Fortschritte bei Ladenetz für E-Autos

© APA/dpa/Julian Stratenschulte / Julian Stratenschulte

Science
04/27/2020

Trotz Kohlestrom: E-Autos viel grüner als Verbrenner

Eine Untersuchung ging dem ökologischen Fußabdruck nach, den Elektrofahrzeuge hinterlassen.

Es ist ein beliebtes Argument, das immer wieder von Elektroautogegnern ins Rennen geführt wird: Die strombetriebenen Fahrzeuge seien nur am ersten Blick umweltfreundlich. Die Produktion der Fahrzeuge sowie die des notwendigen Stroms sei unter dem Strich nicht viel grüner, als ein Auto mit Verbrennungsmotor. 

Die europäische NGO Transport & Environment (T&E) hat genau diesem Thema nun eine Untersuchung gewidmet. Auch darauf, dass sich die Stromproduktion von Land zu Land unterscheidet, wurde Rücksicht genommen. Das Ergebnis sind mehrere detaillierte Statistiken darüber, wie viele Emissionen bei einem Elektroauto anfallen. 

Das Ergebnis: Sogar in Polen, wo 30 Prozent der Energie aus fossilen Quellen wie Kohle gewonnen wird, ist ein Elektroauto umweltfreundlicher als Benzin- oder Dieselautos.

In die Statistik fließt neben der Energie für das Fahren auch die Produktion des Autos sowie die des Akkus mit ein.

Die größte CO2-Ersparnis hat man mit einem Elektroauto in Schweden. Im Vergleich zum durchschnittlichen Verbrenner spart man dort 79 Prozent der Emissionen ein, wenn man elektrisch unterwegs ist. Der EU-Schnitt liegt bei 63 Prozent.Österreich ist in der Untersuchung nicht extra ausgewiesen. 

In zwei Jahren sauber

Im Schnitt braucht es bis zu zwei Jahre, bis ein Elektroauto nach der Produktion die CO2-Parität im Vergleich zu einem Verbrenner erreicht. Ab dann ist es mit weniger Emissionen unterwegs, schreiben die Forscher. Schneller geht es, wenn die Produktion von Auto und Akku ebenfalls mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen erfolgen.

Gleichzeitig mit der Studie wurde auch ein Online-Tool veröffentlicht, bei dem man verschiedene Szenarien interaktiv durchrechnen kann.

Was nicht berücksichtigt wird

Die Studie hat allerdings nicht alles berücksichtigt. So wurden etwa die Emissionen bei der Rohstoffgewinnung für Batterien nicht miteingerechnet, genauso wenig wie die beim Batterierecycling. Letzteres hat den Grund, dass es hierzu aktuell einfach noch zu wenige Daten gibt. Erste Erkenntnisse würden jedoch darauf hinweisen, dass die dabei entstehenden Emissionen vernachlässigbar sind. 

Bei dem guten Ergebnis von Schweden muss man außerdem bedenken, dass das Land zwar einen beträchtlichen Teil seiner Energie aus Wasserkraft, aber auch Nuklearenergie bezieht. Bei letzterem fallen zwar nur wenig Emissionen an, dafür aber problematischer Atommüll.

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