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Netzpolitik

Tursky fordert Kennzeichnungspflicht für künstliche Intelligenz

Digitalisierungsstaatssekretär Florian Tursky (ÖVP) hat sich für eine Kennzeichnungspflicht für Künstliche Intelligenz (KI) ausgesprochen. Wichtig sei, dass man auf den den ersten Blick sehe, wenn man mit einer KI konfrontiert sei, so Tursky. "Aus meiner Sicht können die Innovation und die Nutzung von KI nur dann flächendeckend greifen, wenn volles Vertrauen und Transparenz in Bezug auf KI herrscht", betonte er bei einem Panel am 4Gamechangers-Festival in Wien.

So wie bei der Angabe von Inhaltsstoffen bei Lebensmitteln müssten die Menschen wissen, mit welchem Algorithmus sie es zu tun haben, sagte der Staatssekretär weiters. Zu diesem Zweck soll eine nationale Behörde für die Zertifizierung von Hochrisikoanwendungen geschaffen werden. Zunächst solle dabei eine Geschäftsstelle im Finanzministerium eingerichtet werden, die sich um den Kompetenzaufbau, die Vorbereitungen der nationalen Umsetzungen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen kümmern solle. Später solle diese Geschäftsstelle in eine Behörde übergehen, so Tursky. Das soll, wie berichtet, dann passieren, wenn der AI Act der EU in Kraft tritt. 

ChatGPT will strenge Regulierung wegen Fake News Gefahr

Am Dienstag hatte sich bereits der Chef des ChatGPT-Erfinders OpenAI aufgrund des Risikos der Verbreitung von Falschinformationen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz für eine strikte Regulierung ausgesprochen. Allein schon wegen der benötigten massiven Ressourcen werde es nur wenige Unternehmen geben, die Vorreiter beim Training von KI-Modellen sein können, sagte Sam Altman am Dienstag in einer Anhörung im US-Senat in Washington. Sie müssten unter strenger Aufsicht stehen.

Altmans OpenAI löste mit dem Text-Automaten ChatGPT sowie der Software, die Bilder auf Basis von Text-Beschreibungen erzeugen kann, den aktuellen KI-Hype maßgeblich aus. ChatGPT formuliert Texte, indem Wort um Wort die wahrscheinliche Fortsetzung eines Satzes eingeschätzt wird. Eine Folge dieses Verfahrens ist aktuell, dass die Software neben korrekten Angaben auch völlig falsche Informationen erfindet - für die Nutzer*innen aber kein Unterschied erkennbar ist. Deswegen gibt es die Befürchtung, dass ihre Fähigkeiten zum Beispiel für die Produktion und Verbreitung von Falschinformationen genutzt werden könnten. Auch Altman äußerte in der Anhörung diese Sorge.

Altman schlug die Gründung einer neuen Regierungsbehörde vor, die KI-Modelle auf den Prüfstand stellen kann. Für Künstliche Intelligenz solle eine Reihe von Sicherheitstests vorgesehen werden - etwa, ob sie sich eigenständig weiterverbreiten könnten. Unternehmen, die nicht vorgeschriebene Standards einhalten, solle die Lizenz entzogen werden. Die KI-Systeme sollen auch von unabhängigen Expert*innen geprüft werden können.

Altman räumte ein, dass die KI-Technologie in Zukunft einige Jobs durch Automatisierung abschaffen könnte. Zugleich habe sie aber das Potenzial, "viel bessere Arbeitsplätze" zu schaffen. Während der Anhörung in einem Senatsunterausschuss schloss Altmann nicht aus, dass Programme von OpenAI mit der Zeit auch mit Werbung statt wie aktuell im Abo verfügbar sein könnten.

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