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Science
08/15/2020

Heuschrecken-Cyborgs können Bomben erschnüffeln

Nach einem chirurgischen Eingriff können Heuschrecken auf die Suche nach Sprengstoff geschickt werden.

Heuschrecken könnten künftig zum Erschnüffeln von Bomben eingesetzt werden. Zumindest sind Forscher der McKelvey School of Engineering haben herausgefunden, wie das Geruchssystem von Heuschrecken gekapert werden kann, um sowohl explosive Gerüche zu erkennen und sie auch voneinander zu unterscheiden. Und das innerhalb kürzester Zeit.

„Menschen nutzen Schweine, um Trüffel zu finden. Das ist ein ähnlicher Ansatz, einen biologischen Organismus zu nutzen,  etwas ausgefeilter“, sagt Forscher Baran Raman. Zunächst haben haben er und sein Team ein zuvor entwickeltes biorobotisches Wahrnehmungssystem verbessert. Damit können die Hirnaktivitäten der Insekten erkannt und die Geruchsinformationen der Heuschrecken an die Wissenschaftler übermittelt werden, schreibt Techxplore.com.

Zuvor schon haben Forscher der Washington University in St. Louis herausgefunden, dass Heuschrecken gesteuert und ihre "Gedanken" gelesen werden können.

Geruchssinn entschlüsseln

Raman hatte zuvor bereits herausgefunden, dass das olfaktorische System von Heuschrecken entschlüsselt werden kann. Nun haben er und sein Team die Insekten Dämpfen von TNT, DNT, RDX oder Ammoniumnitrat ausgesetzt. Besonders überraschend sei laut Raman, dass die Neuronen je nach Sprengstoff unterschiedlich aktiv waren.

In Folge musste ein Weg gefunden werden, um das Insekt auch in Richtung des Geruchs zu steuern.„Wenn man sich einem Coffee Shop nähert, riecht der Kaffee stärker und wenn man sich wieder entfernt, riecht man ihn weniger. Das sehen wir uns jetzt genauer an“, so Raman. 

Winziges Vehikel

Um das Tier so wenig wie möglich zu verletzten und ihre Hirnaktivität aufzeichnen zu können, haben die Forscher einen chirurgischen Eingriff vorgenommen, um die Elektroden anzubringen. Die explosiven Gerüche wurden über ein Loch in eine Box freigesetzt, während die Heuschrecke in einem winzigen Vehikel herumgefahren wurde.

Wiederum wurde die Hirnaktivität des Insekts untersucht. Je nach Geruch reagierten die Neuronen unterschiedlich. Innerhalb von 500 Millisekunden konnten die Gerüche in die jeweilige Kategorie eingeteilt werden. 

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