Coronavirus - Institut für Virologie

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Science
05/11/2020

Corona-Situation in Österreich stabil, auch in Wien

Die effektive Reproduktionszahl lag laut der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit AGES zuletzt bei 0,81.

Die Situation bei SARS-CoV-2 ist in Österreich relativ stabil auf niedrigem Niveau an diagnostizierten Neuinfektionen. Die effektive Reproduktionszahl der Ansteckungen lag zwischen 24. April und 6. Mai bei 0,81, die Zahl der Neudiagnosen sank täglich um 6,8 Prozent, teilte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit. Auch in Wien ist die Situation offenbar unauffällig.

Im vorangegangenen Beobachtungszeitraum (16. bis 28. April) - also vor Auslaufen der Ausgangsbeschränkungen - hatte die effektive Reproduktionszahl 0,67 betragen, die Zahl der Labordiagnosen war täglich um 4,2 Prozent zurückgegangen. Eine effektive Reproduktionszahl unter dem Wert von 1 sagt aus, dass die Infektionen im Abnehmen sind.

Die Schwankungen sind insgesamt wenig aussagekräftig, weil die Zahl der neu bestätigten Infektionen insgesamt gering ist. So gab es in der jüngsten Vergangenheit, zum Beispiel im Burgenland, in Kärnten (sogar mehrere Tage hinweg), in Niederösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg auch Tage mit einer oder ohne eine einzige neu diagnostizierte SARS-CoV-2-Infektion. Werden hier wenige neue Fälle festgestellt, erscheint eine "Steigerungsrate" nur artifiziell "dramatisch".

Erste Öffnung

Bereits vergangene Woche veröffentlichte Zahlen zeigten, dass es nach der ersten Öffnung in Österreich kaum neue Corona-Fälle gab. Detaillierte Untersuchungen der AGES lassen außerdem Rückschlüsse darauf zu, wo sich die Österreicher mit dem Virus infizieren

Auffällig war die Zahl der Infektionen in Senioren- und Pflegeheimen. Hier wurden anschließend Maßnahmen angekündigt, die Bewohner besser zu schützen. Daneben wurden Freizeitaktivitäten und Ansteckungen in der eigenen Familie als häufigste Verbreitungswege identifiziert.

Wien stabil

In der Großstadt Wien ist die Situation aktuell laut den Erhebungen und Berechnungen der AGES-Spezialisten in Zusammenarbeit mit Statistikern der TU-Graz eindeutig stabil: Seit 17. April hat es laut den Balkengrafiken in der Bundeshauptstadt an einem Tag niemals mehr als 40 diagnostizierte SARS-CoV-2-Infektionen gegeben (Ende März an zwei Tagen jeweils fast 200). Ab 24. April waren es zumeist zwischen etwa 20 und 30.

Die effektive Reproduktionszahl für Österreich "kratzte" um den 24. April an einem Wert von nur 0,5, um dann langsam wieder anzusteigen. Im Burgenland lag sie zuletzt (6. Mai) bei knapp über 0,5, in Kärnten unter 0,5. Oberösterreich hat ebenfalls einen Wert von um 0,5, Salzburg ist etwas darüber, ebenso die Steiermark mit etwa 0,7. In Tirol zeigte sich seit den Tagen um den 24. April ein leichter Zuwachs von weniger als 0,5 auf etwa 0,7. Vorarlberg liegt bei einem Faktor von etwa 0,5.

Niederösterreich kam zuletzt auf eine SARS-CoV-2-Reproduktionszahl von um 0,8 - bei am 6. Mai etwa zehn Diagnosen. Wien lag am Wert von 1, bei etwa 20 Diagnosen (6. Mai), was keinen offensichtlichen Unterschied zu den Tagen seit etwa Mitte April zeigt. Am 4. April und am 3. Mai gab es allerdings ganz wenige Neudiagnosen - für eine epidemiologische Sicht quasi "Ausreißer".

Rückläufig

"Seit dem Erreichen des Fallzahlgipfels am 26. März ist das Auftreten neuer Fälle rückläufig. Die geschätzte tägliche effektive Reproduktionszahl ist für Österreich seit 4. April kleiner als 1 und beträgt für den 6. Mai 0,81 (Schwankungsbreite der Berechung: 0,75 - 0,88). Aufgrund der relativ konstanten Anzahl an inzidenten (neu festgestellten; Anm.) Fällen in den letzten drei Wochen unterliegen beide Parameter gewissen zufälligen Schwankungen", schrieben die Epidemiologen

Die Interpretationen müssten deshalb immer auch in Zusammenschau mit der epidemiologischen Kurve erfolgen. "Eine Annäherung der effektiven Reproduktionszahl an 1 bedeutet eine gleichbleibende Anzahl an inzidenten Fällen pro Tag, gibt jedoch keine Information auf welchem Niveau sich die Inzidenz der Covid-19 Fälle befindet", stellten die Fachleute fest. In manchen Bundesländern sei "die Anzahl der inzidenten Fälle sehr gering, weswegen Schwankungen der effektiven Reproduktionszahl mit großer Vorsicht zu interpretieren" seien.

Ratschläge der Chef-Epidemiologin

Die leitende Epidemiologin der AGES, Daniela Schmid, sprach zuletzt im futurezone-Interview über die Ansteckungsgefahr in Öffis, Supermärkten und Schulen.

Gerade in Europa müsse man das Hygieneverhalten auf Basis der während der Epidemie gemachten Erfahrungen grundsätzlich ändern. Von U-Bahn-Telefonaten und Abbusseln rät sie ab - auch aus Rücksicht auf seine Mitmenschen.

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