Netflix exceeds Q3 earnings expectations

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Netzpolitik
03/19/2020

Was Netflix gegen das hohe Datenaufkommen tun könnte

Der zuständige EU-Kommissar hat mit dem Netflix-Chef über eine Datenreduzierung gesprochen.

Nach Sorgen, die verstärkte Nutzung von Streamingdiensten könnte das Internet verstopfen, hat sich die EU-Kommission an Netflix gewandt. EU-Kommissar Thierry Breton sprach mit Netflix-Chef Reed Hastings über Wege die Belastung zu senken, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte. Dabei sei es unter anderem um die Idee gegangen, die Bildqualität bei starker Auslastung automatisch von HD- auf Standard-Auflösung runterzuschrauben.

Netflix empfiehlt für HD (High Definition) eine Internet-Geschwindigkeit von fünf Megabit pro Sekunde, während es bei Standard-Auflösung drei Megabit pro Sekunde sind. Einen richtig großen Sprung gibt es dann aber bei dem noch besseren Ultra-HD-Format: Hier empfiehlt Netflix 25 Megabit pro Sekunde. Die Ultra-HD-Qualität gibt es nur in den teureren Tarifmodellen von Netflix.

Die Kommission rief die Streaming-Plattformen insgesamt auf, mit Internet-Anbietern zusammenzuarbeiten und ihren Datendurchsatz anzupassen, um das Arbeiten von zu Hause aus nicht zu bremsen.

Der in Frankfurt basierte weltgrößte Internet-Knoten DE-CIX hatte zuvor mitgeteilt, der durchschnittliche Datenverkehr habe zuletzt um 10 Prozent zugelegt. Man sei aber für den Anstieg gerüstet. Der Datenverkehr durch Videokonferenzen sei binnen 7 Tagen um 50 Prozent gestiegen.

Österreich: Kapazitätsgrenzen noch lange nicht erreicht

Wie futurezone-Recherchen ergeben haben, sei man in Österreich noch "meilenweit" davon entfernt, an die Kapazitätsgrenzen zu stoßen. Aktuell bewege sich der Traffic innerhalb der Kapazitäten. Die heimischen Mobilfunker betonen, dass man hierzulande noch weit davon entfernt sei, Drosselungen vornehmen zu müssen.

A1 und Magenta melden zudem, dass die Telefonie in den vergangenen Tagen überproportional zugenommen hat. Der Zuwachs bei den Gesprächen sei bei Magenta anteilsmäßig deutlich höher, als der Zuwachs beim Datentransfer. 

Internet schonen

Auch, wenn die Netze aktuell noch nicht an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, lohnt es sich gerade in Zeiten wie diesen, bewusst mit dem Internet umzugehen. Dazu gilt es ein paar simple Tipps zu beachten: 

  • Ab ins WLAN: Wenn möglich, Festnetzinternet benutzen, überhaupt bei datenintensiven Anwendungen wie Streaming. Dort sind die Kapazitäten höher, als bei Mobilfunkzellen
     
  • Autoplay deaktivieren: YouTube, Netflix und Co verlässlich abschalten, wenn man es nicht konsumiert und nicht unbemerkt im Hintergrund laufen lassen.
     
  • Nicht immer in 4K: Auflösung von Streams reduzieren
     
  • Alternative Signale: Wenn vorhanden, TV auch über Kabel oder DVB-T nutzen sowie Radio über FM.