FILE PHOTO: Representations of virtual currency Bitcoin are seen in front of Tesla logo in this illustration

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Tesla stoppt Zahlungen mit Bitcoin, Preis crasht

Mit einem einzigen Tweet hat Elon Musk einmal mehr für ein Erdbeben auf dem Kryptomarkt gesorgt und den Bitcoin-Preis crashen lassen. "Tesla hat die Zahlungen mit Bitcoin beim Autokauf gestoppt. Wir sind über die Nutzung fossiler Brennstoffe beim Mining und für Transaktionen mit Bitcoin besorgt - vor allem, was den Einsatz von Kohle betrifft, das die schlimmsten Emissionen erzeugt", heißt es in dem von Musk veröffentlichten Statement.

Tesla investiert in Bitcoin, verdammt es jetzt

Kryptowährungen seien in vielerlei Hinsicht gut und Tesla glaube daran, dass diese eine vielversprechende Zukunft haben. Gleichzeitig könne all dies nicht auf Kosten der Umwelt geschehen, heißt es weiter. Was die eigenen Bitcoin-Investitionen betrifft, will Tesla diese behalten und auch Zahlungen wieder akzeptieren, sobald der Mining-Prozess nachhaltiger ablaufe. "Wir prüfen auch andere Kryptowährungen, die weniger als 1 Prozent von Bitcoins Energie pro Transaktion benötigen", heißt es abschließend.

Elon Musks Tweet sorgte für eine Schockwelle auf dem Kryptomarkt und ließ den Bitcoin-Preis innerhalb weniger Minuten um 5 Prozent und später auf 46.000 Dollar einbrechen. Auch andere Kryptowährungenn crashten in weiterer Folge. In den kommenden Stunden erholten sich die Preise, gerade auch von anderen Assets wieder. Auch der Bitcoin-Preis konnte sich ein wenig stabilisieren, liegt mit 51.000 Dollar aber immer noch 10 Prozent unter dem Wert des Vortags.

Teslas Ankündigungen, 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin zu investieren sowie Bitcoin als Zahlungsmittel für den Kauf von Tesla-Autos zu akzeptieren, hatte der größten Kryptowährung im Februar und März viel Auftrieb gegeben. Dass Musk und Tesla sich nach der kurzen Zeit wieder davon abwenden, sorgte in ersten Reaktionen für Unverständnis.

Elon Musk als scheinheilig kritisiert

Die Reaktionen auf die Bitcoin-Kritik durch Musk und somit Tesla fielen auf Twitter durchwegs heftig aus. Die harmloseren Tweets wiesen Musk darauf hin, dass beim Mining schon jetzt viel erneuerbare Energie verwendet werde und viele der Rechnungen auf falschen Annahmen beruhen würden. Viele User*innen warfen Musk aber Naivität, Ahnungslosigkeit und Scheinheiligkeit vor.

"So lange Du Deine Raketen- und Batterie-Produktion nicht auf nachhaltigere Energie umstellst, kommst Du hier wie ein ahnungsloser großer Heuchler rüber. Die Welt braucht eine starke Währung weitaus mehr als es Deine Raketen und staatlich geförderten elektrischen Autos braucht", schrieb ein Nutzer als Replik auf den Tweet. Auch dass Musk erst jetzt draufkomme, dass das Mining von Bitcoin energiehungrig sei, sorgte für Unverständnis.

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Martin Jan Stepanek

martinjan

Technologieverliebt. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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