FRANCE-HEALTH-VIRUS

© APA/AFP/ERIC PIERMONT / ERIC PIERMONT

Science
05/13/2020

Ansteckungsgefahr im Flugzeug laut Mediziner gering

Laut einem Flugmediziner gibt es keine Hinweise darauf, dass sich Passagiere jemals gegenseitig angesteckt hätten.

von Thomas Prenner

Immer mehr Länder lockern aktuell ihre Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus. Auch Grenzen sollen wieder nach und nach geöffnet werden, so einigten sich etwa Deutschland und Österreich auf eine Öffnung Mitte Juni. Das ermöglicht es auch, dass Airlines wieder verstärkt ihren Betrieb aufnehmen können. 

Nachdem Social Distancing im Flugzeug aufgrund der engen Kabinen mehr oder weniger unmöglich ist und das Freilassen der Mittelsitze kaum eine realistische Option darstellt, stellt sich die Frage nach der Ansteckungsgefahr in den Maschinen. 

Untersuchung

Der Flugmediziner David Powell hat laut der Süddeutschen im Auftrag des Airline-Verbundes International Air Transport Association (IATA) untersucht, wie wahrscheinlich eine Ansteckung im Flugzeug ist. In den bisher veröffentlichten Studien gibt es laut Powell keinen einzigen gesicherten Fall. 

Eine Umfrage bei Airlines, die für insgesamt 14 Prozent des weltweiten Luftverkehrs verantwortlich sind, ergab drei Verdachtsfälle, bei denen Crew-Mitglieder möglicherweise Passagiere angesteckt haben. In vier Fällen wird eine Übertragung zwischen Piloten vermutet - ob im Cockpit oder im Hotel ist allerdings unklar. Darauf, dass sich Passagiere gegenseitig angesteckt hätten, gibt es noch keinen Hinweis. 

Bereits zuvor empfahl Powell für Passagiere in erster Linie umfassende Handhygiene. Auch solle man auf Reisen verzichten, wenn man sich krank fühle. Die Chance, dass das Virus etwa über die Klimaanlage übertragen wird, sei “sehr gering”. AUA-Sprecherin Tanja Gruber schließt das auf Anfrage der futurezone sogar aus: “Der Standard der Filter entspricht dem in OP-Sälen und reinigt die gesamte Kabinenluft von Staub, Bakterien und Viren. Die Luft ist sauberer als die, die wir auf der Erde atmen.”

Empfehlungen

Um die Ansteckungsgefahr im Flugzeug weiter zu reduzieren, empfiehlt die IATA außerdem einige Maßnahmen. Dazu zählen Fiebermessen von Passagieren und Flughafenmitarbeitern, Boarding-Abläufe ohne enge Kontakte, eingeschränktes Bewegen in der Kabine, höhere Frequenz an Reinigung und Desinfektion sowie angepasstes Catering an Bord. 

Auch Masken in Flugzeugen dürften ein gewohntes Bild werden. So setzt etwa Wizz Air, die bereits seit Anfang Mai den Flughafen Wien wieder bedient, auf Masken für Passagiere und Crew. Auch KLM, die zuletzt wieder Verbindungen aufgenommen hat, führte eine Maskenpflicht ein.