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Audi e-tron GT im Test: Sportlich, luxuriös und vor allem smart

Der Audi e-tron GT quattro ist das elektrische Aushängeschild des deutschen Autobauers.

"Alle jagen Tesla", heißt es oft, wenn es um Elektroautos geht. Einer der nicht nur hinterherfährt, sondern Tesla auch tatsächlich einholen kann, ist der Audi e-tron GT quattro. Wir konnten den elektrischen Sportwagen ausgiebig testen und haben uns vor allem die smarten und digitalen Funktionen näher angesehen.

Pro & Contra

Pro

  • Elegant, sportliches Design
  • Hohe Verarbeitungsqualität
  • Hohe Qualität des Touchscreen-Monitors
  • Zahlreiche smarte Features, Top-Infotainmentsystem
  • App mit einer Vielzahl an Funktionen
  • Smarte Assistenzsysteme
  • Hohe Ladeleistung
  • Ausreichend Reichweite

Contra

  • Besonders unpraktische Ablage für Smartphones
  • Keine Streamingservices im Infotainmentsystem
  • Hoher Preis

Elegant, sportliches Design

Optisch zeichnet sich der Audi e-tron GT durch eine lange, breite und für Elektroautoverhältnisse besonders flache Karosserie aus. Ermöglicht wird das aerodynamische Design unter anderem durch Aussparungen in der Unterbodenbatterie im hinteren Bereich. Diese schafft Platz für die Füße der Personen auf der Rückbank.

Je nach Blickwinkel wirkt der e-tron GT wie eine Limousine der Oberklasse beziehungsweise wie ein muskelbepackter Sportwagen. Vor allem von hinten betrachtet wird durch die breiten Reifen und die breiten Schultern über der Hinterachse deutlich, dass das E-Auto über eine enorme Kraft verfügt.

Technische Daten - Audi e-tron GT quattro

  • Leistung: 350 kW / 476 PS (Peak-Leistung: 390 kW / 530 PS)
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 4,1 Sekunden
  • Drehmoment: 630 Nm
  • Antriebsart: Allrad, 2 Elektromotoren
  • Leergewicht: 2.350 kg
  • Akku: 93,4 kWh / 800 Volt
  • Reichweite: maximal 488 km (WLTP)
  • Ladeanschluss: Typ 2, CCS
  • Ladeleistung: maximal 270 kW
  • Preis: ab 101.400 Euro
  • Preis des getesteten Fahrzeugs: 117.217 Euro

Audi e-tron GT von hinten

Das wird auch beim Fahren deutlich: Steigt man auf das "Gaspedal" beschleunigt der e-tron GT kompromisslos wie eine Rakete. Das Cruisen über Landstraßen und Autobahnen ist ebenso ein Genuss, wie das flottere Fahren über kurvenreiche Streckenabschnitte.

Besonders positiv aufgefallen ist die adaptive Dreikammer-Luftfederung. Sie passt sich an die jeweiligen Fahrmodi zwischen Performance und Effizienz an und senkt beziehungsweise hebt das Fahrzeug leicht an. Unterwegs versprüht die Luftfederung einen Hauch von Luxus, wenn sie etwaige Bodenwellen weitgehend abfedert.

Fahrassistenzsysteme

Der getestete Audi e-tron GT hatte einen adaptiven Tempomat sowie einen Spurhalteassistenten integriert. Vor allem auf der Autobahn und im Stadtverkehr ist der adaptive Tempomat eine praktische Funktion. Besonders positiv ist, dass damit das Auto im Stop-and-Go-Verkehr selbständig zum Stillstand kommt und auch wieder anfährt.

Manche Autohersteller nennen es etwas überzogen Autopilot, bei anderen wird die Funktion nach dem bezeichnet, was sie tatsächlich macht: nämlich die Spur halten. Und der Spurhalteassistent beim Audi e-tron GT funktioniert genauso wie er sollte und macht das Cruisen auf der Autobahn noch entspannter.

Während der Fahrt werden die Assistenzsysteme per Hebel am Lenkrad gesteuert

Cockpit bleibt klassisch

Das Cockpit des Audi e-tron GT ist eine Mischung aus Modernität und Klassik. Einerseits sind dort zeitgemäße, digitale Elemente zu finden, andererseits erinnert der Aufbau an die traditionelle Linie, die man seit jeher von einem Pkw kennt.

