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Netzpolitik

Google-Chef muss Inkognito-Modus erklären

Sundar Pichai, Chef von Google bzw. dessen Mutterkonzern Alphabet, muss vor einem kalifornischen Gericht Fragen über den Inkognito-Modus beantworten. Hintergrund ist eine Klage, die bereits im Juni 2020 eingereicht wurde (die futurezone hat berichtet). Darin heißt es, Google würde gegen Abhör- und Datenschutzgesetze verstoßen, weil auch in diesem Modus weiterhin “Kommunikation gesammelt, getrackt und abgefangen” werde. 

“Google trackt und sammelt den Browser-Verlauf und andere Aktivitäten der Konsumenten, unabhängig davon, welche Schutzmaßnahmen sie treffen”, so die Ankläger*innen. Getrackt werde über Google Analytics, den Google Ad Manager sowie Webseiten-Plugins und andere Anwendungen, wie es heißt. Die Sammelklage fordert eine Entschädigung von insgesamt 5 Milliarden US-Dollar vom Google-Mutterkonzern Alphabet. 

Alphabet bestreitet Vorwürfe

Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe und argumentiert, dass die Datenschutzerklärungen eindeutig erklären würden, dass der private Browsermodus die Benutzeraktivitäten online nicht „unsichtbar“ mache. Darum hatte Google bzw. Alphabet ursprünglich beantragt, dass das Verfahren eingestellt wird. Dem wurde nicht stattgegeben. 

Pichai muss gemäß einer Anordnung des US-Bezirksgerichts bis zu 2 Stunden als Zeuge aussagen. Die Anwälte des Unternehmens wollten gegen die Ladung vorgehen und erklärten, dass andere Mitarbeiter*innen, die für Chrome und den Inkognito-Modus direkt verantwortlich sind, besser geeignet wären. 

Falsche Versprechen

Wenn man den Inkognito-Modus aufruft, werden vom Browser kein Verlauf, keine Cookies sowie keine Webseitendaten gespeichert. Das heißt aber nicht, dass man nicht getrackt werden kann. Webseiten, die man besucht, können dennoch die eigenen Aktivitäten sehen. Auch vor einer möglichen Überwachung durch den eigenen Arbeitgeber bzw. Bereitsteller der IT-Infrastruktur oder auch durch den Internetanbieter ist man damit nicht geschützt. 

Immer wieder gab es Studien, die zeigten, dass sehr vielen Anwendern nicht bewusst ist, was der Inkognito-Modus eigentlich macht. Eine Studie der University of Chicago ergab etwa, dass viele Menschen ein völlig falsches Verständnis der Funktion haben.

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