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Geld sparen: 5 Tipps für den Wechsel von Strom- und Gasanbieter

Seit Ausbruch der Pandemie verbringen Menschen viel Zeit zu Hause. Sei es tagsüber im Homeoffice anstatt im Büro oder abends in der Küche anstatt im Restaurant. Das spiegelt sich auch im Gas- und Stromverbrauch wider, der durch Heizung, Computer, Kaffeemaschine oder Herd in den eigenen 4 Wänden anfällt.

Das kann ins Geld gehen: Die Energiepreise für Haushalte sind laut dem aktuellen Energiepreisindex im Jahresvergleich um 5 Prozent angestiegen. Der erhöhte Verbrauch dürfte sich auch auf vielen Stromrechnungen zeigen, bei denen schmerzhafte Nachzahlungen fällig werden.

Das ist auch ein passender Moment, bei dem man über einen Wechsel des Energieanbieters nachdenken sollte. Nicht selten lassen sich so hunderte Euro jährlich einsparen. Die futurezone gibt Tipps für den Wechsel.

1. Verbrauch erheben

Um zu wissen, mit welchem Strom- oder Gasanbieter man am günstigsten fährt, muss man zuerst seinen Verbrauch erheben. Am einfachsten ist es, als Ausgangswert den Vorjahresverbrauch herzunehmen. Jenen findet man auf seiner Rechnung. Sowohl bei Strom als auch bei Gas ist die Einheit Kilowattstunden bzw. kWh.  

Wer noch keine Vergangenheitsdaten hat – etwa, weil er oder sie gerade umgezogen ist – muss mit Schätzwerten arbeiten. Im Schnitt kann man bei einem Single-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 2.000 kWh pro Jahr rechnen, ein 2-Personen-Haushalt kommt auf 3.000 kWh. Bei 3 Personen sind es 4.000 kWh. Beim Gasverbrauch kann man pro 10 Quadratmeter Wohnfläche von einem jährlichen Verbrauch von etwa 1.400 kWh ausgehen. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung kommt also auf 9.800 kWh im Jahr. Aber obacht: Diese gängigen Durchschnittswerte berücksichtigen keine Pandemie.

Die Angaben sollten aber wirklich nur dann herangezogen werden, wenn keine besseren Daten vorliegen. Strom- und Gasverbrauch sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und können darum stark variieren.

Dog adjusting comfort temperature on radiator

2. Vergleichen: Das gilt es zu beachten

Kennt man seinen Jahresverbrauch, kann man sich an ein Vergleichsportal wenden und anhand dessen den günstigsten Anbieter finden. In Österreich haben sich dafür der Tarifkalkulator der Regulierungsbehörde E-Control sowie die privaten Vergleichsportale durchblicker.at oder Compera.at etabliert. Die beiden letzteren sind für die Kund*innen gratis – sie finanzieren sich durch Provisionen der Energieanbieter, wenn sie Verträge vermitteln. Wer Energiepreise für sein Unternehmen vergleichen möchte, kann das beim Gewerbe-Tarifkalkulator der E-Control tun.

Beim Vergleich sollte man die Mindestvertragsdauer beachten sowie den Zeitraum, für den der angegebene Energiepreis garantiert ist. Für umweltbewusste Konsument*innen kann beim Strom außerdem nach Anbietern erneuerbarer Energie gefiltert werden.

Rabatte kann es auch dann geben, wenn man zu Vorauszahlung bereit ist, oder lediglich eine elektronische Rechnung benötigt. Der Punkt Rechnung aus einer Hand besagt, dass der jeweilige Energieanbieter auch die Netzgebühren verrechnet. Hat man keine Rechnung aus einer Hand, bekommt man vom Netzbetreiber noch eine separate Rechnung – in Wien etwa von den Wiener Netzen. Auf die Gesamtkosten hat das in der Regel aber keine Auswirkungen.

Besondere Beachtung sollten man allfälligen Wechselboni schenken, dazu im nächsten Punkt mehr.

3. Vorsicht vor Wechselbonus

Bei einem Wechselbonus handelt es sich in der Regel um einen einmaligen Rabatt der Anbieter, der sich nur auf das erste Jahr bezieht. So kann es sein, dass manche Versorger trotz eigentlich hoher kWh-Preise im 1. Jahr besonders günstig sind. Dadurch landen sie auch auf den Vergleichsportalen auf den vorderen Plätzen. Deutlich teurer wird es dann zumeist ab dem 2. Jahr, wo keine Boni mehr ausbezahlt werden.

Das heißt nicht, dass die Angebote mit Wechselbonus per se schlecht sind – im 1. Jahr kommt man mit ihnen tatsächlich günstig weg. Nach einem Jahr sollte man aber wieder vergleichen und gegebenenfalls wechseln, weil es sonst sein kann, dass man die Ersparnis wieder verspielt.

Wer sich nicht mit Wechselboni herumschlagen möchte, kann sie bei den verschiedenen Vergleichsportalen auch ausnehmen bzw. derartige Angebote herausfiltern.

FILE PHOTO: Locals walk past Eskom's electricity pylons as they return from work in Orlando

4. So wechselt man

Hat man sich für einen Anbieter entschieden, heißt es wechseln. Dafür hat man in der Regel 2 Möglichkeiten: Entweder man wechselt über ein Online-Formular auf der Webseite des jeweiligen Energieanbieters, oder man beauftragt dazu das jeweilige Vergleichsportal. Bei letzterem muss man bedenken, dass man seine Daten dazu an das Portal weitergeben muss.

Notwendig für die Anmeldung sind Adresse, Zählpunktbezeichnung sowie Kontodaten zum Abbuchen der Gebühren. Das Abmelden vom alten Anbieter sowie alle weiteren Formalitäten, übernimmt dann der neue Versorger.

Bei manchen Netzbetreibern müssen Kunden im Rahmen des Wechsels den aktuellen Zählerstand bekannt geben. Hier empfiehlt es sich, die Zahl nicht nur schriftlich festzuhalten, sondern auch ein Foto vom Zählerstand zu machen, falls es später zu Unstimmigkeiten kommen sollte.

5. Automatisch wechseln

Obwohl das manuelle Vergleichen und Wechseln mit überschaubarem Aufwand möglich ist, wollen es manche Menschen dennoch nicht auf sich nehmen bzw. jährlich daran denken müssen. Für jene könnte das Angebot von Energy Hero interessant sein. Das Start-up wechselt Strom- und Gaskunden automatisch zum günstigsten Anbieter.

Dazu muss man dem Unternehmen allerdings eine Vollmacht ausstellen. Außerdem wird eine Gebühr fällig. Jene soll laut Energy Hero aber nie die durch den Wechsel erlangte Ersparnis überschreiten.

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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