Erdspalten im Meer für revolutionäre Geothermie-Kraftwerke (Im Bild: Ein Schiff, das nach Gasvorkommen bohrt)

Erdspalten im Meer für revolutionäre Geothermie-Kraftwerke (Im Bild: Ein Schiff, das nach Gasvorkommen bohrt)

© REUTERS/ARI RABINOVITCH

Science

Wie fast unendlich Energie aus dem Meeresboden genutzt werden könnte

Die Klimakrise verlangt ein rasches Umdenken in vielen Bereichen sowie ein schnellstmögliches Auskundschaften alternativer Energiequellen. Während unsere Zivilisation noch immer hauptsächlich auf fossilen Treibstoffen aufbaut, schlummern weitgehend ungenutzte und nahezu unversiegbare Energiequellen direkt unterhalb unserer Füße. 

Die Rede ist von der Wärme im Erdinneren, die mittels Geothermie-Kraftwerke angezapft und genutzt werden könnte. Eine neue Idee, wie man diese Energievorkommen sinnvoll, nachhaltig und möglichst einfach nutzen kann, sorgt derzeit für Aufsehen. 

Erdwärme am Meeresgrund nutzen

Der französische Explorationskonzern CGG hat vorgeschlagen, die Erdwärme am Meeresgrund zu nutzen. Dort, wo die tektonischen Platten auseinanderdriften strömt permanent Magma aus dem Erdinneren heraus. Diese Ozeanbodenspreizung (Seafloor Spreading) wäre ideal für das Anzapfen durch Geothermie-Kraftwerke, so CGG in einem Whitepaper

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Wasserstoffproduktion auf hoher See

Da diese Spalten zum Teil weit vom nächsten Ufer entfernt sind, ist es nicht ganz so trivial, die Erdwärme in elektrische Energie umzuwandeln und sie in die Stromnetze einzuspeisen. CGG schlägt vor, die Wärme direkt vor Ort zu nutzen, um etwa grünen Wasserstoff zu produzieren.

Dies sollte gleich direkt auf Schiffen über die Bühne gehen, die dann den Wasserstoff in den nächsten Hafen liefern könnten. Alternativ könnte daraus noch auf hoher See grüner Ammoniak hergestellt werden, so CGG. 

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Ammoniak und Süßwasser

In Form von Ammoniak lässt sich Wasserstoff nämlich einfacher und auf kleinerem Raum speichern. Ammoniak lässt sich also effizienter transportieren und lagern und aus Ammoniak (chemische Formel: NH3) kann auch relativ einfach wieder Wasserstoff gewonnen werden. 

Außerdem könnte Ammoniak künftig als Schiffstreibstoff zum Einsatz kommen. Gleichzeitig könnte die Wärme dazu genutzt werden, das Meerwasser zu entsalzen und daraus trinkbares Süßwasser zu gewinnen, heißt es in dem Whitepaper.

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Patent angemeldet 

CGG hat dieses gesamte Prozedere zum Patent angemeldet. Laut eigenen Angaben, will man dadurch verhindern, dass irgendwelche Patent-Trolle das Anzapfen der Erdwärme in Bereichen der Ozeanbodenspreizungen erschweren oder gar verhindern. 

Der französische Konzern will andere Unternehmen dazu ermutigen, diese Art der Energiegewinnung auszukundschaften. Das Patent wolle man zu "vernünftigen" beziehungsweise "leicht erschwinglichen Kosten" zur Verfügung stellen.

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