Start-ups 19.01.2018

weXelerate: Preise für CyberTrap und Betterspot

© Bild: Raphael Moser/label4

Beim Demo-Day im Wiener Start-up-Hub weXelerte wurde das Security-Start-up Cybertrap mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Der Jury-Preis ging an den VPN-Router Betterspot.

Cyberattacken auf Unternehmen werden zunehmend ausgefeilter. Sind die Ziele attraktiv genug, scheuen Angreifer keinen Aufwand. Im Branchenjargon werden solche zielgerichteten Angriffe Advanced Persistent Threats (APTs) genannt. Das in Wiener Neustadt ansässige Start-up CyberTrap hat eine Lösung entwickelt, mit der sich solche Attacken erkennen und analysieren lassen. Die Angreifer werden dabei - von ihnen unbemerkt - in einen virtuellen geschützten Bereich umgeleitet, wo ihr Tun beobachtet und ausgewertet werden kann. Angriffsmethoden können auf diese Art ebenso ausgemacht werden wie die Ziele und im Idealfall auch die Hintermänner.

Sieger des Publikumsvotings: CyberTrap
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"Wir legen Köder aus, wenn sie von den Angreifern geschluckt werden, können wir viele Informationen gewinnen, Schäden verhindern und die Abwehrsysteme verbessern", sagt Gründer Jack Wagner zur futurezone. Mit seiner Cybersicherheitslösung sicherte sich das 2015 gegründete Start-up, das bereits ein großes Technologieunternehmen und eine europäische Behörde zu seinen Kunden zählt, beim Demo-Day des Wiener Start-up-ZentrumsweXelerate am Freitagabend vor mehr als 1000 Besuchern den Publikumspreis.

Beim Jury-Voting setzte sich Betterspot durch. Das Start-up bietet einen sicheren VPN-Router für WiFi-Netzwerke an.

Finalisten

Insgesamt nahmen 55 Start-ups aus 13 Ländern an der ersten Runde des Akzeleratoren-Programms des Wiener Start-up-Zentrums teil. Sieben davon präsentierten am Freitagabend bei dem Demo-Day ihre Projekte. Darunter auch die Glücks-App hiMoment, die Finanz-App Spendee, der Mini-Defibrilatoren-Hersteller Pocketdefi, die Versicherungsplattform Kasko, und der Hardware-Marktplatz Refurbed, der generalüberholte Produkte von Apple und anderen Herstellern vertreibt.

Christoph Schnedlitz (himoment), Mona Hübl (weXelerate), Sebastian Höfinger (weXelerate), Morteza Alamalhoda (Betterspot), David Neveceral (Spendee), Christiana Bruckner (CyberTrap) und Kilian Kaminski (refurbed)
© Bild: Michael Beck

Bereits am Donnerstag fanden Präsentationen vor Investoren, darunter auch zahlreiche internationale Geldgeber, statt. "Wir haben gutes Feedback bekommen", sagt CyberTrap-Gründer Wagner. Er sucht gerade Investoren, um die Internationalisierung seines Unternehmens voranzutreiben. Die Teilnahme an dem weXelerate-Programm habe den Zugang zu Kunden erleichtert.

Mehrere Investoren hätten sich an seinem Start-up interessiert gezeigt, sagt auch Christoph Schnedlitz von hiMoment (futurezone-Bericht). "Wir haben vor allem von dem Netzwerk profitiert", sagt Andreas Janecek vom Wiener Start-up Robimo, das ebenfalls an dem weXelerate-Programm teilnahm und Drohnen für Film- und Werbeaufnahmen anbietet, aber auch im Bereich der 3D-Modellierung und der Bilderkennung tätig ist. In dem Start-up-Zentrum arbeitete Robimo mit heimischen Unternehmen unter anderem bei Digitalisierungslösungen zusammen.

Zusammenarbeit mit Corporates

Die an dem Akzeleratoren-Programm teilnehmenden Start-ups konnten Büroflächen in dem Start-up-Zentrum nutzen und kooperierten in den vergangenen Monaten in dem Innovationszentrum mit großen Firmen aus den Bereichen Finanzen, Versicherungen, Energie, Infrastruktur und Medien. Insgesamt wurden rund 20 gemeinsame Projekte zwischen Start-ups und Industrie-Partnern initiiert, sagt weXelerate-Geschäftsführer Stephan Jung.

Teilnehmer der ersten Runde des weXelerate-Programms
© Bild: Michael Beck

Die Start-ups wurden von Mentoren betreut, konnten zahlreiche Weiterbildungsangebote nutzen und auf Dienstleistungen von Service-Parntern zurückgreifen. Daneben gab es ein breites Angebot an Podiums-Diskussionen und Netzwerk-Veranstaltungen. Mehr als 8000 Besucher wurden laut Jung seit der Eröffnung Ende September bei weXelerate gezählt.

Nächste Runde im März

Die Auswahl der Start-ups für die nächste Runde des Programms ist bereits im Gange. Mehr als 850 junge Unternehmen haben sich dafür beworben. Gesucht werden Start-ups aus den Bereichen Medien, Banking und Fintech, Insurance, Engineering, Energy und Utilities, Blockchain, künstliche Intelligenz, Mobility und Security. Die Teilnehmer der nächsten Runde des Programms sollen spätestens Anfang Februar bekannt gegeben werden. Anfang März werden sie dann für vier Monate in das Start-up-Hub am Donaukanal einziehen.

( futurezone ) Erstellt am 19.01.2018