Digital Life
31.12.2017

Lootbox ist das IT-Unwort des Jahres 2017

Die futurezone-Leser haben abgestimmt. Das Unwort des Jahres ist die bei Gamern verhasste Lootbox. Überraschend unbeliebt ist auch die Datenschutzgrundverordnung.

Wir haben euch vor einiger Zeit gefragt, welches euer persönliches IT-Unwort des Jahres 2017 war. Die Resultate unserer Abstimmung stehen nun fest. Der Kampf um die unrühmliche Spitze war in diesem Jahr enger als sonst. Mit 13,46 Prozent der abgegebenen Stimmen hat sich das Wort "Lootbox" durchgesetzt. Vor allem der Skandal rund um EA Games und sein Spiel " Star Wars Battlefront 2" ließ viele Spieler vor Wut kochen.

Zahle und gewinne

In immer mehr Spieletiteln begegnen ihnen die so genannten Lootboxen, die gegen Bezahlung von echtem Geld die Möglichkeit eines Vorteils im Spiel verheißen. Viele Gamer halten das Konzept jedoch für reine Abzocke. Sie sehen nicht ein, warum sie neben dem Preis für ein Spiel zusätzlich zahlen sollen, etwa um bestimmte Charaktere freizuschalten.

Bei Star Wars Battlefront 2 wurde das Ganze soweit ausgereizt, dass der Community der Kragen platzte. Über EA zog ein Shitstorm hinweg. Das Spielestudio gab klein bei und deaktivierte die In-Game-Käufe. Kenner der Branche fürchten jedoch, dass es sich nur um vorübergehende Image-Kosmetik handelt und Lootboxen auch weiterhin in Spielen auftauchen werden. Immerhin gibt es Bestrebungen von Staaten (Belgien) und Unternehmen (Apple), die Lootbox-Verbreitung zu regulieren.

Was wer wissen darf

Auf Platz zwei der Wahl zum IT-Unwort des Jahres landete die Datenschutzgrundverordnung. 12,13 Prozent unserer Leser stimmten dafür ab. Über die Gründe für die Nominierung des im Mai 2018 in Kraft tretenden EU-Regelwerks kann nur spekuliert werden. Möglicherweise missfällt der Begriff einigen von euch aus rein phonetischen Gründen. Dabei ist das Wortungetüm noch um ein paar Buchstaben kürzer als etwa die Registrierkassensicherheitsverordnung (mit 10,81 Prozent im Voting auf Platz vier gelandet).

Möglicherweise ist einigen die Datenschutzgrundverordnung zu oft begegnet oder die Unternehmer unter euch, die sich nun mit der Anpassung ihrer eigenen Methoden der personenbezogenen Datenverarbeitung herumschlagen müssen, haben sich hier durchgesetzt. Man weiß es nicht. Für Privatpersonen sollte die EU-Datenschutzgrundverordnung jedenfalls mehr Transparenz und mehr Kontrolle über persönliche Daten bringen.

Vertrauenswürdige Daten

Platz drei belegte mit 11,82 Prozent eurer Stimmen die Blockchain. Das Wort tauchte 2017 fast täglich in unseren Artikeln auf. Der Hype um Bitcoin befeuerte den Drang von Unternehmen in aller Welt, zu erforschen, wie man dezentrale, verschlüsselte und vertrauenswürdige Netzwerke zum eigenen Vorteil nutzen kann. Mehrere heimische Energieunternehmen experimentieren mit der Blockchain ebenso wie Banken und Regionalverwaltungen.

Das geschäftige Treiben rund um die Blockchain ermöglichte bemerkenswerte Entwicklungen, etwa massive Investitionen in virtuelle Kätzchen oder Sexpartner-Vermittlung mit größtmöglicher Anonymität. Unternehmen mussten Blockchain nur in ihren Namen aufnehmen, um Investoren plötzlich wie Fliegen anzulocken. Hinter der Registrierkassensicherheitsverordnung (wie erwähnt auf Platz vier) landete dementsprechend auch das Wort Bitcoin mit 10,19 Prozent der Stimmen auf Platz fünf.

Der Rest

Auf den weiteren Rängen der Wahl zum IT-Unwort des Jahres 2017:
6. Cryptocurrency (6,73 Prozent)
6. (ex aequo) Netzneutralität
8. Digitalisierung (6,52 Prozent)
9. Emoji (5,91 Prozent)
10. Face ID (5,81 Prozent)

Nachlese: Das IT-Unwort des Jahres 2016