Das Virus ist nicht identisch mit den bekannten Varianten (Symbolbild)

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Science

So viel wiegen alle Coronaviren der Welt zusammen

Das Coronavirus hat sich im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt verteilt. Doch wie viele Viren sind das und wir schwer wären sie? Das haben sich Forscher*innen des Weizmann Institute of Science gefragt. Ihre Studie ergab: Alle Coronaviren kombiniert wären in etwa so schwer wie ein Apfel oder ein Kleinkind.

Für die Berechnung ging das Team davon aus, dass eine infizierte Person etwa 10 Milliarden bis 100 Milliarden Coronavirus-Partikel in sich trägt. Geht man davon aus, dass seit Ausbruch der Pandemie stets zwischen einer Million und 10 Millionen Personen infiziert waren, haben diese Partikel ein Gesamtgewicht zwischen 100 Gramm und 10 Kilogramm. 

"Verheerendes Chaos"

Das wirft die Frage auf, ob das nun viel oder wenig ist. "In einem größeren historischen Kontext betrachtet besitzt eine Atombombe nur weniger als 100 kg spaltbares Material. Aber sehen Sie sich die Zerstörung an, die von ihr ausging", sagt Ron Milo, Mitautor der Studie gegenüber Live Science. Im Falle des Coronavirus rede man von winzigen Mengen, die "verheerendes Chaos" auf der Welt auslösen, so der Wissenschaftler. 

Um herauszufinden, wie viele Viren ein infizierter Mensch tatsächlich in sich trägt, zogen die Forscher*innen Messungen bei Rhesusaffen zurate. Die Zahl der Viren, die die Tiere während der schlimmsten Infektionszeit in sich trugen, wurden dann aufaddiert. Ein Partikel hat etwa ein Gewicht von einem Femtogramm (10⁻¹⁵ Gramm). Eine Person trägt demnach zwischen einem Mikrogramm und 10 Mikrogramm Viruspartikel in sich. 

3 Mutationen pro Monat

Es ging aber nicht nur um ein Zahlenspiel. Die Forscher*innen wollten herausfinden, wie das Virus menschliche Zellen infiziert und kalkulieren, wie häufig das Virus Mutationen produziert. Dabei berechneten sie, dass während der Infektionszeit einer Person etwa 0,1 Mutation produziert. Geht man von 4 bis 5 Tagen zwischen Infektionen aus, so produziere das Virus 3 Mutationen pro Monat. Das decke sich mit der aktuellen Forschungslage, so die Wissenschaftler*innen. 

Allerdings würde die Viruslast zwischen einzelnen Personen extrem schwanken. So würden einige Menschen im Vergleich zu anderen Infizierten ein millionenfaches an Partikeln in sich tragen. Ob es sich dabei um Superspreader handelt, die Covid-19 aufgrund der erhöhten Virenlast schneller verbreiten, sei noch nicht geklärt. Die Studie ist im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.

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