Corona, Ubahn

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Science
05/14/2020

Warum die Neuinfektionen in Wien kein Problem sind

Der Simulationsexperte der TU Wien erklärt, warum die Neuansteckungen in der Bundeshauptstadt kein Grund zur Sorge sind.

Für den Simulationsexperten der TU Wien Niki Popper sind mehr Corona-Neuinfektionen in Wien kein Anlass zur Sorge. Solange man wisse, wo die Fälle auftreten, sei dies kein Problem, sagte Popper am Mittwoch in "Ö3".

Für eine Zwei-Millionen-Stadt habe Wien lange Zeit untypisch niedrige Zahlen gehabt, und für Neuinfektionen gelte: "Solange lokale Effekte identifiziert werden, und solange ich das Cluster finde, ist es kein Problem", sagte Popper. Problematisch wäre, wenn man sie nicht aufklären könnte.

"Wir brauchen überall die Prozesse, dass wir schnell testen, dass Tests schnell ausgewertet werden und dass wir auch Maßnahmen setzen", also Quarantäne in der Familie und am Arbeitsplatz.

Nach dem amtlichen Corona-Dashoard des Gesundheitsministeriums gibt es in Österreich derzeit 1.069 Corona-Erkrankte. In Wien sind 539 Personen an dem Coronavirus erkrankt, dahinter folgt mit großem Abstand die Steiermark mit 193 Fällen.

Österreicher stecken sich häufig im eigenen Haushalt an 

Erst am Montag hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) neue Ergebnisse für ihre Analyse von Übertragungsketten veröffentlicht. Demnach konnten die Infektionswege von 4.041 der insgesamt 15.500 Erkrankten einem Cluster zugeordnet werden.

Die meisten Ansteckungen (26,9 Prozent) fanden laut AGES bei "Freizeitaktivität und Haushalt" statt. Knapp dahinter liegt der Cluster "Senioren-, Alten- und Pflegeheim" mit 26,7 Prozent.

Supermärkte und öffentliche Verkehrsmittel kommen weiterhin nicht in der Auflistung vor. Die AGES aktualisiert die Ergebnisse der Erhebung in regelmäßigen Abständen.