sekundärfunktion des Einkaufens: Niemand möchte bezahlen, alle möchten einkaufen. Insofern wird alles, was das Bezahlen einfacher, schneller und weniger aufwendig macht, in Zukunft stärker an Bedeutung gewinnen. Allerdings natürlich nur, wenn dabei die hohen Sicherheitsstandards gewährleistet bleiben.

Beim Biometric-Checkout wird zur Authentifizierung das Gesicht gescannt

Wie steht Mastercard dem Thema Kryptowährungen gegenüber?
Grundsätzlich beinhalten Kryptowährungen spannende Technologien. Interessante Anwendungsfälle gibt es nicht nur beim Payment für Konsument*innen, sondern auch in Bezug auf die Abwicklung von Transaktionen zwischen Banken oder bei digitalen Währungen von Zentralbanken. Mastercard hat dedizierte Expert*innen-Teams, die sich mit dem Thema intensiv beschäftigen und bereits einige Pilotprojekte umgesetzt haben.

Zum Beispiel?
Gemeinsam mit der Payment-Plattform Wirex bieten wir User*innen beispielsweise die Möglichkeit, quasi mit Kryptowährungen bezahlen zu können, die beim Bezahlvorgang dann in die Landeswährung konvertiert werden. Zentral für uns ist natürlich, dass bei all diesen Partnerschaften die Mastercard-Prinzipen in Bezug auf Konsument*innenschutz, Geldwäscherichtlinien und all die anderen regulatorischen Rahmenbedingungen gewahrt bleiben.

Mastercard überblickt Milliarden von Zahlungsvorgängen. Welche Konsumtrends lassen sich hieraus ableiten?
Wir wissen zwar wann und wo Karten eingesetzt werden, wir sehen allerdings nicht, welche Artikel gekauft wurden und wissen auch nicht welche Karte welcher Konsument*in gehört. Wir können aus diesen Daten beispielsweise erkennen, in welchen Branchen das Bezahlen mit Karte gut angenommen wird und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Anhand dieser Analysen können wir dann unsere Produkte anpassen und neue Innovationen auf den Markt bringen.

Gibt es dafür konkrete Beispiele?
Ein Produkt, das wir in diesem Zusammenhang als besonders spannend erachten, ist "Tap on Phone". Dabei kann ein herkömmliches Smartphone wie ein klassisches stationäres Terminal für NFC-Bezahlungen genutzt werden. Beispielsweise können Betriebe auf diese Weise die Anzahl der verfügbaren Bezahlterminals ohne großen Aufwand und besonders rasch nach oben skalieren. Ein Gastronomiebetrieb wird für ein einmal jährlich stattfindendes Volksfest nicht 20 neue Terminals anschaffen. In einem solchen Fall kann unsere "Tap on Phone"-Lösung für eine effizientere und unkomplizierte Abwicklung beim Bezahlen sorgen.

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Mastercard

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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