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Digital Life

ORF will GIS-Gebühren für Streaming

Der Stiftungsrat hat im Dezember 2020 das Dokument „Strategie ORF 2025“ abgesegnet. Darin wird beschrieben, mit welchen Maßnahmen der ORF vom Rundfunkanbieter zum Plattformbetreiber werden will. Netzpolitik.org hat das Dokument erlangt und veröffentlicht.

Besonders häufig wird in dem Dokument der ORF-Player erwähnt, mit dem der ORF sein Streamingangebot umgestalten will. Im Gegensatz zum derzeitigen Streaming des ORF, wird dieser aber nicht für alle zugänglich sein.

Nur für GIS-Zahler

In dem Dokument steht: „wesentliche Inhalte des ORF-PLAYERS werden nur mit einem von der GIS zur Verfügung gestellten Registrierungscode nutzbar sein.“ Damit gibt es quasi eine Bezahlschranke für das Streaming –zumindest für die User, die die ORF-Angebote zur Zeit streamen, ohne GIS-Gebühren zu bezahlen.

Was die „wesentlichen Inhalte“ sind, ist nicht bekannt. Dies könnten etwa alle ORF-Eigenproduktionen, inklusive den Nachrichtensendungen, sowie Sportübertragungen sein, für die der ORF die Lizenzen erworben hat. Immerhin würde es auch einen Vorteil geben. Wenn sich Österreicher im Ausland befinden, können sie im ORF-Player eingeloggt das Länderspiel der österreichischen Nationalmannschaft streamen, ohne Geoblocking.

Personalisiert

Weniger erfreulich ist, dass der ORF dann präzise Daten erhält, wer, oder zumindest welcher Haushalt, wann was auf welchem Gerät wie lange angesehen hat. Datenschützer sind deshalb alarmiert.

Erschwerend kommt hinzu, dass der ORF-Player in dem Dokument mit den Worten „On Demand, Personalisierung, User-Zentriertheit, Kooperation, Longtail-Entwicklung, Vernetzung von Devices/Customer Journey, Economies of Scale“ beschrieben wird.

Dies könnte darauf hindeuten, dass Nutzer aufgrund ihres Sehverhaltens analysiert werden und personalisierte Werbung angezeigt bekommen. „Kooperation“ könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Daten mit anderen Unternehmen geteilt werden.

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