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Science
05/02/2019

Asteroid kommt Erde so nah, dass man ihn mit freiem Auge sehen kann

2029 kommt Asteroid Apophis der Erde so nahe wie kaum ein anderes Objekt. Forscher debattieren nun über die Möglichkeiten.

Am 13. Februar 2029 wird der Asteroid 99942 Apophis der Erde dermaßen nahe kommen, dass man ihn in vielen Regionen mit dem freien Auge sehen können wird. Das berichtet unter anderem Space.com. Demnach misst der Himmelskörper knapp 340 Meter und wird sicher der Erde auf bis zu 31.000 Kilometer nähern. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Entfernung zwischen Erde und Mond beträgt 384.400 Kilometer.

Apophis wurde bereits 2004 entdeckt. Während damalige Berechnungen noch von einer 2,7-prozentigen Chance ausgingen, dass der Asteroid die Erde treffen könnte, wird er nun nicht mehr als Gefahr eingestuft. Für die Jahrzehnte danach habe man aber noch nicht ausreichend Daten, um das Risiko zu bestimmen. 2036 soll er nochmals nahe der Erde vorbeifliegen, auch dann besteht kein Risiko auf einen Einschlag.

Keine Einflussnahme auf Flugbahn

Stattdessen zeigen sich die Forscher begeistert über die Möglichkeiten des Ereignisses. „Ein Objekt von dieser Größe kommt vielleicht alle tausend Jahre dermaßen nahe vorbei, daher die Aufregung. Wann hat man schon einmal so eine Chance?“, so MIT-Forscher Richard Binzel im Zuge einer NASA-Konferenz. 

Die Erkenntnisse könnten auch in naher Zukunft bei der Abwehr gefährlicher Himmelskörper helfen. So könnten die Erkenntnisse von Apophis Aufschluss darüber geben, ob es sinnvoller wäre, einen Asteroiden vom Kurs abzubringen oder diesen zu zerstören. Aber auch zu möglichen Einflüssen auf die Flugbahn, unter anderem durch die Erdanziehungskraft sowie die Strahlung der Sonne, wird geforscht. 

Auch über mögliche Missionen zum Asteroiden wird derzeit debattiert. „Wir müssen aber sehr vorsichtig sein, denn bei diesem bestimmten Objekt wird es viel öffentlichen und politischen Druck geben, nichts zu machen, was seine Flugbahn beeinflussen könnte“, sagt James Bell, ein Forscher der Arizona State University. „Aber trotz allem wäre das für die NASA und alle anderen Raumfahrtorganisationen die Chance auf den PR-Event des Jahrzehnts“.