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Science

Urlaub im All: Das Geschäft mit dem Weltraumtourismus

Wer gerne luxuriös verreist, hat bislang auf Fünf-Sterne-Hotels, Yachten, Privatflieger und Co. gesetzt. Ein Kurztrip ins All könnte sich in Zukunft in diese Liste einreihen. Vor dem mit Hobby-Astronauten bemannten Flug der SpaceX, der in der Nacht auf Donnerstag startete, unternahmen diesen Sommer bereits die Milliardäre Jeff Bezos und Richard Branson mit ihren eigenen Raumfahrtunternehmen Expeditionen in den Weltraum. Die Starts zeigen: Tourismus im All ist kein ferner Zukunftstraum mehr.

Inspiration4-Mannschaft der nächsten Mission von SpaceX

Die ersten Weltraumtourist*innen

Die hohen Kosten der Raumfahrt waren lange Zeit eine Hürde für private Unternehmen. Bis in die 1990er Jahre erkundeten ausschließlich staatliche Institutionen wie NASA und Co. das All. Private Firmen betraten erst später die Raumfahrtarena. 2000 gründete Amazon-Erfinder Jeff Bezos sein Unternehmen Blue Origin, gefolgt von SpaceX, der Raumfahrtfirma Elon Musks im Jahr 2002 und Virgin Galactic, ins Leben gerufen von Milliardär Richard Branson. Ihr Ziel: Kommerzielle Flüge anbieten und den Weltraumtourismus in Gang bringen.

Weltraumtourist*innen gab es allerdings schon davor. Auch wenn sich der russische Unternehmer Dennis Tito gerne auf die Fahne schreibt, der erste Zivilist im All gewesen zu sein, erkundete bereits zehn Jahre zuvor ein japanischer Journalist als erster zahlender Raumfahrer den Weltraum. Ihm folgten seither nur sieben weitere Privatpersonen auf die International Space Station (ISS).

Machen wir bald alle Urlaub im All?

Die Preise sprechen eher dagegen. Denn der Weltraum befindet sich eher im höheren Segment der Urlaubsdestinationen. Satte 55 Millionen Dollar kostet laut einem Report der NASA ein Flug mit der Crew Dragon von SpaceX, die ihre Passagier*innen in die Erdumlaufbahn schießt. Suborbitale Flüge wie jene von Virgin Galactic kommen hingegen günstiger. 450.000 Dollar zahlen Hobby-Astronaut*innen für einen Platz im SpaceShipTwo des privaten Raumfahrtunternehmens.

Auch die körperlichen Anforderungen sind hoch. Für den SpaceX-Flug mussten die Hobby-Astronaut*innen ganze sechs Monate trainieren. Der Flug ins All ist also nicht nur ein lukrativer, sondern auch ein aufwendiger Spaß.

Was kommt als nächstes?

Viele weitere Raumfahrtprojekte stehen in den Startlöchern.

  • 2022 plant SpaceX gemeinsam mit der Firma Axiom Space (futurezone berichtete) eine weitere Mission zur ISS sowie günstigere Flüge in die Erdumlaufbahn.
  • Noch ambitionierter ist das Projekt dearMoon: Gemeinsam mit SpaceX soll der japanische Milliardär Yusaku Maezawa 2023 bei dieser Mission in einer eigens angefertigten Rakete den Mond umrunden.
  • Virgin Galactic und Blue Origin möchten in Zukunft Routineflüge anbieten, bei denen Passagier*innen einige Sekunden in Schwerelosigkeit schweben.
  • Auch Russland setzt auf Weltraumtourismus. Bereits im Oktober fliegen eine Schauspielerin und ein Regisseur zur ISS, um den ersten Spielfilm im All zu drehen.

Kleinere Raumfahrtunternehmen wie Space Perspective setzen hingegen auf niederschwelligere Projekte. Mit einem Weltraumballon sollen Hobby-Astronaut*innen zukünftig in 30-Kilometer-Höhe die Krümmung der Erde betrachten können. Zwar ohne Schwerelosigkeit zu erleben, dafür aber zu einem abgespeckten Preis. Ein Ticket kostet 125.000 Dollar. Für weltraumbegeisterte Zivilist*innen womöglich ein erschwinglicher Preis.

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Lisa Pinggera

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