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Games
09/24/2020

Warum die PS5- und Xbox-Vorbestellungen so chaotisch verlaufen sind

Die Vorbestellungen beider neuen Konsolen liefen aus unterschiedlichen nicht ideal ab.

von Franziska Bechtold

Sony und Microsoft haben sich bei den Ankündigungen ihrer neuen Konsolen besonders lange Zeit gelassen. Datum und Preis wurden erst spät bekannt gegeben. Dass die Zahl der Konsolen zu Beginn begrenzt ist und nicht jeder eine PS5 oder Xbox Series X oder S vorbestellen kann, war bereits bekannt. So hatte Sony zwar versprochen, mehr Konsolen bereitzustellen als noch beim Launch der PS4, trotzdem ist die Stückzahl eben begrenzt. Doch die geringe Stückzahl war nicht das Problem, an dem die beiden Hersteller scheiterten. 

So hatte Sony ursprünglich versprochen, dass PlayStation-Kunden sich vorab registrieren können, um die Konsole möglicherweise früher vorbestellen zu können. Da Sony aber sehr plötzlich nach der Bekanntgabe von Preis und Verkaufsstart verkündete, die Bestellungen bei ausgewählten Händlern am kommenden Tag entgegenzunehmen, herrschte Unklarheit darüber, was das für internationale Kunden bedeutete.

Chaos bei Sony

So schalteten einige Online-Shops hierzulande die Bestellungen um Mitternacht frei. Nur wer zufällig noch wach war, die Präsentation verfolgt hatte und bei gängigen Shops nachschaute, konnte zuschlagen. Denn Sony kommunizierte auch nicht, bei welchen Händlern die Konsolen verfügbar sind. In Österreich sind das Amazon, Media Markt und Saturn. Und auch hier war vor allem die PS5 Digital Edition in kürzester Zeit vergriffen. 

In Deutschland mussten zahlreiche Händler, darunter Conrad und Otto, Vorbestellungen wieder canceln, da durch einen technischen Fehler mehr Konsolen verkauft wurden, als das Kontingent hergab. Weltweit gab es ähnliche Probleme, wie GamesWirtschaft berichtet. 

Sony hat inzwischen eingesehen, dass die Vorbestellungen nicht ideal verlaufen sind. In einem Tweet kündigte das Unternehmen an, den Händlern weitere Exemplare der Konsolen zur Verfügung zu stellen. Ob das auch für Österreich gilt und wann das zusätzliche Kontingent freigeschaltet wird, ist derzeit noch unklar. 

Händler-Verwirrung bei Xbox

Xbox hatte sich scheinbar besser auf den Launch vorbereitet. So hatte man eine Woche vorher das Datum für den Start der Vorbestellungen bekannt gegeben. In einem Tweet gab es noch einen kleinen Seitenhieb gegen Sony: "Keine Sorge - wir werden euch die exakte Zeit mitteilen, zu der die Vorbestellungen starten", hieß es dort. 

Die Stores funktionierten am 22. September, die Konsolen ließen sich in den Warenkorb legen. Doch beim Check-Out war für viele Kunden dann Schluss. Die Vorbestellung konnte nicht durchgeführt werden. Gegenüber der futurezone hieß es, dass die Konsolen vermutlich vergriffen seien.

Bei Amazon und Libro waren die Geräte erst gar nicht im Angebot. Media Markt führt erst nur die abgespeckte Variante, Series S, später fügte man die Series X hinzu. Die Series S kann derzeit noch bei Media Markt und GameStop vorbestellt werden.  

Einige Kunden waren so irritiert davon, dass Amazon keine Xbox Series X im Angebot hatte, dass sie versehentlich die aktuelle Xbox One X kauften. Die Verkäufe der alten Konsole stiegen kurzzeitig um 747 Prozent, wie der Twitter-Nutzer Andrew Alerts vermeldete.

Auch Microsoft versprach, das Kontingent der Konsolen aufzustocken. Ab 10. November sollen weitere Exemplare verfügbar sein. Dann startet der offizielle Verkauf der Xbox Series X. 

Kauf-Bots 

Neben der nicht ganz durchdachten Planung der beiden Firmen könnten auch Bots ein Grund dafür sein, warum die Konsolen so schnell ausverkauft waren. Sie könnten große Mengen aufgekauft haben, bevor ein Mensch überhaupt auf den "Bestellen"-Link hätte klicken können. Ein Blick auf Ebay zeigt, dass die Konsolen dort zu Preisen zwischen 600 und 3.000 Euro angeboten werden. Da hier sicherlich auch Fälschungen zu finden sind, sollte man von einem Kauf absehen.

Nvidia hatte beim Verkaufsstart der neuen Grafikkarte RTX 3080 ebenfalls Probleme mit Bots. Hier war der Kauf gar nicht erst möglich, da die Karte in Sekundenschnelle aufgekauft wurde. Sie landeten zu Preisen bis 70.000 Euro auf ebay. Nvidia versprach aber, alle Bestellungen nochmals manuell zu prüfen. Das ist keine Seltenheit und tritt besonders häufig bei stark nachgefragten Produkten auf. 2019 hatte ein Skatershop mit einer Aktion solche Betrüger ausgetrickst. Statt der Turnschuhe hatten die Bots lediglich die Produktbilder gekauft.

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