WhatsApp targeted by remotely installed surveillance software

© EPA / HAYOUNG JEON

Apps

Verstößt WhatsApp gegen Apples App Store Guidelines?

Die „Gnadenfrist“ bei WhatsApp für alle Nutzer*innen, die den AGB nicht zustimmen wollten, ist vorbei: WhatsApp hat nach dem Ablauf der Verlängerungsfrist ernst gemacht, und den Zugriff auf die Nachrichten verhindert, sofern man als Nutzer*in nicht die Aktualisierung der App runterlädt - und in Folge den neuen AGB zustimmt. Rund um diese AGB gab es viel Wirbel, so will Facebook, der Konzern, der WhatsApp besitzt, letztendlich mit seiner Messenger-App einmal Geld verdienen und den Dienst entsprechend monetarisieren.

Klare App Store Regeln

Doch es könnte sein, dass Facebook mit dem Zwang, Nutzer*innen zum Akzeptieren der neuen AGB zuzustimmen, gegen die Guidelines von Apples App Store verstößt. Die App Store Guidelines 3.2.2. untersagt an und für sich, das mit einer Einschränkung der Funktionalität gedroht werde. „Apps sollten Nutzer*innen nicht dazu zwingen, die Apps zu bewerten, andere Apps runterzuladen, auf Werbungen klicken zu müssen, Tracking zwangszweise einzuschalten oder andere, ähnliche Aktivitäten durchführen, um Zugang zur Funktionalität zu erhalten“, heißt es darin etwa.

Das würde bedeuten, dass WhatsApp mit seiner aggressiven Methode, die Nutzer*innen zu ihrer Zustimmung zu den AGB zu bewegen, auf Apple-Geräten eigentlich nicht erlaubt ist. Ob die Regeln allerdings wirklich anwendbar sind, ist nicht ganz klar, denn der zitierte Absatz bezog sich in erster Linie auf Bezahl-Apps und WhatsApp ist (bisher) kostenlos zugänglich.

Die Praxis von WhatsApp hinterlässt bei Nutzer*innen auf jeden Fall einen fahlen Beigeschmack.

Apple muss entscheiden

Entscheiden muss dass am Ende Apple selbst. Im schlimmsten Fall droht WhatsApp das Aus auf Apple-Geräten, aber Apple hat sich bisher noch nicht dazu geäußert. Der Konzern hat allerdings vor kurzem klare Regeln gegen das Tracking von Nutzer*innen eingeführt, sehr zum Leidwesen von Facebook. Denn kaum jemand stimmt dem Tracking freiwillig zu, wenn er oder sie die Wahl hat.

Wenn Nutzer*innen WhatsApp nach diesem AGB-Zwang jetzt endgültig den Rücken kehren wollen, gibt es allerdings zahlreiche Alternativen wie Threema, Signal oder Wire. Was die neuen AGB von WhatsApp für Nutzer*innen bedeuten, haben wir hier zusammengefasst. Vor dem Kettenbrief, dass Facebook eure Einstellungen geändert hat und ihr jetzt Gruppennachricht von allen bekommen könnt, braucht ihr euch hingegen nicht fürchten. Es lohnt sich aber dennoch, einen kurzen "Check" eurer WhatsApp-Einstellungen durchzuführen

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare