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So fotografiert man die Sonne, ohne Kamera und Augen kaputtzumachen

Die Sonne ist beim Fotografieren häufig mehr Feind als Freund. Sie blendet und sorgt für überbelichtete Bilder und Videos. Gerade während spannenden Events, wie der bevorstehenden Sonnenfinsternis am 12. August, wollen viele Menschen die Sonne aber fotografieren. 

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Aber so wie der direkte Blick in die Sonne den Augen schadet, kann direktes Sonnenlicht die Kamera zerstören. Deshalb sollte man sich gut informieren, wie man sich und sein Equipment schützt. Mit den richtigen Hilfsmitteln lassen sich aber spannende Aufnahmen der Sonne machen. Das ist nicht nur mit einer teuren DSLR möglich, sondern auch mit dem Smartphone, auch wenn man sich hier nicht allzu viel erhoffen darf.

Obacht bei der Sonnenfotografie

Man soll nicht direkt in die Sonne schauen und schon gar nicht eine Vergrößerungslinse darauf halten. Wer mit einer DSLR mit Spiegel in die Sonne guckt, schaut quasi durch eine Lupe, die das Licht der Sonne bündelt und direkt ins Auge schickt. Die Folgen können verheerend sein und das Auge so stark blenden, dass man erblindet. Deshalb sollte man immer die digitale Vorschau verwenden.

Doch auch die Technik ist der Sonne ohne Schutz ausgesetzt und kann so heiß werden, dass sie zerstört wird. Die Verleihseite „Lensrentals“ sammelt auf ihrer Webseite Bilder von geschmolzenen Kameras.

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Was man beim Filterkauf beachten sollte 

Wie beim Kauf von Brillen sollte man auch bei Sonnenfiltern für die Kamera darauf achten, dass sie wirklich sicher sind. Dafür sucht man nach der internationalen Kennung „ISO 12312-2, die den sicheren Blick in die Sonne garantiert. Hier sollte man lieber ein paar Euro mehr ausgeben und zu Produkten namhafter Hersteller greifen, als bei der Sicherheit zu sparen. 

Wenn man die Sonne selbst oder auch nur gegen die Sonne fotografieren möchte, kann man zu Hilfsmitteln wie Filtern greifen. Dabei gibt es eine Vielzahl an Filtern, die sich für spezielle Einsätze eignen: 

  • Graufilter (ND-Filter): Für Gegenlicht und Sonnenuntergänge
  • Sonnenfilter (Weißlichtfilter): Direkte Aufnahme der Sonne

Gegen die Sonne fotografieren

Fotografiert man gegen die Sonne, ist der wichtigste Freund der Neutraldichtefilter (ND-Filter). Er wird auch Graufilter genannt, weil es so aussieht, als würde ein grauer Schleier über dem Bild liegen. Für Sonnenuntergänge wird gern ein Verlaufsfilter verwendet, der nur den oberen Teil des Bildes abdunkelt und den Vordergrund damit heller lässt. Vor allem in der Landschaftsfotografie sind solche Filter für Langzeitbelichtungen beliebt. Ohne den Filter wären sie viel zu hell.

Ein Graufilter lässt nur noch einen Teil des Sonnenlichts durch

Der ND-Filter ist mit einer Zahl versehen. Je höher die Zahl, je weniger Licht wird hindurchgelassen. Gängig für viele Sonnenfilter ist ND 5. Das steht für 10 hoch 5: Es werden 1/100.000 des Sonnenlichts durchgelassen. Das entspricht einer Reduktion von 16 Blendenstufen und ist für direkte Sonnenfotografie das Minimum.

Besser noch ist ND 8 - hier ist aber Vorsicht geboten: Sieht man bei manchen Angeboten genauer hin, steht dort, dass trotz einer „ND 8“-Bezeichnung nur 3 Blendenstufen reduziert wurden - also handelt es sich eigentlich um ND 0,9. Die 8 steht dann für den Filterfaktor, also wie viel länger ein Bild durch den Filter belichtet werden muss. 

  • Fürs Smartphone: Aufclip-Filter von NEEWER für Landschaft und Sonnenuntergänge (gesehen bei Amazon für 55 Euro)
  • Für die DSLR (Sonnenfotografie): K&F Concept Nano X-Series mit 16,6 Blendenstufen (gesehen bei Amazon ab 27 Euro)
  • Verlaufsfilter (nur für Landschaft und Sonnenuntergang) von Rollei (gesehen bei Amazon ab 30 Euro)

Sonnenfilter aus Folie 

Die gleiche Folie, die bei Sonnenfinsternis-Brillen verwendet wird, kann auch das Smartphone und die Kamera schützen. Man findet sie online unter „Sonnenlichtfilter“, „Solarfilter“ oder „Weißlichtfilter“. Sie sollten mindestens einen ND-Wert von 5 haben (z.B. hier bei Amazon ab 25 Euro). 

