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"Klimaschutz gehört in jede Unternehmens-DNA"

„Wir sind viele und gemeinsam sind wir die Lösung“ - mit diesen Worten läutete Andreas Tschas, CEO der Unternehmensberatung Glacier, am Dienstag via Livestream den jährlichen Aktionstags für Klimaschutz und nachhaltige Unternehmenskultur im Museum für Angewandte Kunst ein. Das Ziel: Unternehmen für CO2-Reduktion begeistern und das vor Ort. „Klimaschutz gehört in jede Unternehmens-DNA“, ist Tschas überzeugt.

„In jedem Unternehmen gibt es motivierte Mitarbeiter. Wenn der Kollege vorschlägt vegan zu essen, wird das eher angenommen, als wenn Ideen von der Chefetage kommen“, sagt Judith Hermetter, Marketingchefin von Glacier. Jede Firma bräuchte sogenannte Climate Ranger, die den entscheidenden Wandel hin zur CO2-Reduktion anstoßen. Daher fände der Tag bewusst in den Unternehmen statt, begleitet durch Vorträge und Panels, zu denen sich die rund 140.000 teilnehmenden Mitarbeiter*innen live zuschalten können.

Mitten in der Krise

„Es braucht Menschen, die auf der Straße sind und Lärm machen“, hält ORF-Meteorologe Markus Wadsak als erster Keynote-Speaker des Klimaschutzevents fest. Wir befänden uns mitten in der Krise und müssten nun dafür sorgen, dass diese Krise nicht in eine Katastrophe ausarte. Der Mensch verursache den Klimawandel, das sei unbestritten. Es stelle sich allerdings die Frage, weshalb – der Warnung von Forscher*innen zum Trotz – kaum jemand zuhöre.

Markus Wadsak

Kognitive Dissonanz

Die Antwort auf diese Frage liefert Ali Tabrizi, Regisseur der Netflix-Hitdokumentation “Seaspiracy”. In seiner Keynote spricht er über kognitive Dissonanz, ein psychologisches Phänomen, bei dem zwei Wünsche einer Person grundlegend miteinander in Konflikt stehen. „Wir sehen uns selbst als eine tierliebende Gesellschaft. Aber die Realität ist, dass wir täglich Unmengen an Fisch töten und konsumieren“. Das Problem sei also nicht, dass uns Klimaschutz egal sei, sondern dass die meisten nicht wissen würden, wie sie ihre Begeisterung in Taten umwandeln.

Mitarbeiter haben Hebel in der Hand

Wie Firmen ihre Begeisterung für den Klimaschutz umsetzen können, das diskutierten Vertreter*innen von Unternehmen in diversen Panels. Der Grundtenor: Veränderung müsse niederschwellig stattfinden, denn vor allem die Mitarbeiter*innen hätten den Hebel zur CO2-Reduktion in der Hand. Um sie auf den Boden zu bekommen, brauche es sogenannte Green Teams, die innerhalb eines Unternehmens auf Veränderung pochen.

Solche Teams ließen sich laut Tim Riedel, Gründer der NGO planetgroups, am besten in Klein- und Mittelunternehmen implementieren. "Corporates haben viele Ressourcen, sind aber langsam. Mittelständische Unternehmen setzen Veränderungen viel rascher um", sagt Riedel. Daher sollten sich vor allem solche Firmen Klimaschutz auf die Fahne schreiben.

Die Umsetzung von klimaschützenden Maßnahmen ermöglicht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Denn Klimaaktivismus wirke sich nicht nur positiv auf die Umwelt aus, sondern könne auch neue Arbeitsplätze schaffen oder Gewinne von Unternehmen steigern.

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Lisa Pinggera

LPinggera

Neu bei futurezone. Erzählt am liebsten Geschichten über Kryptowährungen, FinTechs und Klimawandel. Schreibt aber über alles, was erzählenswert ist.

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