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Digital Life
07/11/2019

Red-Bull-Chef Mateschitz schimpft über Elektroautos und Windkraft

Dosenverkäufer Dietrich Mateschitz ist kein Freund von Elektromobilität und hält wenig von Windenergie.

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz wünscht sich im Kampf für mehr Klimaschutz "weltumspannende Lösungen mit neuen Ideen und Technologien", wobei er vor allem Asien, Afrika und Südamerika in der Pflicht sieht. Subventionen für Elektromobilität seien nicht der Weisheit letzter Schluss, sagte er im Gespräch mit den Bundesländerzeitungen.

Die Batterietechnologie sei noch nicht ausgereift, die Steckdosenfrage nicht gelöst. Die Ziele in der E-Mobilität seien politische Träumereien und - da sei sich die Autoindustrie einig - falsch und nicht erreichbar. Während Mateschitz für weltweite Aufforstung eintritt, ist er beim Aufstellen von subventionierten Windrädern skeptisch, "überhaupt wenn sie die meiste Zeit stehen".

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Wohl einer Meinung mit Baumgartner

Beim Thema Elektromobilität hält es der Red-Bull-Boss ähnlich wie der von ihm gesponsorte, umstrittene Extremsportler Felix Baumgartner. Dieser hat im April mit einem entsprechenden Facebook-Posting für Aufsehen gesorgt. Darin hat der Stratossphären-Springer Elektroautos kritisiert und geleugnet, dass der Mensch die Ursache für globale Erwärmung sei. Baumgartner spricht darin unter anderem von "Klimahysterie", "Zwangsenteignung der Diesel-Fahrer" sowie der "Elektrolüge". Als Beleg hierfür zieht er eine kürzlich veröffentlichte Studie des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung heran.

Unter anderem wurden in besagter Studie etwa die veralteten NEFZ-Daten zur Berechnung herangezogen, die als realitätsfern galten und deswegen durch das Testverfahren WLTP ersetzt wurden. Die Abweichungen dieser Werte zur Realität fallen Studien zufolge bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (40 Prozent) deutlicher aus als bei E-Autos (8 Prozent).

Marke Red Bull gut aufgestellt

Mateschitz vertraut auch auf die Zukunft der Marke Red Bull. "Es gibt die Firma jetzt seit 30 Jahren. Wir hatten immer ein hohes Wachstum." Das werde auch so bleiben. Er geht davon aus, dass Red-Bull-Trinker der Marke treu bleiben werden und zugleich neue Kunden gewonnen werden können.

Mit dem thailändischen Mehrheitseigentümer, der Familie Yoovidhya, herrsche bestes Einvernehmen. "Wir treffen uns ein Mal im Jahr zur Gesellschaftersitzung. Dann legen wir die Zahlen auf den Tisch und gehen anschließend gemeinsam zum Mittagessen." Red Bull sei mit einem kompetenten, engagierten Board of Directors bestens aufgestellt. Er sei bestenfalls der Leithammel.

Zur aktuellen politischen Debatte über Parteispenden sagt Mateschitz: "Wir haben nie für eine Partei gespendet, das passt nicht zu uns, und wir werden das auch niemals tun. Wir engagieren uns nicht parteipolitisch."