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Start-ups

Start-up hilft, Verschleiß bei Maschinen zu erkennen

Die Beobachtung des Gesundheitszustands von Maschinen und die vorausschauende Wartung, die im Branchenjargon "Predictive Mainantance" genannt wird, ist in der Industrie ein großes Thema. Denn wenn man weiß, in welchem Zustand sich Bauteile von Maschinen befinden und wann sie ausfallen könnten, lassen sich Wartungsarbeiten genau planen und damit erhebliche Kosteneinsparungen erzielen. Zusätzlich wird so die Betriebssicherheit und Einsatzbereitschaft gewährleistet.

Das Wiener Start-up Inmox hat ein neuartiges Messverfahren entwickelt und auch zum Patent angemeldet, die funktionskritische Bauteile in Getrieben und Antriebssträngen automatisiert überwacht. "Verschleißpartikel können mit unserer Lösung vor Ort im Betrieb rund um die Uhr analysiert werden", erzählt Michael Aufreiter, der das Unternehmen im vergangenen Jahr gemeinsam mit Daniel Kagerbauer gegründet hat. "Man weiß, wie sicher oder wie potenziell kritisch der Betrieb ist und wann Wartungsschritte notwendig sind."

Sensoren messen Verschleiß

Die Sensorik zur Überwachung der Verschleißteile wird bei der Lösung des Start-ups im Getriebegehäuse oder in den Schmierleitungen implementiert und kann Verschleißpartikel automatisiert während des Betriebs erkennen und charakterisieren.

Informationen über den Getriebezustand stehen innerhalb weniger Sekunden bereit, mithilfe von maschinellem Lernen wird das Risikopotenzial ermittelt. Die Sensorik des Start-ups kann nicht nur in neue Getriebe, sondern auch in bestehende Anlagen eingebaut werden.

Zum Einsatz kommen soll die Lösung im Windkraftsektor, in der Luftfahrt, etwa bei Hubschraubern, in der Industrie, aber auch im Automotivbereich. "Wir konzentrieren uns auf Getriebe mit entsprechendem Sicherheitsrisiko, deren Wartung viel Geld kostet", erläutert der Gründer.

Entwicklung seit 2019

An dem Verfahren arbeiteten die beiden Absolventen der TU Wien bereits seit 2019. Er habe sich bei seinem Studium schwerpunktmäßig mit Getriebetechnik in der Luftfahrt beschäftigt. Dabei sei auch die Zustandsüberwachung von Maschinen Thema gewesen, erzählt Aufreiter. "Bei den Systemen haben sich viele Probleme gezeigt. Wir wollten effizientere und sicherere Lösungen entwickeln."

Inmox-Gründer Michael Aufreiter und Daniel Kagerbauer

Unterstützt wird das Start-up dabei unter anderem vom Universitätsprofessor Michael Weigand, vom Forschungsbereich Maschinenelemente und Luftfahrtgetriebe an der TU Wien, der auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Unternehmens ist.

Finanzierungsrunde in Vorbereitung

Finanziert wurde die Entwicklung zunächst aus Eigenmitteln der Gründer. Eine Preseed-Förderung der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws)  und eine Förderung der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, um das Patent einreichen zu können, folgten.

Eine Finanzierungrunde wird gerade vorbereitet. Sie sollte bis Mitte des Jahres stehen, erzählt Aufreiter. Auch das derzeit aus den Gründern bestehende Team soll demnächst erweitert und im Laufe des Jahres weiter ausgebaut werden.

Marktstart in 2 Jahren

Derzeit arbeitet das Start-up noch an der Entwicklung des Verfahrens und an Tests mit Prototypen. Mit möglichen Testkunden ist man bereits im Gespräch. Auf den Markt kommen soll die Lösung dann 2024.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Austria Wirtschaftsservice (aws).

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Patrick Dax

pdax

Kommt aus dem Team der “alten” ORF-Futurezone. Beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Innovationen, Start-ups, Urheberrecht, Netzpolitik und Medien. Kinder und Tiere behandelt er gut.

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