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Huawei will Haushalte zu Strom-Selbstversorgern machen

Huawei ist den meisten Menschen aufgrund seiner Smartphones und als Ausstatter ganzer Mobilfunknetze bekannt. Dass chinesische Unternehmen ist allerdings auch fest in der Solarenergiebranche verwurzelt. Mit dem Kerngeschäft passt das gut zusammen. Die große Gemeinsamkeit zwischen Telekom und Photovoltaik sind Wechselrichter. "Die Radiomodule auf Sendemasten werden mit Gleichstrom versorgt", erklärt Erich Manzer, Vice President von Huawei Technologies Austria. Die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom und umgekehrt ist auch bei Photovoltaik enorm wichtig.

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Wechselrichter wie diesen benötigt man, um Strom von PV-Anlagen in das Haushaltsnetz einzuspeisen

Wechselrichter

"Bei Wechselrichtern sind wir Weltmarktführer", meint Manzer. Die Hardware werde in aller Welt für große Solarkraftwerke, auf Gebäudedächern von Unternehmen, aber auch  im privaten Bereich verwendet. Letzteren will Huawei mit neuen Produkten vermehrt ansprechen. "In anderen Ländern ist Huawei auch im Heim-Bereich schon stark vertreten", sagt Manzer. In Österreich bislang aber noch nicht.

Grund dafür sei hauptsächlich, dass Huawei-Wechselrichter für den privaten Einsatz einphasig ausgelegt waren. In Österreich seien aber beim Einspeisen von Photovoltaikstrom drei Phasen üblich. Ein entsprechendes Produkt wurde erst vor etwas mehr als einem Jahr auf den Markt gebracht. Zusätzlich bietet Huawei Software und Apps zur Steuerung sowie Heimspeicher an.

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Huawei-Haushaltsakkus sind modular aufgebaut und können so bei Bedarf erweitert werden

Modulare Akkus

Die Akkus für Zuhause sind modular aufgebaut, wodurch Heim-PV-Systeme leicht erweitert werden können. "Als Kunde kann ich zunächst nur einen Wechselrichter kaufen und dann kontrollieren, wieviel Strom ich zu welcher Zeit verbrauche", meint Manzer. "Wenn ich sehe, dass ich viel Strom ins Netz einspeise, kann ich ein Speichermodul dazunehmen und Strom für die spätere Nutzung vorrätig halten." Speziell in den Sommermonaten könne man auf diese Weise den Haushalt sehr energieautark betreiben.

Ein Vorteil, der sich durch die Kombination von eigenen PV-Anlagen mit einem Heimspeicher ergebe, sei ein gewisser Ausfallschutz bei Stromausfällen. Kommt es zu einem solchen oder gar einem Blackout, kann ein Akku daheim die Versorgung von aktivierten Haushaltsgeräten nahtlos übernehmen. Heimspeicher zu installieren habe aber auch Vorteile für die Allgemeinheit. "Je mehr Photovoltaik-Anlagen im Zuge der Energiewende errichtet werden, desto größer ist die Herausforderung für Übertragungsnetzbetreiber, die Leistungsspitzen auszusteuern. Wenn viel überschüssiger Photovoltaikstrom gespeichert wird, kann man eine bessere Balance im Stromnetz erreichen."

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Trotz Blackout mit Strom versorgt - zumindest eine gewisse Zeit lang

Künstliche Intelligenz

Bei der Software zur Steuerung und Überwachung von PV-Anlagen setzt Huawei sehr auf künstliche Intelligenz. Sie soll es etwa ermöglichen, fehlerhafte PV-Zellen rasch zu erkennen. Bei seinen eigenen Produkten will das Unternehmen weitgehende Wartungsfreiheit erreichen. Wechselrichter etwa verwenden "Free Cooling" statt mechanische Lüfter, weil die eine häufige Fehlerquelle seien, erklärt Manzer.

Durch die lüfterlose Kühlung sei es auch möglich, Wechselrichter besonders wasserfest zu gestalten. Als einen Einsatzort bewirbt das Unterhemen etwa Fischfarmen. "Die sind am Meer draußen und es muss ständig kontrolliert werden, wie es den Fischen geht und in welchem Zustand die Netze sind. Dafür werden auch Kameras eingesetzt, die 4K-Videos aufnehmen", sagt Manzer. Um die Daten in Echtzeit zu übertragen, werden 5G-Module eingesetzt. Die Energieversorgung übernehmen PV-Paneele. Die Abdichtung der Wechselrichter erlaubt außerdem den Einsatz in Wüstengebieten, wo es zu Sandstürmen kommen kann.

Betrieb von Mobilfunknetzen

Für Huawei schließt sich der Kreis, wenn Photovoltaik zum Betrieb von Mobilfunknetzen eingesetzt wird. Umgesetzt wird diese Idee etwa auf dem T-Center in Wien, dem Hauptsitz des Mobilfunkers Magenta. "Der Gebäudebesitzer hat auf dem Dach gemeinsam mit Wien Energie eine PV-Anlage errichtet. Die Wechselrichter kommen von Huawei. Der Strom wird zum Betrieb des Magenta-Datenzentrums verwendet."

Auch wenn Huawei im Bereich privater Photovoltaikanlagen noch keine größere Bekanntheit erreicht hat, ist es Manzer wichtig zu betonen: "Wir sind nicht irgendwann auf den PV-Zug aufgesprungen, sondern haben uns über viele Jahre in dem Bereich weiterentwickelt." In den vergangenen Monaten habe Huawei intensiv sein Vertriebsnetz erweitert. "Elektriker müssen ein gutes Gefühl haben, dass unsere Produkte einfach zu installieren sind und anschließend wenig Reklamationen zurückkommen." Laut Manzer sei dies gelungen. Nun gelte es, private Nutzer von den eigenen PV-Produkten zu überzeugen.

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen Huawei und der futurezone.

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David Kotrba

Ich beschäftige mit großteils mit den Themen Mobilität, Klimawandel, Energie, Raumfahrt und Astronomie. Hie und da geht es aber auch in eine ganz andere Richtung.

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