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06/28/2020

Auf dieser Straße laden sich E-Autos kostenlos auf

Die Firma Electreon testet das Konzept in Israel. Dafür werden Kupferspulen unter der Straße verbaut.

Obwohl immer mehr E-Autos auf den Markt kommen, fehlt vielerorts noch die nötige Infrastruktur, um auch lange Strecken zurückzulegen. Um solche „Reichweitenangst“ aufgrund weniger Lazerationen vorzubeugen, hat die israelische Firma Electreon Straßen entwickelt, die das Fahrzeug einfach laden, während man über sie fährt.

Dafür werden elektrische Kupferspulen unter der Straße verbaut. 2019 konnte das Unternehmen erstmals eine funktionierende Straße zeigen. In Gotland wurde für das Smartroad-Projekt eine Straße für Trucks eingerichtet und ein elektrischer Lkw erfolgreich aufgeladen. Bis Ende 2020 soll nun eine Teststrecke in Tel Aviv eingerichtet werden.

Öffentlicher Nahverkehr

Electreon arbeitet zunächst daran, kleinere öffentliche Verkehrsmittel wie Shuttle-Busse auf den Straßen zu laden. Optisch sollen sich ihre Straßen nicht von normalen Straßen unterscheiden. In Tel Aviv soll zunächst eine Strecke von knapp 2 Kilometern umgebaut werden. Geht das Konzept auf, soll die Straße verlängert werden. Sie verbindet den Bahnhof und die Universität, wo elektrische Shuttle-Busse pendeln.

Der Ausbau ist nach Angaben von Electreon schnell und günstig erledigt, da man keine zusätzlichen Leitungen für Ladestationen bauen muss. Laut Electrek kostete die Straße in Schweden 12 Millionen US-Dollar. Die Spulen müssen alle 6 bis 8 Jahre ersetzt werden. Zukünftig sollen auch private E-Autos vom Streckenausbau profitieren können, wenn die Spuren für sie freigegeben sind.

Günstigere Batterien

Das Konzept könnte lange Ladezeiten verhindern und Autohersteller könnten langfristig mit kleineren Batterien arbeiten, da die Reichweite weniger wichtig wird. Laut Electreon könnte ein Bus mit einer 350-kWh-Batterie etwa 200 Kilometer weit fahren. Würde er mindestens die Hälfte der Zeit auf den Straßen der Firma verbringen, könnte die Kapazität der Batterie auf 30 kWh verringert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Busstationen nicht weiter als 20 Kilometer voneinander entfernt sind. Damit könnten die Kosten für die Fahrzeuge drastisch reduziert werden.

Der Wirkungsgrad der Straßen liegt laut Electreon zwischen 87 und 90 Prozent, je nachdem, ob man dynamisch oder statisch lädt. Das Ganze ist derzeit aber eher ein Gedankenspiel als die tatsächliche Zukunft. Selbst wenn das Konzept langfristig aufgeht, müsste ein Großteil der Infrastruktur erneuert werden, damit Busse, Taxis und Lkws die Straßen nutzen können.