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Vernichtendes Zeugnis für 10.000-Euro-Elektroauto aus China

Das chinesische Elektroauto Suda SA01 ist in Deutschland seit Kurzem erhältlich und kostet durch die Umwelt-Förderungen nur rund 10.000 Euro. Allerdings hat der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) dem Fahrzeug beim Test ein vernichtendes Urteil ausgestellt. 

Der Suda besitzt weder Airbags noch ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), wurde aber trotzdem in Deutschland zugelassen. Grund ist die vereinfachte Typgenehmigung als Kleinserie, also wenn Fahrzeuge nur in geringer Stückzahl produziert werden. Hier müssen die üblichen Sicherheitsstandards nicht nachgewiesen werden, so der ADAC.

Niveau der 90er Jahre

Genau das führt aber dazu, dass der Wagen bei einem Crash-Test durchgefallen ist. Mit 64 km/h prallte das Fahrzeug frontal gegen eine Barriere. Vor allem der Fahrer würde schwerste Verletzung erleiden. Laut ADAC befinden sich Rückhaltesysteme und Fahrgastzellen auf dem Niveau der späten 90er Jahre.

Die Ingenieure vermuten, dass auch zusätzliche Frontairbags und Gurtstraffer die Sicherheit nur wenig verbessern würden. Das YouTube-Video zeigt, dass die Dummies sogar von der Feuerwehr aus dem Wagen geholt werden mussten.

Zwar wurde die Batterie beim Test nicht beschädigt, allerdings sei die Sicherheit bei einem anders gelagerten Aufprall nicht gewährleistet, so der ADAC. Da es keine Möglichkeit gibt, den Akku vom Hochvoltsystem zu trennen, können Retter das Fahrzeug nicht spannungsfrei machen. 

Kontrollverlust ab 70 km/h 

Doch auch das Fahrverhalten weißt große Mängel auf. Durch das fehlende ESP gerät der Suda beim Ausweichtest bereits ab 70 km/h ins Schleudern. Der Wagen ließ sich dann nicht mehr kontrollieren. Auch der lange Bremsweg und die "gefühllose Lenkung" werden kritisiert. 

Das Laden stellte die Tester ebenfalls vor eine Herausforderung. Mit dem 40-kWh-Akku soll der Suda eine Reichweite von 200 Kilometern haben. Die Ladeleistung beträgt aber lediglich 3 kW (Wechselstrom) bzw. 22 kW (Gleichstrom) und damit dauert der Vorgang sehr lange. Mit einigen Ladestationen kann das Fahrzeug gar nicht kommunizieren. So konnte man ihn beim Test etwa an öffentlichen DC-Säulen nicht aufladen.

Kritik an vereinfachter Zulassung

Nach dem vernichtenden Urteil kritisiert der ADAC die Zulassungsregelung, die es ermöglicht, dass der Suda SA01 für den europäischen Markt zugelassen wurde. Demnach müssen weder ein ESP noch ein Bremsassistenzsystem vorhanden sein. Ohne Airbag muss auch kein Frontalaufpralltest durchgeführt werden.

Die Regelung sei zwar für Kleinserien-Hersteller sinnvoll. Sie dürfe aber nicht ausgenutzt werden, um Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, die nicht auf dem neuesten Stand der Technik sind. Der ADAC fordert eine Überarbeitung des Zulassungsverfahrens, damit die üblichen Sicherheitsstandards garantiert sind.

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