© People's Liberation Army Air Force (PLAAF) / Weibo

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Das ist Chinas eigene "Mutter aller Bomben"

Die chinesische Luftwaffe hat in einem Promovideo auf der Social-Media-Plattform Weibo eine bisher unbekannte Bombe gezeigt. Sie zeigt Ähnlichkeit zur amerikanischen "Mother of all Bombs" (Mutter aller Bomben). Die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast erhielt den Spitznamen aufgrund ihrer Abkürzung MOAB.

Der Journalist Rupprecht Deino schreibt auf Twitter, die Aufnahme erinnere an die amerikanische BLU-82B, ein kleineres Vorgängermodell der MOAB. Sie könne aus dem chinesischen Bomber Xian H-6K abgeworfen werden. 

Enorme Sprengkraft

Bei solchen thermobaren Bomben werden bei einer Explosion Aerosole freigesetzt, die sich entzünden. Zudem breitet sich eine Druckwelle aus. Anschließend entsteht ein Unterdruck, der die Luft um den Explosionsherd herum wieder in dessen Zentrum zurückzieht. Das sorgt unter anderem für Sauerstoffverlust und ist auch für Menschen und Tiere tödlich, die vor der Explosion selbst geschützt waren.

Die MOAB hat eine Sprengkraft von 11 Tonnen TNT, wiegt 9,5 Tonnen und ist über 9 Meter lang. 2017 setzten die USA sie in Afghanistan ein. Die russische Version, auch als "Vater aller Bomben" bezeichnet, soll 7 Tonnen schwer sein und eine Sprengkraft von 44 Tonnen TNT haben. Sie wurde 2007 getestet.

Über die im chinesischen Promovideo gezeigte Bombe sind bisher keine technischen Details bekannt. Ob die darauffolgenden Bilder von der Explosion einer Trainingsanlage mit dieser Bombe zusammenhängen ist unklar.

Äußerlich sind lediglich ein Zünder an der Vorderseite und 6 Flügel am Heck sichtbar. Die Form deutet nicht darauf hin, dass die Bombe einen Lenkmechanismus hat.

Chinesische MOAB

In einem inzwischen entfernten Artikel der staatlichen chinesischen Zeitung Global Times (hier im Internet Archive) wurde die Bombe 2019 als mehrere Tonnen schwere chinesische Version der "Mother of all Bombs" bezeichnet. Sie sei so schwer, dass der H-6K-Bomber nur jeweils eine transportieren könne. Sie soll zwischen 5 und 6 Meter lang sein.

Damit könne man verstärkte Gebäude und Verteidigungsanlagen komplett zerstören. Zudem könne man Landeplätze für Militärpflugzeuge schaffen, weil die gewaltige Druckwelle Bäume und andere "Hindernisse" aus der Landschaft fegt.

Der Einsatz vergleichbarer Bomben zeigt, das damit insbesondere Tunnel und Höhlen angegriffen werden. Das brennbare Aersosol kann nämlich durch feine Ritzen eindringen. Befestigungsanlagen bieten zudem nur wenig Schutz von der Sogwirkung nach der eigentlichen Explosion, die innere Organe von Lebewesen schädigt oder gar zerstört.

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