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B2B
08/13/2019

Tumblr wird verkauft, das Porno-Verbot soll bleiben

Das US-Telekomunternehmen Verizon trennt sich von der Blogging-Plattform Tumblr.

Die Blog-Plattform Tumblr bekommt einen neuen Besitzer. Die Firma Automattic, die hinter der bekannten Blogging-Software WordPress steckt, kauft Tumblr dem amerikanischen Telekommunikations-Riesen Verizon ab. Er wolle Tumblr unverändert fortführen, sagte Automattic-Chef Matt Mullenweg dem „Wall Street Journal“ am Montag.

Tumblr war 2013 vom Internet-Konzern Yahoo übernommen worden. Die damalige Yahoo-Chefin Marissa Mayer wollte dringend mehr junge Nutzer zu dem Web-Pionier lotsen und war deswegen bereit, gut eine Milliarde Dollar für Tumblr hinzublättern.

Tumblr wurde unter dem Dach von Yahoo allerdings nicht zu einer so großen Erfolgsgeschichte wie die von Facebook für einen ähnlichen Betrag gekaufte Fotoplattform Instagram. Nach einem langen Niedergang wurde das Webgeschäft von Yahoo schließlich im Jahr 2017 von Verizon übernommen, für rund 4,5 Milliarden Dollar. Damit wanderte auch Tumblr zu Verizon.

Massiver User-Schwund nach Porno-Verbot

Verizon soll laut Medienberichten bereits seit dem Frühjahr nach einem Käufer für Tumblr gesucht haben. Der einzige Interessent sei die Porno-Plattform Pornhub gewesen, schreibt Axios. Doch Tumblr hatte erst im Dezember 2018 pornografische Inhalte auf seiner Plattform verboten. Auf der Blogging-Plattform wurden zuvor offenbar Kinderpornos gehostet, was schließlich zum Porno-Verbot führte.

Nach dem Verbot für "Erwachseneninhalte" sind die Zugriffe der Blogging-Plattform massiv zurückgegangen. Drei Monate nach dem Verbot hatte Tumblr ein Drittel seiner Nutzer verloren. Der neue Eigentümer will das Porno-Verbot beibehalten.

Wie viel sich Automattic den Zukauf kosten lässt, wurde nicht mitgeteilt. Nach Informationen der Website „Axios“ liegt der Kaufpreis „deutlich unter 20 Millionen“. Der Betrag sei für Verizon nicht bedeutend, schrieb das „Wall Street Journal“. Das einstige Yahoo-Geschäft kämpft auch als Teil des Telekom-Konzerns mit sinkenden Werbeerlösen.