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Start-ups
09/01/2020

Wiener Lösung für bessere Sprachqualität bei Videokonferenzen

Das Wiener Start-up proactivaudio entwickelt Software für bessere Sprachqualität bei Videochats und smarten Lautsprechern sorgt.

von Patrick Dax

Das Wiener Start-up proactivaudio gehört wohl zu den wenigen Unternehmen, auf die die Corona-Krise nicht nur negative Auswirkungen gehabt hat. Der Boom an Videokonferenzen und der Kommunikationsbedarf im Homeoffice im Zuge der Ausgangsbeschränkungen haben der jungen Firma, die auf die Verbesserung der Sprachqualität in technologieunterstützter Kommunikation spezialisiert ist, viele Anfragen gebracht.

"Viele Leute haben gemerkt, wie wichtig gute Sprachqualität ist, wenn man verteilt arbeitet und miteinander kommunizieren muss", sagt Barbara Kieslinger, die das Start-up 2017 gemeinsam mit dem Audiotechniker Luis Weruaga gegründet hat.

Vorausschauende Echo-Unterdrückung

Auf sich aufmerksam machte das Start-up mit einem Algorithmus, der das Echo beseitigt, wenn beide Gesprächspartner gleichzeitig sprechen, dem sogenannten "Double Talk". Die patentierte "Acoustic Echo Cancellation"-Software kann in allen gängigen Audiohardware-Plattformen zum Einsatz kommen - und so am Smartphone, Tablet, in smarten Lautsprechern, Freisprecheinrichtungen im Auto oder Videokonferenzsystemen genutzt werden.

"Unser System wird aktiv, bevor es zum Double Talk kommt", sagt Kieslinger. "Es erkennt auch, wenn sich die Umgebung verändert. Wenn man etwa im Auto sitzt und beim Sprechen vor und zurück rückt."

Auch an Lösungen zum Wegfiltern von Hintergrundgeräuschen oder an Software, die auf Aufnahmegeräten erkennen kann, wer von mehreren Gesprächspartnern gerade spricht, arbeitet das Start-up. Letztere soll etwa in Diktiergeräte von Speech Processing Solutions (SPS) integriert werden, die ebenfalls in Wien gebaut werden. Auch mit dem Halbleiterkonzern Infineon ist man vor kurzem eine Partnerschaft eingegangen.

Kooperationen gibt es auch bereits mit internationalen Technologiekonzernen. Weil es dazu Vertraulichkeitsvereinbarungen gibt, darf Kieslinger aber keine Namen nennen.

proactivaudio ist eines von mehreren österreichischen Audio-Unternehmen, die international gut im Geschäft sind. Mit einigen sitzt man sogar im selben Gebäude, dem High Tech Campus am Wienerberg. "Es gibt viel gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit", sagt Kieslinger. "Für uns als junges Unternehmen ist das sehr hilfreich."

600.000 Euro Förderung

Finanziert wird das Start-up aus Eigenmitteln und Förderungen. Im Februar erhielt proactivaudio, das derzeit 6 Mitarbeiter zählt, eine Investitionszusage über 600.000 Euro von der Förderbank austria wirtschaftsservice (aws). Das Geld soll in die weitere Internationalisierung, den Aufbau neuer Geschäftsfelder sowie neue Mitarbeiter fließen. Softwareentwickler zu finden sei auch wegen der Corona-Krise nicht so einfach, sagt Kieslinger. Auch die Internationalisierung wurde durch die Pandemie gebremst.

Eigentlich wollte sich proactivaudio Anfang März am diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona internationalen Kunden präsentieren. Der Branchentreff wurde bekanntlich abgesagt. Eine Einladung zur Consumer Electronics Show Anfang nächsten Jahres in Las Vegas dürfte wegen der Pandemie ebenfalls nichts werden. "Das wird wohl auch abgesagt", vermutet Kieslinger: "Es geht alles ein bisschen langsamer mit Corona."

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und aws (austria wirtschaftsservice).

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