Digital Life
16.11.2018

Wie Facebook gegen Clickbait vorgehen will

Marks Zuckerberg hat erklärt, wie Facebook seine Probleme rund um Fake News und Hate Speech lösen will.

Im Kampf gegen Fake News, Filterblasen, Hate Speech und andere ungute Dinge hat Facebooks CEO Mark Zuckerberg weitere Maßnahmen in einem Blogbeitrag angekündigt.

Demnach soll auf Facebook verstärkt gegen Inhalte vorgegangen werden, die Zuckerberg als „Borderline Content“ bezeichnet: Dabei handelt es sich um Bilder und Postings, die nicht direkt gegen die Community-Richtlinien verstoßen, aber sich hart an der Grenze befinden. Als Beispiel nennt Zuckerberg das Bild eines halbnackten Menschen in verführerischer Pose, aber auch zum Beispiel Click Bait mit reißerischer Headline soll dadurch eingedämmt werden.

Der Algorithmus soll es richten

Der Content wird dabei nicht gelöscht und verboten, sondern lediglich vom Algorithmus schwächer eingestuft, so dass die Menschen die besagten Inhalte seltener zu sehen bekommen. Der entsprechende Filter soll demnächst standardmäßig eingeschaltet sein. Der User wird zudem selbst Filter setzen können, und in weiterer Folge soll es auch möglich sein, die Toleranzschwelle je nach lokalen kulturellen Gegebenheiten zu verändern.

Zuckerberg erwähnt hier, dass Nacktheit in verschiedenen Ländern als unterschiedlich problematisch angesehen wird: In Österreich zum Beispiel war ein Bild der Venus von Willendorf offline genommen worden, während Meldungen zu Hate Speech von Facebook oft ignoriert wurden. Zuckerberg erwähnt in diesem Kontext auch, dass sich Nacktheit in einem Bild von einer KI leichter identifizieren lässt als hetzerische Sprache in einem Posting.

Schwierige Sprache

Zuckerberg lobt jedoch auch die Funktionsweise des Algorithmus, der dem CEO zufolge 99 Prozent der geposteten terroristischen Inhalte entfernt, bevor die User sie überhaupt sehen. Zudem gibt es menschliche Moderatoren: Über 200 Personen arbeiten in Facebooks Anti-Terror-Einheit.

Außerdem werden 96 Prozent der Nackt-Inhalte und 52 Prozent der hetzerischen Inhalte automatisch gelöscht. Laut Zuckerberg stellt Facebook nun mehr Sprachexperten ein, die sich dem Thema Hate Speech verstärkt widmen sollen. In Sachen Wahl-Manipulation schreibt er, dass in den vergangenen zwei Quartalen über 1,5 Milliarden Fake-Accounts gelöscht wurden.

Gegen die Voreingenommenheit

Zuckerberg meint, dass die Technologie mit der Zeit besser wird. Zugleich betont er aber auch, dass Algorithmen niemals perfekt sein werden. Facebook soll daher verstärkt Tools entwickeln, mit denen die Voreingenommenheit des Algorithmus eingedämmt werden soll.

Dementsprechend sollen User auch künftig widersprechen können, wenn ihre Inhalte offline genommen werden. Zudem soll transparenter kommuniziert werden, warum der entsprechende Content gelöscht wurde.