© N. Ramírez-Olivencia et al.; NASA, ESA, the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration and A. Evans (UVA Charlot

Science

Spektakuläre Bilder aus den Tiefen des Weltraums

Fast ein ganzes Jahrzehnt haben Astronom*innen an dieser neuen Weltraum-Bildersammlung gearbeitet. Das eingesetzte Radioteleskop LOFAR (Low-Frequency-Array) nutzt über 70.000 Antennen, die in 9 Ländern Europas stationiert sind. Die Verteilung der Antennen ermöglicht es, aus vielen Einzelaufnahmen ein besonders hochauflösendes Bild zu erstellen (Radiointerferometer).

Die neuen Aufnahmen erreichen so das 20-fache der normalen Auflösung eines Radioteleskops. In einer Spezialausgabe des Fachmagazins Astronomy & Astrophysics werden die Bilder und die verwendete Technik genauer beschrieben - wir haben es für euch zusammengefasst.

Verschmelzende Galaxien

Das beeindruckende Bild zeigt einen Wind von der Größe einer Galaxie. Er quillt aus einem staubigen Kern hervor, der gigantischen Geburtsstätte von Sternen. Diese entstand, nachdem 2 Galaxien verschmolzen sind. 

Verschmelzende Galaxien

Supermassives Schwarzes Loch und Hercules A

Die Galaxie Hercules A hat ein supermassives Schwarzes Loch in seinem Zentrum. Es verschlingt Teiles des Gases oder entsendet sie in extrem schnellen Jetstreams. Sie bestehen aus Material, das nicht ins Innere eines Schwarzen Lochs gezogen werden, sondern fließen mit extrem hoher Geschwindigkeit an dessen Pole.   

Die neuen LOFAR-Aufnahmen machen deutlich, dass diese Jetstreams alle 100.000 Jahre zu- und wieder abnehmen. Diese Schwankung sorgt dafür, dass sie sich um Hercules A zu 2 Flügeln geformt haben. Jeder von ihnen ist etwa so groß wie unsere Milchstraße.

Hercules A

Eine weit entfernte junge Galaxie

Das Licht von dieser Galaxie stammt aus einer Zeit, in der das Universum gerade einmal 2,6 Milliarden Jahre alt war. Normalerweise sind solche weit entfernten, relativ jungen Objekte sehr schwierig zu untersuchen, da sie viel zu klein sind. Nun sieht man erstmals ihre Strukturen und wie sie mit ihrer Umgebung interagieren.

Der große orangefarbene Kreis im Zentrum ist die Galaxie, wie man sie in optischem Licht sieht. Der dunkle Punkt in der Mitte ist ihr Kern. Er sendet Jetstreams über den Rand der Galaxie hinaus, die oben und unten zu sehen sind.

Weit entfernte, junge Galaxie

Junge Jets

Das Team konnte mit LOFAR gleichzeitig sehr junge und damit kleinere Jets und alte, sehr große Jets ansehen. Das Bild zeigt die beiden Ströme der Galaxie 3C293. Die Forscher*innen fanden hier Hinweise darauf, dass die Ströme zeitweise unterbrochen wurden.

Junge Jetstreams

Jetstreams verstehen

Insbesondere die Darstellung der Jetstreams war bisher nicht so hochauflösend möglich. Sie werden nur über Radiowellen sichtbar. Die neuen Bilder könnten mehr darüber verraten, wie sie gebildet und gelenkt werden. Die Bildersammlung zeigt die Jetstreams aus mehreren entfernten Galaxien.

LOFAR

Wie effektiv die Technik ist, mit der die Astronom*innen die hohe Auflösung erzielten, zeigt der Vergleich dieser beiden Bilder. Links sieht man die reguläre Auflösung einer Galaxie, rechts die LOFAR-Auflösung.

links: © L.K. Morabito; LOFAR Surveys KSP

rechts: © L.K. Morabito; LOFAR Surveys KSP

LOFAR-Auflösung

Vergleich der Auflösung eines normalen Radioteleskops (links) und LOFAR (rechts)

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