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CO2-neutrale Briefzustellung: Wie digitale Post das Klima schont

Alleine in Österreich wurden 2020 laut der Aufsichtsbehörde RTR mehr als 520 Millionen Inlandsbriefe verschickt. Diese legen eine lange Strecke zurück, bis sie zu ihren Empfänger*innen gelangen. Vom Briefkasten über das Verteilerzentrum kommen sie erst nach mehreren Zwischenschritten an die gewünschte Adresse an. Das belastet die Klimabilanz.

Um den Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen einzudämmen, stellt das Unternehmen hpc DUAL Briefsendungen nachhaltiger zu. Zum Einsatz kommt die Versandsoftware „BriefButler“. Mit dieser werden private und behördliche Dokumente wie Formulare, Verträge oder Rechnungen in einem ersten Schritt digital an die Empfänger*innen zugestellt. Nur wenn diese nicht erreichbar sind, wird der Brief automatisch gedruckt, kuvertiert und postalisch versandt.

4-mal effizienter als herkömmlicher Versand

Eine Schweizer Studie von First Climate, die im Auftrag von hpc DUAL durchgeführt wurde, hat ergeben, dass der BriefButler im Hinblick auf die Klimabilanz mehr als 4-mal effizienter ist als der herkömmliche Versand der Schweizer Post. Da die ähnlich der Österreichischen Post arbeitet, seien diese Zahlen auch auf Österreich anwendbar. „Mit dem digitalen Versand wird auf Papier, Briefmarke und Drucker zur Gänze verzichtet. Damit kann bis zu 76 Prozent an CO2-Emissionen im Vergleich zur klassischen Zustellung eingespart werden“, sagt Josef Schneider, CEO von hpc DUAL, gegenüber der futurezone.

Josef Schneider, CEO von hpc DUAL

Die Hauptemissionen des BriefButlers entstehen beim Benachrichtigen der Empfänger*innen. „Die gesamten Emissionen beim Versand eines digitalen Briefes mit dem BriefButler betragen rund 12 Gramm CO2. Dazu tragen hauptsächlich das Versenden der Bestätigung an den Versender mit 33,3 Prozent sowie die Benachrichtigung an den Empfänger mit 66,6 Prozent bei“, so Schneider.

Schneller und kostengünstiger

Auch für die Bürger*innen hat die duale Zustellung Vorteile. Sie funktioniert generell schneller und kostengünstiger als über den klassischen Postweg. „Durch Status-Codes ist die Zustellung jederzeit einsehbar und man bekommt eine elektronische Abholbestätigung“, sagt Schneider. Für Endkund*innen sei diese Art der Zustellung zudem angenehmer, zumal die Dokumente nicht mehr zusätzlich für die Ablage digitalisiert werden müssen. „Besonders bei wichtigen behördlichen Dokumenten erspart man sich auch den Gang zur Post, wenn man nicht zuhause war, wenn der Briefträger läutet“, heißt es.

Wie die Digitalisierung im Briefverkehr weiter fortschreiten wird, bleibt vorerst aber offen. Denn dies sei von mehreren Faktoren abhängig. „Es braucht natürlich noch mehr digitale Anwendungen im Angebot der Verwaltung. Hier ist die Entwicklung noch lange nicht zu Ende. Aktuell wird der nachweisliche digitale Versand fast ausschließlich von der öffentlichen Verwaltung genutzt“, so Schneider. Wenn es gelinge, den B2G-, B2B- und B2C-Versand auch umzustellen, könne eine signifikante Steigerung sehr rasch erfolgen.

„Dazu kommt natürlich auch das immer größer werdende Klimabewusstsein und die Tatsache, dass nach den Millennials nun die Generation Z geschäftsfähig wird.“ Nicht zu vernachlässigen sei außerdem der aktuelle Kostendruck bei den Versender*innen, ausgelöst durch vergangene und aktuelle Porto-Erhöhungen sowie explodierende Papier- und Treibstoffpreise.

Vollständige Umstellung als Ziel

Der BriefButler würde im Hinblick auf zusätzliche Features und Userfreundlichkeit zudem laufend verbessert. hpc DUAL hofft mit diesen Entwicklungen, den digitalen Anteil der Briefe bis zum Ende des Jahrzehnts auf 50 Prozent erhöhen zu können. Das langfristige Ziel ist die vollständige Umstellung. Etwa ein Viertel aller Sendungen stelle hpc DUAL bereits gänzlich digital zu.

Da jedoch auf diesem Wege noch nicht alle Empfänger*innen erreichbar sind, brauche es für die übrigen 73 Prozent zusätzlich den klassischen Postweg. „Wenn man aber weiß, dass knapp 99 Prozent der Briefsendungen heutzutage einen elektronischen Ursprung haben, liegt es nahe, diese auch rechtssicher digital zuzustellen“, sagt der Geschäftsführer.

Österreicher*innen können sich über die Webseite briefbutler.at registrieren. Die Anmeldung bietet ihnen das kostenlose Empfangen behördlicher und privater Dokumente. Neben dem Empfangen kann das Service der digitalen Zustellung sowie der digitalen Signatur genützt werden.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und hpc DUAL entstanden. 

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Andreea Iosa

Andreea Iosa beschäftigt sich mit neuesten Technologien und Entwicklungen in der Forschung – insbesondere aus Österreich – behandelt aber auch Themen rund um Raumfahrt sowie Klimawandel.

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