Ein Laib Parmigiano Reggiano

Ein Laib Parmigiano Reggiano wird aufgeschnitten (Symbilbild)

© APA/AFP/MARCO BERTORELLO / MARCO BERTORELLO

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Parmesan wird über essbare Mikrochips getrackt

Der legendäre Parmigiano Reggiano aus Italien ist eines von Italiens berühmtesten Exportprodukten. Nicht zu verwechseln ist er mit dem mehligen Pulver, das oft als Parmesan verkauft wird, aber mit echtem Käse wenig zu tun hat.

Echter Parmigiano darf nur in bestimmten Regionen in Italien unter strengen Voraussetzungen mit bestimmten Zutaten produziert werden. Mindestens ein Jahr muss er reifen, um als Vertreter seiner Klasse verkauft werden zu können.

Für ein Kilogramm des Käses werden 13,5 Liter Milch benötigt. Das und der aufwendige Herstellungsprozess haben auch ihren Preis. Je nach Abnahmemenge und Reifedauer kann ein Laib mit 40 Kilogramm schon mal fast 900 Euro kosten. 

Essbare Mikrochips

Das ruft auch Fälscher*innen auf den Plan. Laut einem Bericht im Wall Street Journal (hier bei MSN online) will man in Italien nun mit besonderen Maßnahmen gegen sie vorgehen. Essbare Mikrochips sollen echte Parmigiano-Laibe als solche identifizieren. Zuvor experimentierte man bereits mit QR-Codes. Jene sind jedoch leicht kopier- und fälschbar. 

Die Chips werden vom US-Unternehmen p-Chip hergestellt und in der Rinde des Käses platziert. Da man jene in der Regel nicht konsumiert, werden sie von den Kund*innen zumeist auch nicht gegessen werden. Falls doch, ist das jedoch auch kein Problem, wie p-Chip-Technikchef Bill Eibon laut Wall Street Journal am eigenen Leib getestet hat. Er aß einen der Chips ohne negative Konsequenzen. 

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Durch den Verdauungstrakt

Möglich wird das, indem der Chip den Weg durch den menschlichen Körper durchlaufen kann, ohne, dass er irgendwelche schädlichen Substanzen hinterlässt. Dem Unternehmen zufolge wurde der Chip im Rahmen von Tests 3 Wochen lang in künstlicher Magensäure gelagert, ohne, dass er sich auflöste. 

Auch eine weitere mögliche Sorge will Eibon im Wall Street Journal ausräumen. So können mit dem Chip zwar Parmesan-Laibe, aber keine Menschen getrackt werden. Grund ist, dass die Chips nicht aus der Ferne ausgelesen werden können und schon gar nicht, wenn sie sich im Verdauungstrakt eines Menschen befinden. “Wir wollen nicht als das Unternehmen bekannt werden, das beschuldigt wird, Menschen zu tracken, so Eibon. 

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