Audi bricht also nicht mit dem klassischen Cockpit-Design, wie es manche Elektroautohersteller machen, sondern entwickelt die altbewährte Ausstattung vorsichtig weiter.

An der Hardware gibt es im Grunde nichts auszusetzen. Der Touchscreen in der Mittelkonsole hat durch sein 10,1 Zoll großes OLED-Panel eine besonders hohe Qualität und reagiert auf Touch-Eingaben unverzüglich.

Das Cockpit des Audi e-tron GT ist eine Mischung aus Modernität und Klassik

Ein weiteres 12,3 Zoll großes Display befindet sich hinter dem Lenkrad und ersetzt die klassische Instrumententafel. Dort können die notwendigen Fahrdaten und/oder die Navigationslandkarte angezeigt werden. Die einzelnen Elemente lassen sich auch unterschiedlich anordnen.

Instrumententafel wird zum Haupt-Display

Dass Audi gutaussehende Fahrzeuge bauen kann, die sich hervorragend fahren lassen, haben die Ingolstädter mehrfach ausreichend unter Beweis gestellt. Mit der Software tun sich die deutschen Autohersteller traditionellerweise aber etwas schwer. Daher wollten wir bei unserem Test hauptsächlich wissen, wie es um die digitalen und smarten Funktionen des e-tron GT steht.

Das große Touchscreen-Display in der Mittelkonsole wird beim Audi e-tron GT zur Nebensache. Denn praktisch alle relevanten Fahr- und Infotainmentinformationen werden gleichermaßen auch auf dem Bildschirm hinter dem Lenkrad angezeigt. Android Auto oder Apple Car Play können auf diesem Screen jedoch nicht angezeigt werden.

Außerdem lassen sich die wichtigsten Funktionen mittels Tasten am Lenkrad über das Instrumententafel-Display steuern: Navigationsziel, Musikauswahl, Rufnummernliste des Smartphones oder Fahrassistenzsysteme.

Am besten hat für mich die Navigationskartenanzeige auf der Instrumententafel gepasst, die dort unmissverständlich auf einer Satellitenkarte oder im klassischen Landkarten-Look die Navigationshinweise anzeigt.

Ein Navigationssystem wie es sein sollte

Das Navigationssystem von Audi konnte im Gegensatz zu den meisten anderen Elektroautos besonders positiv überraschen, weil es auf den umfassenden Daten von Google basiert. In der Praxis bedeutet das, dass man nicht nach einer exakten Adressangabe suchen muss, sondern einfach einen Hotel- oder Restaurant-Namen oder die Bezeichnung einer Örtlichkeit eingeben kann, um es als Navigationsziel auszuwählen.

In diesem Sinne lässt sich im Navigationssystem auf dieselbe praktische Art und Weise nach Ortsangaben suchen, wie man es von Google Maps her gewohnt ist.

Wählt man ein Ziel, das außerhalb der elektrischen Reichweite liegt, berechnet Audi die notwendigen Ladestopps und die Ladedauer unter Berücksichtigung des aktuellen und prognostizierten Akkustandes. Genau so stellt man sich gelebte Elektromobilität vor. 

Will man zur nächstgelegenen Ladestation navigieren, bietet das MMI (Multi Media Interface) - wie es Audi nennt - eine Schnellauswahlleiste unterhalb des Suchfeldes, wo man zwischen HPC-, DC- und AC-Ladesäulen wählen kann. Auch Parkplätze, Restaurants, Tankstellen und Audi-Servicestellen können in derselben Leiste ausgewählt werden.

Auf welche Datenbank bei den Ladestationen zurückgegriffen wird, ist nicht ersichtlich. Im Raum Wien und Niederösterreich waren unter anderem die Ladestationen von EVN, Wien Energie und Smatrics enthalten.

Infotainmentsystem mit einem Haken

Grundsätzlich ist das gesamte MMI selbsterklärend und übersichtlich aufgebaut, kann auch mittels Sprachbefehl gesteuert werden und lässt somit kaum Wünsche offen, sodass man im Fahrzeug weitgehend auf das Smartphone verzichten kann - wäre da nicht eine Sache.

Nutzt man nämlich die Bluetooth-Verbindung für die Musikwiedergabe, beispielsweise für Spotify am Smartphone, wird es etwas kompliziert. Denn am Display des Fahrzeuges ist es nicht möglich auf Spotify zuzugreifen, um Titel oder Playlists auszuwählen. Man kann lediglich einen Track weiter oder zurückschalten.

