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Dyson Purifier Humidify+Cool im Test: Der Luxus-Luftbefeuchter

Der Purifier Humidify+Cool ist 92cm hoch und hat einen Durchmesser von 35cm

Gerade in der Winterzeit brennen oft die Augen. Nicht, weil man zu lange in die Christbaumlichterkette gestarrt oder den Kontostand nach dem Geschenke-Shopping gesehen hat: Heizungen trocknen die Luft aus.

Daher ist es kein Zufall, dass Dyson in dieser Zeit seinen neuen Purifier Humidify+Cool vorgestellt hat – wobei der auch im Sommer praktisch ist, da mit dem Wasser aus dem Tank ein zusätzlich kühlender Effekt erzeugt werden kann.

Wem das Gerät verdächtigt bekannt vorkommt, der irrt nicht. Es ist der Nachfolger des Dyson Pure Humidify+Cool. Man könnte es auch als das 2021er-Modell bezeichnen.

Mehr Dichte für mehr Sauberkeit

Wie der etwas sperrige Name des Geräts schon andeutet, vereint der Purifier Humidify+Cool 3 Funktionen: Luft reinigen, Luft befeuchten und Ventilator. Den „Purifier“ hat Dyson bewusst an die Spitze gestellt. Der Hersteller verspricht 99,95 Prozent der Partikel (0,1 Mikron oder größer) aus der Luft zu filtern. Dazu gehören Allergene, Bakterien, Pollen und Schimmelpilzsporen.

Das ist zwar schön (und sauber), bringt aber nichts, wenn dann mit der Luftbefeuchterfunktion Problemstoffe aus dem Wasser im Zimmer verteilt werden. Deshalb  reinigt das Gerät auch das Wasser. Laut Dyson werden 99,9 Prozent der Bakterien aus dem Wasser entfernt. Aber braucht man das überhaupt? Wer schon mal einen normalen Luftbefeuchter etwas länger genutzt hat und sich ansieht, was darin entsteht und wie es riecht, wird die Frage mit „ja“ beantworten.

Die hohen Filterwerte bei der Luft begründet Dyson damit, dass das Gerät besonders dicht ist. So ist nicht nur der Luftfilter nach dem HEPA-13-Standard dicht, sondern der gesamte Luftreiniger. Das ist der Hauptunterschied zum Vorjahresmodell Pure Humidify+Cool.

Durch die Abdichtung wird sichergestellt, dass die Luft durch den Filter muss und der Luftstrom nicht daran herumführt. Dadurch wird nur gefilterte Luft im Raum verteilt. Das Wasser zur Luftbefeuchtung wird mit UV-C-Licht und Silberfäden im Verdampfer gereinigt.

Bekanntes Design mit mehr Bauch

Der Purifier Humidify+Cool ist auf den ersten Blick als Dyson-Gerät erkennbar. Er erinnert stark an die Heizlüfter von Dyson. Der rotorlose Lüfter sitzt auf dem Korpus, der durch die Löcher die Luft ansaugt und durch den Filter zieht. Der Korpus ist aber deutlich breiter als bei Dysons Luftreinigern mit Heizfunktion, weshalb das Gerät sehr bauchig wirkt.

An der Unterseite ist der Wassertank. Er ist durchsichtig, wodurch der Füllstand gut zu erkennen ist. Der Tank fasst 5 Liter Wasser. Laut Dyson reicht das, um bis zu 36 Stunden die Luft zu befeuchten.

Ein Wassertank mit Rollen und Tragegriff

Beim Tank selbst merkt man, warum dieses Gerät um ein vielfaches teurer ist als Luftbefeuchter von anderen, namhaften Herstellern. Mit 2 Hebeln wird die Rastung gelöst, dann kann er herausgezogen werden. Der Tank hat Rollen, damit er einfach herausgezogen und wieder hineingeschoben werden kann.

Am Tank ist ein klappbarer Tragegriff, was den Transport des vollen Behälters einfacher macht. Die Einfüllöffnung hat ebenfalls 2 Rasten und eine effektive Dichtung. Dadurch verdunstet das Wasser nicht, wenn die Luftbefeuchterfunktion mal einige Wochen nicht genutzt wird.

Nachtmodus und selbstdimmendes Display

Das UV-C-Licht zur Wasserreinigung ist im Inneren verbaut – man muss also keine Angst haben, dass das Gerät in der Nacht seltsam leuchtet und man deshalb nicht schlafen kann. Stichwort schlafen: Dafür gibt es einen Nachtmodus.

Dieser beschränkt die maximale Lüfterstärke im Automatikmodus, damit nicht nächtens das Geräusch des Lüfters zu laut wird, wenn schlechte Luft erkannt wird. Das Display am Gehäuse dimmt sich automatisch wenn das Umgebungslicht niedrig ist.

Steuern per Fernbedienung oder App

Bedient wird der Purifier Humidify+Cool per Fernbedienung oder App. Die App ist hier zu bevorzugen, da die Steuerung und die Darstellung der Messwerte übersichtlicher ist. Mit der App kann auch die Sprachsteuerung per Alexa, Siri und Google eingerichtet werden.

Die Messung der Luftqualität setzt sich zusammen aus PM2.5, PM10, VOC und NO2. Die Lufttemperatur wird ebenfalls gemessen und natürlich auch die Luftfeuchtigkeit. Wird der Automatikmodus eingeschaltet, springt das Gerät automatisch an, wenn die Soll-Luftqualität unterschritten wird.