Die Folien sind in der Regel günstiger als Glasfilter. Außerdem kann man damit die Sonne schärfer aufnehmen. Ein Nachteil ist, dass die Sonne durch die Folie weiß erscheint und nicht rötlich, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Das Bild kann aber nachträglich eingefärbt werden, indem man den Weißabgleich entsprechend verändert. Dafür sollten die Bilder im RAW-Format geschossen werden.

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Für Anfänger kann es sehr schwierig sein, sich mit den vielen Linsenarten zu beschäftigen. Wer einfach nur ein bisschen herumprobieren möchte, kann eine Sonnenfinsternis-Brille oder einen Bogen Sonnenfilterfolie kaufen. Die hält oder klebt man vor Smartphone oder die Kamera – zum Testen reicht das allemal. Nutzt man ein Objektiv oder ein Fernglas, sollte die Folie dort angebracht werden.

2023 beobachtete diese Frau die partielle Sonnenfinsternis mit ihrem Smartphone durch eine SoFi-Brille

Einstellungen austesten

Viele gute Smartphones haben inzwischen fortgeschrittene Einstellungsmöglichkeiten in ihren Kamera-Apps. Blende, Verschlusszeit und Belichtung können wie bei einer DSLR beeinflusst werden.

Bei einer DSLR empfiehlt etwa die NASA, mit einer f/8- oder f/16-Blende zu fotografieren. Die Verschlusszeit kann zwischen 1/1000 und ¼ liegen – hier sollte man ausprobieren, wann welche Einstellung das gewünschte Ergebnis liefert. Generell ist die Sonnenfotografie mit viel Übung verbunden. Möchte man also ein besonderes Ereignis fotografieren, sollte man früh genug „trainieren“.

Idealerweise fotografiert man sowohl auf dem Smartphone als auch der Kamera im RAW-Format, um später das Bild besser bearbeiten zu können. Geht das nicht, sollte man auf einen ISO-Wert von 100 bis 200 setzen.  

Nicht nur eine Sonnenfinsternis sorgt für ein spannendes Sonnenmotiv

Die beste Zeit

Wenn nicht gerade ein besonderes Ereignis wie eine Sonnenfinsternis stattfindet, sollte man die Sonne möglichst früh am Morgen fotografieren. Grund dafür ist, dass sich die Luft dann noch nicht so aufgeheizt hat. Dies kann nämlich für verschwommene Bilder sorgen. 

Sonstiges Equipment

Sowohl für eine Spiegelreflexkamera als auch für das Smartphone empfiehlt sich bei der Sonnenfotografie ein gutes Stativ. Das Unterfangen ist ohnehin kompliziert, weil viel mit den Einstellungen gespielt und herumprobiert werden muss. Da will man nicht auch noch darauf achten müssen, dass das Bild nicht verwackelt. 

Die nächsten Sonnenfinsternisse (in Österreich)

In den kommenden Jahren wird es Sonnenfinsternisse geben, für die man nicht mal das Land verlassen muss:

  • 12. August 2026: Totale Sonnenfinsternis zu sehen in Island, Spanien und endet kurz vor Sonnenuntergang auf den Balearen; partielle Sonnenfinsternis in Österreich von 89 Prozent - allerdings kurz vor Sonnenuntergang. In den meisten Orten wird die Sonne für eine Beobachtung bereits zu tief stehen
  • 2. August 2027: Totale Sonnenfinsternis in Peru, Brasilien, Gibraltar (Spanien), Tunesien und Ägypten; In Österreich wird die Sonne mit 56 Prozent über die Hälfte verdeckt
  • 1. Juni 2030: nur partiell, gut in Griechenland zu sehen, in Österreich maximal zu 75 Prozent verdunkelt

Fazit

Die Sonne ist gleichermaßen faszinierend und gefährlich. Sie zu fotografieren kann Spaß machen, wenn man geduldig ist und gern experimentiert. Die Sicherheit geht aber immer vor, weshalb man auf gute Produkte setzen und nie durch einen optischen Sucher schauen sollte. 

Merkt man, dass Kamera oder Smartphone zu heiß werden, sollte man sie abkühlen lassen, um Schäden zu vermeiden. Will man die Sonne mit einem Teleskop beobachten, ist das eine deutlich komplexere Angelegenheit. Hier braucht man mehrere Filter zum eigenen Schutz und um ein scharfes Bild zu erhalten – daher sollte man sich gut informieren und beraten lassen.

Man sollte vor lauter Filtern und Folien die eigenen Augen nicht vergessen. Sonnenbrille und Sonnenschutzbrille sollte man zur Hand haben. Außerdem: Immer Sonnencreme auftragen.

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Franziska Bechtold

frau_grete

Liebt virtuelle Spielewelten, Gadgets, Wissenschaft und den Weltraum. Solange sie nicht selbst ins Weltall kann, flüchtet sie eben in Science Fiction. Co-Host des Podcast "Raumfahrtgeschichten".

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