Meinung 11.04.2018

Nicht alles glauben, was Mark Zuckerberg sagt

© Bild: AP / Andrew Harnik

Wie sollen Nutzer verstehen, was mit ihren Daten passiert, wenn es nicht einmal der Facebook-Chef tut? Ein Kommentar.

Viel soll sich ändern bei Facebook, wenn man den Worten von Mark Zuckerberg Glauben schenkt. Er versprach bei der stundenlangen Anhörung vor dem US-Senat zahlreiche Überprüfungen und Untersuchungen, etwa bei den Apps von Drittanbietern. Doch bei anderen, heiklen Themen vertröstete der Facebook-Chef die Senatoren geschickt. Etwa bei der Frage, ob Facebook Daten über seine Nutzer sammle, nachdem sich diese auf einem Gerät ausgeloggt haben. Dazu gab es in Europa bereits mehrere Beschwerden und Gerichtsprozesse und daher wirkt es mehr als unglaubwürdig, wenn Zuckerberg sagt, dass er es nicht weiß und ausweichend auf sein Team verweist. Je heikler das Thema, desto unverbindlicher die Antworten.

Zuckerberg betont immer wieder, dass er die „Verantwortung“ übernehmen will. Doch auch diese Worte wirken geheuchelt. Jeder Facebook-Nutzer „sollte Kontrolle darüber haben, wie seine Informationen verwendet werden“, sagte Zuckerberg während der Anhörung. Doch wie soll das funktionieren, wenn nicht einmal der Firmen-Chef darüber Bescheid wie das mit dem Datensammeln wirklich gemacht wird?

Monopolist

Der Facebook-Gründer, der nahezu all seine Konkurrenten – wie Instagram oder WhatsApp - aufgekauft hat, will in seinem geschaffenen Netzwerk zudem „kein Monopol“ sehen – eine Ansicht, die kaum jemand auf dieser Welt mit ihm teilen wird. Im Gegenteil: Dadurch, dass man Zuckerberg vor den US-Kongress treten lässt, zementiert man diese Monopol-Stellung als Infrastruktur-Dienstleister sogar noch weiter ein und der 33-jährige Hoodie-Träger bekommt noch viel mehr Macht, in dem man ihm alle Probleme umhängt. Das zeigt sich auch darin, dass viele Menschen heutzutage den Unterschied zwischen dem Internet und dem Social Media-Dienst gar nicht mehr kennen, und man ohne Internet heutzutage aus dem sozialen Leben nahezu ausgeschlossen ist.

Wir dürfen nicht vergessen: Facebook ist kein Gemeingut, sondern in erster Linie ein börsennotiertes Unternehmen, bei dem die Nutzer mit Daten zahlen. Der Aktienkurs dankt - und steigt.

( futurezone ) Erstellt am 11.04.2018