Selbst einstellen kann man den Grenzwert für die Luftqualität nicht, was aber auch nicht nötig ist, da das Gerät eine sehr empfindliche „Nase“ hat. Kommt man von draußen rein und es riecht nach Rauch, weil irgendein Assi wieder im Flur geraucht hat statt vor der Haustür, springt der Purifier Humidify+Cool automatisch an zum Luftreinigungs-Einsatz. Ähnliches gilt wenn man zu kochen beginnt oder nach dem Lüften Partikel von der Straße ins Zimmer gezogen sind, die man selbst nicht riechen und sehen kann – der Dyson aber schon.

Weniger Einstellungsmöglichkeiten

Für den Befeuchtungsmodus gibt es ebenfalls einen Automatikmodus. Für diesen lässt sich kein Zielwert bzw. Grenzbereich festlegen. In der Beschreibung nennt Dyson nicht mal den Zielwert, der automatisch angestrebt wird. Der Automatikmodus für die Luftbefeuchtung wirkt wie ein Glücksspiel.

Zumal macht er auch wenig Sinn, da im manuellen Modus ohnehin der Zielwert für die Luftfeuchtigkeit eingestellt wird und beim Erreichen des Werts die Befeuchtung eingestellt wird. Seltsam ist, dass beim manuellen Einstellen nur in 10er-Schritten, von 30 bis 70 Prozent, gewählt werden kann. Wenn die eigene Wohlfühl-Luftfeuchtigkeit bei 55 oder 63 Prozent liegt, hat man Pech gehabt.

Einschränkungen gibt es auch beim Drehmodus. Bei normalen Dyson-Luftreinigern dreht sich der ganze Lüfterteil motorisiert und kann wahlweise zwischen 45 und 350 Grad schwenken, um die saubere Luft im Raum zu verteilen. Beim Purifier Humidify+Cool drehen sich nur die Düsen im Gehäuse des Lüfterteils. Dadurch ist der Drehmodus auf 45 und 90 Grad beschränkt. Auch das präzise Ausrichten des Luftstroms per App in die Wunschrichtung ist deshalb nicht möglich.

Mehr Luft, mehr Reinigung

Generell gilt: Je höher die eingestellte Luftstromstärke, desto schneller wird die Luft gereinigt bzw. befeuchtet. Es gibt 10 Stufen. Je höher, desto lauter. Bis inklusive Stufe 4 empfinde ich es als nicht störend. Bei 5 und 6 verändert sich das Geräusch zusätzlich zur steigenden Lautstärke, bei 7 bis 10 abermals. Die höheren Stufen sind eher für kurzfristige Luftreinigungsaktionen zu empfehlen, während 1 bis 4 auch stundenlang nebenbei laufen können, ohne zu stören.

Die Effektivität der Luftbefeuchtung ist von vielen Faktoren abhängig, wie Raumgröße, offene Türen, Temperatur und eingestellte Luftstromgeschwindigkeit. Ein 23 Quadratmeter großes Wohnzimmer wurde bei offenen Türen (100-Quadratmeter-Wohnung) mit Stufe 4 Luftstrom in 3 Stunden von 50 auf 58 Prozent Luftfeuchtigkeit gebracht.

Luftstrom nach hinten raus statt ins Gesicht

Wer im Winter die Luft befeuchten, sich aber nicht anblasen lassen will, kann den Luftstrom per Tastendruck oder Klick in der App nach hinten entweichen lassen. Dabei drehen sich die Düsen im Lüftergehäuse nach hinten.

Die beweglichen Düsen werden auch für den „Brise-Modus“ genutzt. Dabei schwenken die Düsen, mit variierenden Geschwindigkeiten, von links nach rechts, was eine Brise Wind simulieren soll. Im Gegensatz zum normalen Drehmodus wirkt das sanfter und ist in Verbindung mit aktiver Luftbefeuchtung durchaus erfrischend.

Gerade im Sommer könnte dieser Modus seine Stärken ausspielen und auch Personen überzeugen, denen normaler Ventilator-Luftstrom bisher nicht sonderlich zugesagt hat. Da das Gerät eben auch Wasser verdampft zur Befeuchtung, ist der gefühlte Kühleffekt bei hohen Temperaturen größer, als wenn nur warme Raumluft durch die Gegend geblasen wird. Eine Klimaanlage kann diese Luxus-Mischung aus Luftbefeuchter und Ventilator aber dennoch nicht ersetzen.

Fazit

Mit einem UVP von 699 Euro ist der Dyson Purifier Humidify+Cool vermutlich einer der teuersten Luftbefeuchter überhaupt. Dafür sorgt er aber auch für saubere Luft und Kühlung.

Natürlich könnte man einen Designer-Ventilator, Luftbefeuchter und Luftreiniger kaufen und würde weit unter 700 Euro dafür zahlen. Man wird es aber nicht schaffen, diese so zu kombinieren, dass sie dieselbe Effektivität wie der Purifier Humidify+Cool haben.

Schönreden kann man sich den hohen Preis aber dennoch nicht gänzlich. Die kleinen Versäumnisse in der App sollte es bei so einem hohen Preis nicht geben. Vielleicht bessert hier Dyson per Update nach.

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, vom Kopfhörer über Smartphones und Kameras bis zum 8K-TV.

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