Faltbare Smartphones, wie das Huawei Mate X, sind die Stars am MWC

© AP / Emilio Morenatti

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02/25/2019

Smartphones zum Knicken und China dominieren die Handy-Welt

Der Mobile World Congress steht im Zeichen von faltbaren Smartphones, 5G und der neuen Smartphone-Supermacht China.

von Florian Christof

Der Mobile World Congress (MWC) gilt als Gradmesser für die Mobilfunkbranche. Jedes Jahr im Februar werden dabei die wichtigsten Smartphone-Trends und Highlights der einzelnen Hersteller präsentiert.

Faltbare Smartphones

Im Vorfeld des MWC hat Samsung bereits seine Version eines faltbaren Smartphones präsentiert. In Barcelona folgten Huawei, der Blackberry-Macher TCL sowie der chinesische Hersteller Oppo.

Obwohl, oder vielleicht gerade weil, keiner der Hersteller sein faltbares Smartphone aus der Hand gibt und die Geräte lediglich hinter Glas gezeigt werden, ist diese neue Produktkategorie das Gesprächsthema Nummer eins auf dem Mobile World Congress.

Wie sich die Geräte im Alltag bewähren und ob sie trotz der hohen Preise genügend Käufer finden werden, wird sich erst im Laufe des Jahres zeigen. Samsungs Galaxy Fold kostet 2000 Euro, Huaweis Mate X sogar 2300 Euro.

5G-fähige Handys

Gegen Ende des Jahres könnten die ersten Teile des 5G-Netz für Smartphone-Nutzer verfügbar werden. Spätestens Anfang 2020 wird das österreichische Mobilfunknetzes teilweise auf 5G umgerüstet sein.

Um die Vorteile des neuen Mobilfunkstandards - wesentlich höhere Verbindungsgeschwindigkeiten und deutlich kürzere Verzögerungszeiten - nutzen zu können, ist natürlich ein 5G-fähiges Smartphone nötig. Und genau diese Geräte wurden reihum auf der Handy-Messe vorgestellt - etwa von LG, Xiaomi oder Oppo. Rein äußerlich und auch von den Funktionen her, unterscheiden sich die 5G-Smartphones nicht von anderen Handys.

Spürbar für Kunden wird es aber beim Preis. Denn Smartphones, die über den neuen Mobilfunkstandard kommunizieren können, werden, zumindest zum Marktstart, empfindlich teurer sein als herkömmliche 4G-Handys. 

Abgesehen von den genannten Vorteilen, wird das kommende 5G-Netz vor allem für Industrieanwendungen und die Mobilfunker selbst von Nutzen sein. Smartphone-Nutzer können mit dem Kauf eines 5G-Handys also ruhig noch warten, derzeit macht ein solches Smartphone noch kaum Sinn.

Chinesische Hersteller

Was sich bereits im Laufe der vergangenen Jahre abgezeichnet hat, setzt sich auch 2019 fort: Die chinesischen Smartphone-Hersteller greifen nach dem Thron des Handy-Marktes. Aktuell führt der koreanische Hersteller Samsung (19 Prozent Marktanteil) vor Apple aus den USA (13,4 Prozent). An dritter Stelle liegt schon der chinesische Hersteller Huawei (13 Prozent) gefolgt von Xiaomi (7,9 Prozent) und Oppo (7,6 Prozent) - ebenso beide aus China. Während Huawei, Xiaomi und Oppo starke Zugewinne verzeichnen konnten, mussten Samsung und Apple Marktanteile an die Konkurrenz aus China abtreten.

Die chinesischen Hersteller treiben ihre Konkurrenz mit hochwertigen Geräten zu günstigeren Preisen vor sich her. Vor allem Apple mit seinen teuren Produkte bekommt das zu spüren und konnte im wichtigen Weihnachtsquartal deutlich weniger iPhones verkaufen als erwartet.

Nicht nur Marktanteile, auch Innovationen im Smartphone-Bereich verlagern sich immer mehr nach China. Während Apple und Samsung in den vergangenen Jahren ihre Geräte mit aufgewärmten Konzepten und nur kleineren Neuerungen ausgestattet haben, versuchen sich vor allem Xiaomi und Oppo an neuen Technologien und wagen auch Experimente, wie beispielsweise Smartphones mit ausfahrbaren Selfie-Kameras.

Traurig sieht es für einige Smartphone-Hersteller aus, die vor nicht allzu langer Zeit den Handy-Markt mitdominiert haben. LG aus Südkorea, Sony aus Japan und HTC aus Taiwan mussten in den vergangenen Jahren stark Federn lassen und können mit der Konkurrenz aus China kaum noch schritthalten. Zwar haben auch LG und Sony in Barcelona solide Smartphones gezeigt, die Frage, ob sie diese Geräte auch verkaufen können, wird erst in den kommenden Monaten beantwortet werden können.

Virtual Reality ist noch nicht tot

Vor drei Jahren dominierte das Thema Virtual Reality die Handy-Messe in Barcelona. Von dem Trend der virtuellen Realität und den dazugehörigen Brillen ist mittlerweile kaum mehr etwas zu vernehmen. Die Verkaufszahlen der Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Brillen sind nie in Fahrt gekommen. So ist das Thema 2019 auf der Handy-Messe in Barcelona nur noch eine Randnotiz, die nun Industrieanwendungen in den Fokus nimmt.

In diesem Sinne hat Microsoft die zweite Version seiner HoloLens-Brille am Mobile World Congress vorgestellt. Auch der taiwanesische Elektronikkonzern HTC hat ein neues Modell seiner Vive-Brille präsentiert, die HTC Vive Focus Plus. Beide Hersteller konzentrieren sich dabei zunehmend darauf, Unternehmenskunden anzusprechen. Auch das Augmented-Reality-Gerät Vuzix M400, das ein wenig an Google Glass erinnert, ist für Unternehmen gedacht und nicht für das Entertainment von Endkunden.

Neuerungen bei Smartphones

Bei herkömmlichen Smartphones ist bei der technischen Weiterentwicklung mittlerweile zu einer gewissen Sättigung gekommen. Abgesehen von den faltbaren Handys und 5G zeigen die Hersteller auf dem Mobile World Congress kaum nennenswerte Innovationen.

Fortschritte gibt es hauptsächlich bei den Smartphone-Kameras. So hat etwa der chinesische Hersteller Oppo eine Handy-Kamera mit 10-fachem optischen Zoom angekündigt, das noch im Frühjahr zu haben sein wird. Nokia hat ein Smartphone mit gleich fünf Kameralinsen präsentiert, die zusammen arbeiten, um bessere Fotos zu machen.