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Science

Einer der gefährlichsten Asteroiden kommt im März der Erde nahe

Die Erde bekommt Besuch von einem alten Bekannten: Der Asteroid Apophis wird am 5. März 2021 an uns vorbeifliegen. Benannt wurde er nach dem altägyptischen Gott der Zerstörung.

Apophis befindet sich in den Top 10 der Liste von Risiko-Objekten der ESA. Diese werden nach der Palermo-Skala eingestuft, die die Wahrscheinlichkeit des Einschlags mit der kinetischen Energie und der verbleibenden Zeit, bis er auf die Erde treffe könnte, verrechnet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Apophis die Erde trifft, wurde zwischenzeitlich auf 3 Prozent geschätzt. Diese Prognose wurde für 2029 gestellt, wenn er der Erde besonders nahe kommt. 3 Prozent klingt nicht nach viel, doch bei einer Größe von 375 Metern ist das in astronomischen Maßstäben sehr hoch. Inzwischen sind sich Astronomen aber sicher, dass er an der Erde vorbeifliegen wird. 

Jarkowski-Effekt

Neuen Berechnungen zufolge ändert der sogenannte Jarkowski-Effekt derzeit die Flugbahn des Asteroiden. Apophis wird auf einer Seite durch die Sonne erwärmt, während die andere Seite im Schatten bleibt. Das führt dazu, dass der Himmelskörper auf der wärmeren Seite stärker strahlt. Das verursacht einen minimalen Antrieb, durch den Apophis ungefähr 170 Meter pro Jahr verschoben wird.  

Vorbeiflug am 5. März

Für Astronomen ist der Vorbeiflug im März daher besonders interessant. Zwar bleibt er 40-Mal weiter entfernt als der Mond, doch diese Gelegenheit werden Forscher nutzen, seine Flugbahn weiter zu untersuchen. Näher kommt Apophis uns bis 2029 nicht mehr. Deshalb wird die Beobachtung im März als Probelauf genutzt, für den nächsten Besuch in 8 Jahren.

Auch Hobby-Astronomen sind aufgefordert, den Asteroiden zu beobachten: "Seit dem Einsturz des Arecibo-Teleskops ist es schwieriger geworden, die Position von Asteroiden während eines Vorbeiflugs genau zu bemessen", erklärt Franck Marchis vom SETI-Institut.

Einschlag 2068 nicht mehr ausgeschlossen

Wissenschaftler sind sich sicher, dass der Asteroid weder 2029 noch beim nächsten Vorbeiflug 2036 die Erde treffen wird. Er wird aber in einer Höhe passieren, in der sich einige unserer Satelliten befinden. 2068 wird ein Einschlag durch die Jarowski-Verschiebung nicht mehr ausgeschlossen, für wahrscheinlich halten ihn Astronomen aber weiterhin nicht.

Auf Platz eins der Risiko-Liste der ESA ist der 26 Meter große Asteroid 2010 RF12. Dieser hat derzeit eine 7-Prozent-Wahrscheinlichkeit, 2095 die Erde zu treffen. Bis dahin könnte sich diese Zahl durch genauere Beobachtungen noch ändern. 

Asteroiden-Abwehr

An einem Abwehrprogramm gegen gefährliche Asteroiden wird bereits gearbeitet. 2021 wird die NASA zusammen mit der ESA die DART-Mission (Double Asteroid Redirection Test) starten. Dabei soll ein Satellit den Mond des Asteroiden Didymos rammen und so ablenken. 

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