Netzpolitik 28.03.2018

Video: Steve Jobs erteilt Mark Zuckerberg Lektion in Datenschutz

© Bild: APA/AFP/KIMIHIRO HOSHINO / KIMIHIRO HOSHINO

Angesichts des Datenskandals hätte Mark Zuckerberg damals wohl besser auf den legendären Apple-Gründer hören sollen.

Ein Video von Steve Jobs aus dem Jahr 2010, in dem er ein brennendes Plädoyer für Privatsphäre und Datenschutz hält, macht derzeit gerade die Runde. Das Interview, das mit Jobs auf der AllThingsD-Konferenz geführt wurde, ist auch deshalb so brisant, weil ausgerechnet Mark Zuckerberg im Publikum saß und selbst auf seinen Auftritt wartete. Hätte er die mahnenden Worte von Steve Jobs Ernst genommen - schon damals stand Facebook wegen zu laxem Umgang mit Userdaten in der Kritik - wäre dem sozialen Netzwerk und seinen Nutzern möglicherweise einiges an Ärger erspart geblieben.

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"Viele Leute im Silicon Valley denken, dass wir sehr altmodisch bei dem Thema sind. Und vielleicht sind wir das, aber wir machen uns viele Gedanken darüber", hielt Jobs damals fest. In dieser Frage habe Apple einen komplett anderen Zugang als andere Firmen im Silicon Valley. Datenschutz bedeute, dass Menschen wissen, wofür sie sich gerade anmelden. "Manche Menschen wollen mehr Daten teilen als andere. Frag sie. Frag sie jedes Mal. (...) Lass sie ganz genau wissen, was du mit ihren Daten machen wirst", sagte Jobs.

"Bei jedem Zugriff fragen, ob die Leute das wollen"

Er verwies diesbezüglich auch auf den damals erst wenige Jahre alten App Store. Man habe viele Apps abgelehnt, die viele persönlichen Daten nehmen und in die Cloud abzweigen wollten. Außerdem überlasse man es nicht den App-Entwicklern Warnungen einzubauen, wenn persönliche Daten abgegriffen werden. Vielmehr zeige Apple jedes Mal eine Warnung an, wenn eine App auf ortsbezogene Informationen zugreifen wolle: "Wir fragen: Ist das für dich in Ordnung? Und wir fragen jedes Mal, bei jedem Zugriff." Tatsächlich ist diese Vorgangsweise in Apples Betriebssystemen bis heute so verankert.

Während Apple - wohl auch aufgrund seines Geschäftsmodells und seiner Kontrollverliebtheit - die Daten seiner Kunden besser unter Verschluss hielt als andere Konkurrenten, begleitet das Thema Datenschutz und Privatsphäre Facebook seit Anbeginn seines weltweiten Aufstiegs. Immer wieder stand das soziale Netzwerk und Gründer Mark Zuckerberg unter Kritik und versprach Verbesserungen, mehr Transparenz und Kontrolle für Nutzer.

Facebook verspricht mehr Kontrolle

Am Mittwoch war es wieder einmal soweit. Das soziale Netzwerk kündigte an, Usern mehr Kontrolle über die geteilten Daten aber auch Privatsphäre-Einstellungen geben. Postings und Kommentare, aber auch eingetragene Vorlieben sollen auf einer Übersichtsseite zusammengefasst und so auch leichter gelöscht werden können. Auch die Informationen, die Werbetreibenden zur Verfügung gestellt werden, können eingeschränkt werden.

Persönliche Daten, die in der Vergangenheit im Rahmen von dubiosen Apps, Spielen und Persönlichkeitstests an die Entwickler dieser Applikationen weitergegeben wurden, werden auch weiterhin von diesen verwendet werden können. Denn dass diese sich nicht an Vorschriften von Facebook halten, hat die Datenfirma Cambridge Analytica eindrucksvoll bewiesen.

( futurezone ) Erstellt am 28.03.2018