Produkte 08.05.2018

Heute startet die Google I/O: Was davon zu erwarten ist

© Bild: APA/AFP/GLENN CHAPMAN / GLENN CHAPMAN

Auf der I/O zeigt der Konzern, welche Themen im kommenden Jahr im Mittelpunkt stehen wird

Mit der Google I/O geht diese Woche eine der größten Konferenzen im Silicon Valley über die Bühne. Der Suchmaschinenkonzern versammelt regelmäßig Tausende Entwickler auf einem Open-Air-Konzertgelände unweit der Firmenzentrale im kalifornischen Mountain View. Und weil Google eines der wichtigsten IT-Unternehmen der Welt ist, gilt die I/O als Taktgeber und Trendsetter für die gesamte Hightech-Branche.

Die Eröffnungsrede, bei der traditionell die wichtigsten Neuigkeiten vorgestellt werden, wird der Google-CEO halten. Daneben gibt es zahlreiche Vorträge und Diskussionen über alle erdenklichen Google-Produkte, in denen Entwickler über die Neuerungen informiert werden. Außerdem wird die I/O zum Netzwerken genutzt. Der Zulauf zu der Veranstaltung ist jedes Jahr enorm. Die Nachfrage nach den Tickets übersteigt das Angebot um ein Vielfaches. Daher entscheidet das Los, wer sich eine der 1000 Euro teuren Karten überhaupt kaufen darf.

Fokus auf Bewährtes

Umfangreiche strategische Neuausrichtungen darf man sich auf der diesjährigen I/O nicht erwarten. Es gibt dafür auch keinen offensichtlichen Grund, das Geschäft des Google-Mutterkonzerns Alphabet läuft besser denn je. Zuletzt konnte man den Quartalsgewinn um 73 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar steigern. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei weit übertroffen, worauf die Aktie sprunghaft angestiegen ist.

Die Befürchtungen, dass Facebooks Datenskandal rund um das Analyseunternehmen Cambridge Analytica negative Auswirkungen auf die restliche Branche haben wird, blieb ebenfalls aus. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass Google die Datenschutz-Thematik im Rahmen der I/O umfangreich ansprechen wird, der Fokus der Konferenz soll ein anderer sein.

Künstliche Intelligenz

Bereits 2017 hat Google-Chef Sundar Pichai künstliche Intelligenz (KI) in den Mittelpunkt gestellt. Die Technologie durchdringt mittlerweile zahlreiche Google-Produkte und soll laut Pichai völlig verändern, wie Menschen mit Technik interagieren. Das Paradebeispiel für den Einsatz von KI ist der digitale Assistent „Google Assistant“, der unter anderem im smarten Lautsprecher Google Home zum Einsatz kommt.

Im Rahmen der I/O wird Google neue Funktionen für den Assistant vorstellen und Möglichkeiten und Wege präsentieren, wie Entwickler mit ihm arbeiten können. Ausgebaut werden soll außerdem die Bilderkennung „Google Lens“, die in den Assistenten integriert wurde. Die Funktion erlaubt es, automatisch zu erfassen, was auf Fotos zu sehen ist. Das Erkennen von Pflanzen oder berühmten Gebäuden ist etwa damit möglich. Google entwickelt für KI-Anwendungen auch einen eigenen Chip.

Android

Einen besonderen Platz auf der I/O wird Googles mobiles Betriebssystem Android einnehmen. Die kommende Version hat den Codenamen „P“. Bereits vor einiger Zeit hat Google eine erste Testversion von Android P für Software-Entwickler veröffentlicht. Im Rahmen der I/O dürfte nun eine aktualisierte Variante des Google-Betriebssystems folgen.

Android P soll einschneidende Änderungen für die Bedienung des Betriebssystems bringen. Anstatt über die drei Bedienknöpfe „Home“, „Zurück“ und „geöffnete Apps“ sollen sich Nutzer künftig mit Wischgesten durch das System navigieren. Überarbeitet werden könnte auch die Art und Weise, wie das System Nutzer über Ereignisse benachrichtigt. Wann Android P fertig sein wird, ist noch unbekannt. Wer nicht gerade ein Handy aus Googles hauseigener Pixel-Serie nutzt, wird sich ohnehin noch länger gedulden müssen.

Design

Google will seine Produkte ansehnlicher machen. Der konzerneigenen optischen Linie mit der Bezeichnung „Material Design“ wird ein überarbeiteter Anstrich verpasst. Den erwarteten Änderungen gingen bereits neue Versionen der Web-Oberflächen des Google Kalenders sowie des E-Mail-Dienstes Gmail voran. Google will erreichen, dass seine Apps auf allen Endgeräten und Plattformen möglichst ähnlich aussehen und sich auch ähnlich bedienen lassen.

Vor einiger Zeit hat Google sein eigenes Smartwatch-Betriebssystem Android OS in Wear OS umbenannt. Der Konzern wollte damit zeigen, dass die Geräte nicht nur für Nutzer von Android-Smartphones attraktiv sein können. Abgesehen davon war es zuletzt um die Plattform relativ ruhig geworden. Auch neue Geräte blieben aus. Auf der I/O soll der Plattform neues Leben eingehaucht werden.

Ähnliches gilt für die SmartTV-Plattform Android TV. Sie ist auf zahlreichen Fernsehgeräten vorinstalliert. Auf der Konferenz soll ein neues Gerät vorgestellt werden, das es erlaubt, Android TV auf anderen Fernsehern nachzurüsten.

( futurezone ) Erstellt am 08.05.2018