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Digital Life
07/14/2020

Spektakuläre Bilder zeigen US-Kriegsschiff in Flammen

Das brennende Schiff hat Schlagseite bekommen. Es handelt sich um einen der schlimmsten Brände in der Geschichte der US Navy in Friedenszeiten.

Bei einem Brand auf dem US-Kriegsschiff "USS Bonhomme Richard" sind mehr als 20 Menschen verletzt worden. Auch mehr als 12 Stunden nach Ausbruch des Feuers am Sonntagmorgen (Ortszeit) waren Marinesoldaten und Feuerwehrleute mit Löscharbeiten beschäftigt, wie die Marine am Sonntagabend auf Twitter mitteilte.

Neben der Brandbekämpfung an Bord waren auch 2 Hubschrauber über dem Schiff im Einsatz, das im Marinehafen von San Diego in Kalifornien liegt. Aufgrund des vielen Löschwasser hat das Schiff mittlerweile Schlagseite bekommen. Die Gefahr, dass das Schiff kentert, bestehe momentan aber nicht, heißt es von der US Navy.

Laut Admiral Philip Sobeck war das automatische Löschsystem zum Zeitpunkt als der Brand ausbrach nicht funktionstüchtig, da es gerade überholt wurde. Das Feuer hat inzwischen bereits den Vordermast zerstört. Welchen Schaden der Brand im Inneren des Schiffs angerichtet hat, ist noch weitgehend unklar. Es besteht aber die Befürchtung, dass die Schäden irreparabel sind. 

Brandursache noch unklar

17 Matrosen und 4 Zivilisten seien mit nicht lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Marine mit. Ihr Zustand sei stabil, sagte Admiral Philip Sobeck. Am Sonntagabend waren noch 15 Menschen - 13 Seeleute und 2 Feuerwehrleute - im Krankenhaus, wie die Marine auf Twitter mitteilte.

Die Brandursache war zunächst unklar. Das Feuer sei in einem großen Frachtraum im Innern des Schiffes ausgebrochen, sagte Sobeck. Es habe Berichte über eine Explosion gegeben. Der genaue Grund dafür sei noch unbekannt. Ersten Berichten zufolge sei die Explosion eine Folge des Überdrucks gewesen, der in dem geschlossenen Bereich durch die Hitze entstanden sei, sagte Sobeck.

Treibstoff an Bord, Munition nicht

Es sei keine Munition an Bord gewesen. Im Schiff seien fast 4 Millionen Liter Treibstoff. Dieser lagere aber weit unterhalb der Hitzequellen. Priorität sei den ganzen Tag über gewesen, sicherzustellen, dass der Treibstoff nicht von dem Feuer erreicht wird.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie dichter Rauch vom Schiff aufstieg, während Löschboote das Feuer bekämpften. Der Rauch sei zunächst schwarz, später weiß gewesen, was ein gutes Zeichen sei, sagte Sobeck. Es handle sich um ein Feuer der Brandklasse A, vergleichbar mit einem Brand zum Beispiel in einem Bürogebäude. Die Anwohner müssten sich keine Sorgen über die Luftqualität machen, sagte Sobeck.

Zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers waren laut Marine rund 160 Seeleute an Bord. Die "USS Bonhomme Richard" war zu einer routinemäßigen Wartung in San Diego. Es handelt sich um ein "amphibisches Angriffsschiff", das mit einem kleinen Flugzeugträger vergleichbar ist. Von dem Schiff können Hubschrauber und Kampfjets starten.