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Firma bestreitet Mitarbeit bei Kaufhaus Österreich

Das Kaufhaus Österreich ist inzwischen keine Plattform mehr, auf der man nach Online-Shops heimischer Händler suchen kann. Sie gibt nun Tipps, wie man sich gut im E-Commerce positioniert. In einer parlamentarischen Anfragebeantwortung hatte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck unter anderem die Firma hpc DUAL als Subauftragnehmer für die Umsetzung aufgeführt.

Einen Bericht der futurezone darüber kommentierte das Unternehmen auf Facebook mit den Worten: "Wir von hpc DUAL sind- und waren nie Sub(Dienstleister) des LFRZ oder BRZ im Rahmen des Kaufhaus Österreich. Leider werden wir hier namentlich genannt: FAKE NEWS."

hpc DUAL streitet Mitarbeit ab

Auf Anfrage der futurezone bestätigte hpc-DUAL-CEO Josef Schneider zunächst: "Wir waren zu keiner Zeit als Dienstleister beauftragt, weder bei der Umsetzung noch konzeptionell. Es gibt keinerlei Berührungspunkte mit dem Projekt Kaufhaus Österreich". Man habe den Auftrag erhalten, für das Unternehmensservice-Portal des Wirtschaftsministeriums Unterlagen für Webinare zur Förderung des E-Commerce zu erstellen.

Dabei handelt es sich um Videos, die von einem Subauftragnehmer der hpc DUAL erstellt und geliefert wurden, so Schneider. Wer die Videos erstellt hatte, teilte hpc DUAL nicht mit, auch die Zahl der Videos wurde nur auf 8 geschätzt. Dass sie für das KHÖ verwendet werden, sei zu diesem Zeitpunkt nicht klar gewesen, eigentlich sollten sie auf dem Unternehmensservice-Portal auftauchen, so Schneider. 

Firma wusste von nichts 

Wie kam es also dazu, dass die Firma trotzdem in der Liste der Ministerin auftaucht? In der Antwort der Ministerin Schramböck wird nicht aufgeführt, welche Dienstleistungen die genannten Firmen erbracht haben und auch nicht wie viel der ungefähr 627.000 Euro, die für die Erstellung der Plattform fällig wurden, an die einzelnen Unternehmen flossen. 

Das Wirtschaftsministerium räumt gegenüber der futurezone ein, dass die Videos als allgemeines Best-Practice-Beispiele angefertigt und erst später, ohne das Wissen von hpc DUAL, auch beim Kaufhaus Österreich verwendet wurden. 

Videos nicht mehr abrufbar

In den Videos seien CEOs verschiedener Unternehmen zu Wort gekommen, die über die Vorteile von E-Commerce sprachen. Zu sehen sind die Inhalte auf der aktuellen Version des KHÖ aber nicht. Sie sollen aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder abrufbar werden, so das BMWD. Die Videoproduktion wurde in die Kosten für das Kaufhaus Österreich aber mit einberechnet.

hpc DUAL ist ein elektronischer Zustelldienst und arbeitet in dieser Funktion bereits mit dem Wirtschaftsministerium zusammen. Es ist etwa als ein Dienstleister für die elektronische Zustellung behördlicher Schriftstücke zugelassen. Der Zustelldienst habe den Auftrag für die Videoproduktion aufgrund seines Rahmenvertrags mit dem BRZ erhalten, so ein Sprecher des BMWD gegenüber der futurezone.

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Franziska Bechtold

frau_grete

Liebt virtuelle Spielewelten, Gadgets, Wissenschaft und den Weltraum. Solange sie nicht selbst ins Weltall kann, flüchtet sie eben in Science Fiction.

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