© Screenshot/YouTube/Hisashi Ishihara

Science
03/09/2020

Kindlicher Roboter kann Schmerz "fühlen"

Affetto ist mit 116 Mimik-Motoren ausgestattet. So lernt der Roboter, Gefühle auszudrücken.

Forscher der Osaka Universität in Japan haben den kindlichen Roboter Affetto weiterentwickelt, sodass er nun fähig ist, Schmerz zu "fühlen". Die futurezone hatte bereits zuvor über den Roboter berichtet. Genau genommen kann er mithilfe seiner neuen synthetischen Haut und seinen eingebauten taktilen Sensoren zwischen festem und leichtem Druck unterscheiden und somit möglichen "Schmerz" erkennen.

Vorgestellt wurde Affetto schon von neun Jahren – seine äußerst dünne Kunsthaut hat er jedoch jetzt erst erhalten. Laut dem Forschungsteam können Roboter mithilfe der Messung von unterschiedlich starkem Druck lernen, zu verstehen, was emotionaler und physischer Schmerz bedeutet.

Bewegliche Mimik-Punkte

Das eingebaute Schmerz-Sensor-System in Affetto wird von einer künstlichen Intelligenz (KI) angetrieben. Damit kann der Roboter auf verschiedene Empfindungen mit einer Vielzahl von Gesichtsausdrücken reagieren, etwa mit einem Lächeln oder Stirnrunzeln. Unter der dünnen Kunstmembran verstecken sich demnach 116 bewegliche Mimik-Motoren, wie in dem Paper der Forscher beschrieben ist.

„Wir integrieren ein Berührungs- und Schmerz-Nerven-System in den Roboter, damit er Schmerz fühlen kann und Berührung und Schmerz bei anderen verstehen kann. Und falls das möglich ist, möchten wir sehen, ob Empathie und Moral hervortreten können, so Studienautor Minoru Asada.

Das langfristige Ziel der Forscher ist es, mehr realistische „soziale“ Roboter zu entwickeln, die mit Menschen interagieren können. Vor allem älteren Menschen sollen sie als Gesprächspartner dienen.