Die polnischen Forscher verwendeten die Las Campanas Sternwarte in Chile für ihre Beobachtungen

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Science
08/15/2019

Niemand weiß, wieso das Schwarze Loch der Milchstraße plötzlich leuchtete

Das supermassive Schwarze Loch im Herzen unserer Galaxie hat unlängst zum Leuchten begonnen. Warum, weiß niemand so genau.

Das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße, genannt Sagittarius A* (Srg A*), ist vor einiger Zeit aufgeleuchtet und hat Wissenschaftler ins Grübeln gebracht. Das Srg A* von 4,1 Millionen Sonnenmassen ist 26.500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Zwar geht kein Licht über seinen Rand hinaus, doch Astronomen können seine Interaktionen mit hellen Sternen und Staubwolken die es umgeben, beobachten, wie Vice berichtet.

75 Mal heller

In der Nacht vom 13. Mai 2019 hat UCLA-Astronom Tuan Do gemeinsam mit seinen Kollegen das Sgr A* vom Keck-Observatorium am Gipfel des 4200 Meter hohen schlafenden Vulkans Mauna Kea auf der Insel Hawai'i beobachtet. Innerhalb von zwei Stunden wurde das Schwarze Loch im Bereich des Infrarotlichts um 75 Mal heller.

„Die Helligkeit des Srg A* verändert sich ständig, wird innerhalb von Minuten bis Stunden heller und schwächer – es flimmert wie eine Kerze“, sagt Do und ergänzt: „Wir glauben, dass dieses Jahr etwas Ungewöhnliches passiert, denn das Schwarze Loch scheint sich in seiner Helligkeit immer mehr zu verändern und erreicht hellere Levels als wir bisher in der Vergangenheit je gesehen haben.“ Demnach war die hellste Stufe zweimal heller als das Maximum in den vergangenen 20 Jahren.

Materialien erhitzen

Der Rand des Schwarzen Lochs, Ereignishorizont genannt, ist durch starke Gezeitenkraft geformt, die alles in der Nähe des Schwarzen Lochs deformiert oder gar zerreißt. Sobald Objekte wie Sterne oder Staubwolken eingesaugt werden, erhitzen sich die Materialien am Ereignishorizont und strahlen ein Licht aus, das von Teleskopen aufgezeichnet werden kann.

Do und seine Kollegen vermuten, dass der sogenannte S0-2-Stern, der rund 15 Mal massiver als die Sonne ist, das Schwarze Loch mit Licht getränkt hat. Der Stern kam 2018 dem Srg A* sehr nah – nur 17 Lichtstunden entfernt. Diese Nähe könnte das Gas in die Nähe des Ereignishorizonts gedrängt haben, sodass nun dieses Spektakel sichtbar wurde.