Will man in so einer Situation ein bestimmtes Lied oder eine Playlist wiedergeben, muss wieder auf das Smartphone zurückgegriffen werden. Und für das Smartphone bietet der Audi e-tron GT kein praktisches Ablagefach.

Audi e-tron GT: In diesem kleinen Ablagefach, das auch eine kabellose Lademöglichkeit bietet, soll das Smartphone Platz haben - hat es aber nicht

Zwar gibt es im Bereich der Mittelkonsole bei der Armauflage ein verschließbares Fach, in dem sich auch eine kabellose Lademöglichkeit für das Smartphone befindet. Dafür muss allerdings das Smartphone umständlich in das Fach eingespannt werden, sodass das Handy während der Fahrt schwer erreichbar ist.

Eine weitere Möglichkeit, um auf Streamingdienste am Smartphone zurückzugreifen, führt über Android Auto beziehungsweise Apple Car Play. Um Android Auto auf den Screen in der Mittelkonsole zu bekommen, ist eine Kabelverbindung notwendig.

Die USB-C-Ports dafür befinden sich ebenso in dem Ablagefach in der Mittelkonsole. Allerdings war mein Handy zu groß, sodass sich das Ablagefach nicht mehr schließen ließ. Auch als ich versuchte, das angesteckte Gerät in die kabellose Ladevorrichtung einzuspannen, war der dortige Platz nicht ausreichend, was am Ende etwas frustrierend war.

myAudi-App ist ausgezeichnet gelöst

Um einige Einstellungen auch aus der Ferne vornehmen zu können, bietet Audi seine myAudi-App für das Smartphone. Wie das Infotainmentsystem MMI ist auch die myAudi-Anwendung im 21. Jahrhundert angekommen und bietet eine entsprechende User-Experience.

In der App kann der Akkustand abgerufen werden, es können detaillierte Fahr- und Verbrauchsdaten ausgelesen werden, der Zustand des Fahrzeugs kann kontrolliert werden und die zeitversetzte Ladeplanung sowie Klimatisierung können eingestellt werden.

Auch eine Route lässt sich mit der App planen, wobei auf Google Maps zurückgegriffen wird. Wie im Fahrzeug selbst werden bei der Routenplanung in der App Akkustand und Reichweite berücksichtigt und notwendige Ladestopps eingeplant. Ist die Route fertig, kann sie an das MMI des Fahrzeugs gesendet werden.

Mit der App wird auch der Remote-Parkassistent gesteuert. Damit soll sich das Auto quasi per Fernsteuerung unter Zuhilfenahme der Fahrzeugsensoren ein- und ausparken lassen. Getestet wurde diese Funktion jedoch nicht. Darüberhinaus können in der Smartphone-Anwendung so genannte "Functions on Demand" spontan gekauft werden. Welche das genau sind, war leider nicht ersichtlich.

Audi e-tron GT

Fazit

Der Audi e-tron GT ist kein Elektroauto, das irgendeinem anderen E-Auto hinterherfährt. Er kann mit allen derzeit verfügbaren Elektroautos mithalten und hängt die allermeisten sogar ab. Und das bezieht nicht ausschließlich auf die Motorisierung, die ohnehin ausreichend leistungsstark ist.

Der Audi e-tron GT kann nämlich mit seiner Software, dem Infotainmentsystem MMI und der dazugehörigen App auf voller Länge überzeugen. Die digitalen und smarten Features lassen kaum Wünsche offen und sind von der User-Experience sowie vom Funktionsumfang her absolut auf der Höhe der Zeit.

Auch am Navigationssystem mit den integrierten Lade-Informationen, an den Fahrassistenzsystemen, an der maximalen Reichweite, an der hohen Ladeleistung sowie an der Ausstattung des Cokpits und dem Fahrzeugdesign gibt es kaum etwas auszusetzen.

Dieses durch und durch überzeugende Gesamtpaket hat allerdings seinen Preis. Mit einem Listenpreis ab 101.400 Euro ist der Audi e-tron GT absolut kein Schnäppchen. Der Preis des Testfahrzeuges mit umfangreicher Sonderausstattung liegt sogar bei 117.217 Euro.

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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