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Starlink-Nutzer klagen über Drosselung

Britische Nutzer*innen von Starlink klagen darüber, dass ihre Download-Geschwindigkeit auf etwa 50 Mbit/s begrenzt ist, wenn sie große Internet-Dateien herunterladen wollen. Einige sprechen von einem Verkauf unter Vorgabe falscher Tatsachen, zumal sie nicht die beworbene Geschwindigkeit erhalten.

Jene für seinen Standard-Festnetz-Breitbanddienst beträgt 25 bis 100 Mbit/s. Für die Premium-Priority-Version beläuft sich die Geschwindigkeit auf 40 bis 220 Mbit/s.

Von 150 auf 50 MB

Auf Reddit haben sich nun mehrere Kund*innen aus Großbritannien darüber beschwert, dass die Geschwindigkeit ihrer Verbindung eingeschränkt sei, wenn sie Dateien für länger als 10 bis 15 Minuten herunterladen.

Laut einem Nutzer aus dem ländlichen Aberdeenshire belaufe sich der Druchsatz beim Herunterladen großer Dateien in den ersten 10 Minuten noch auf deutlich über 150 MB. Wenig später reduziere er sich auf rund 50 MB. Laut mehreren verärgerten Kund*innen sollte Starlink eigentlich als 50-55 Mbit/s-Dienst beschrieben und verkauft werden.

➤ Mehr lesen: So viel kostet das “weltweite” Satelliten-Internet von Starlink

Fair-Use-Richtlinie

Das Unternehmen gibt in seiner Servicebeschreibung an, dass die tatsächlichen Geschwindigkeiten in Zeiten hoher Auslastung niedriger sein können als erwartet. Die Leistung variiere je nach Standort und Tageszeit. Starlink verfügt wie auch andere Anbieter über die sogenannte Fair-Use-Richtlinie. Nach dieser behält sich das Unternehmen das Recht vor, das Netztwerk so zu verwalten, dass das Angebot mit der Nutzer*innen-Nachfrage in Einklang gebracht werden kann.

Das bedeutet auch, dass bei Bedarf zusätzliche Netzwerk-Verwaltungsmaßnahmen ergriffen werden können, um eine Überlastung der Dienste zu verhindern oder zu reduzieren. Dazu gehört auch die Drosselung der Geschwindigkeit.

Drosselung greift automatisch

Das Problem ist allerdings, dass die Drosselung laut den Kund*innen zu jeder Tages- und Nachtzeit vorkomme. Sie glauben nicht, dass die Drosselung mit den Netzwerkbedingungen in Zusammenhang steht, sondern automatisch greift, wenn sie einen großen Download durchführen, wie der Reddit-Thread zeigt.

Laut der britischen Telekommunkationsregulierungsbehörde Ofcom sei ein Anbieter verpflichtet, im Vertrag wesentliche Informationen über die Geschwindigkeit des Dienstes und seinen Ansatz zur Verwaltung des Internetverkehrs zu erläutern. „Er muss diese Informationen auch veröffentlichen“, heißt es gegenüber The Register.

Für Festnetze müsse er die minimale verfügbare und die maximale Download-/Uploadgeschwindigkeit festlegen. Auch müsse im Vertag dargelegt werden, wie sich die Managementrichtlinie zum Internetverkehr und wie sich Datenobergrenzen oder Geschwindigkeit auf die Qualität des Dienstes auswirken könnte.

Rechtliche Sicherheits- oder Notfallgründe

In einer "Netzneutralitätsregel" heißt es zudem, dass ein Anbieter den Internetverkehr in seinem Netzwerk nicht blockieren, drosseln oder auf andere Weise beeinträchtigen darf, wenn dies nicht aus rechtlichen Sicherheits- oder Notfallgründen erforderlich ist.

Generell können sich die betroffenen Kund*innen online beschweren. Starlink stellt dazu Anleitungen online und gibt auch eine Streitbeilegungsstelle an, an die sich Kund*innen bei ungelösten Problemen wenden können. Eine Stellungnahme von Starlink zu dem Problem gibt es vorerst noch keine.

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