Rauchmelder an einer Zimmerdecke mit Rauch runderhum

Übliche Methode: Rauch lenkt einen Lichtstrahl im Rauchmelder ab und Alarm wird ausgelöst

© nikkytok/iStockphoto

Produkte

Wie funktionieren Brandmelder und warum nerven sie oft?

Sie sind meist weiß, beige oder grau, hängen an der Zimmerdecke und werden die meiste Zeit ignoriert - bis sie plötzlich lautstark lospiepsen. Brandmelder sind heute in fast jedem modernen Gebäude zu finden und tragen ihren Teil dazu bei, Brände bereits dann zu entdecken, wenn sie klein und gut bekämpfbar sind. Hie und da lösen sie aber auch ohne ersichtlichen Grund einen Alarm aus. Warum das so ist, wird durch einen Blick auf ihre Technik ersichtlich.

Brand- vs. Rauchmelder

Als Brandmelder werden Anlagen zum Auslösen eines Alarms bei einem Brand im Allgemeinen bezeichnet. Dazu zählen sowohl automatisch arbeitende Geräte als auch Schalter und Druckknöpfe, die Menschen betätigen sollen, wenn sie Feuer in einem Gebäude entdecken. Rauchmelder oder Rauchwarnmelder sind die in Wohnungen am meisten verbreitete Form von automatischen Brandmeldern.

Abgelenktes Licht

Die meisten Rauchmelder arbeiten mit einem optischen Sensor. Im Inneren wird ein Infrarotlichtstrahl durch eine nach Außen geöffnete Kammer geschickt. Dringt Rauch in diese Kammer ein, lenken Partikel darin das Licht auf einen Detektor ab, wodurch ein Alarm ausgelöst wird. Der Sensor ist manchmal so empfindlich, dass auch eine kleinere Rauchentwicklung gemeldet wird. "Raucht etwa jemand eine Zigarette in einem Bereich, wo er das nicht tun sollte oder bläst eine Kerze aus, kommt es zu einem Täuschungsalarm", präzisiert Markus Peckary von Feuerlöschtechnik W. Wienerl. Ein Fehlalarm liege dann vor, wenn im Rauchmelder eine technische Störung vorliegt.

Manchmal sei eine schwächelnde Batterie daran Schuld, dass das Gerät zu piepsen anfängt. Manchmal sei ein Rauchmelder aber auch nicht die sinnvollste Brandmeldervariante an einem bestimmten Ort, erklärt Markus Aubrunner vom Branddetektorhersteller Schrack Seconet. "In der Küche sind sie etwa keine gute Option. Es reicht, wenn man etwas scharf anbrät, es zu einer Rauchentwicklung kommt, und der Melder löst aus."

Sensorvarianten

Neben dem optischen Rauchmelder gibt es Hitzemelder, die ab einer gewissen Raumtemperatur Alarm auslösen (etwa ab 60 Grad Celsius) und Kohlenmonoxid-Melder. Sie messen den CO-Gehalt in der Luft mittels Halbleitergassensoren. Beide eignen sich besser als optische Sensoren für Räume mit viel Staub oder Wasserdampf in der Luft. Oftmals werden in einem Brandmelder auch mehrere Sensortechniken kombiniert. Diese so genannten Mehrfachsensormelder lösen dann etwa nur dann einen Alarm aus, wenn sowohl Rauch in der Luft ist, als auch große Hitze herrscht.

Alarm nicht unterschätzen

Wenn es zu Fehlalarmen kommt, kann es sein, dass die Bewohner nicht daheim sind und Nachbarn stundenlang einen Sirenenton zu hören bekommen. Ist das wirklich notwendig? Man könnte ja annehmen, dass eine Wohnung nach mehreren Stunden entweder schon längst abgebrannt ist oder gar nicht brennt. "Fehlalarme können lästig sein", gibt Peckary zu. "Man muss dann einfach Kontakt mit den betroffenen Nachbarn oder der Hausverwaltung aufnehmen, aber man darf Alarme nie unterschätzen. Wir erleben immer wieder, dass in Abwesenheit von Bewohnern tatsächlich ein Brand ausgebrochen ist und Nachbarn dadurch alarmiert werden und die Feuerwehr rufen."

Aubrunner meint: "Wie lange ein Alarm läuft, das wird vom Hersteller bewusst programmiert." Ein zu langes Ertönen der Sirene belaste die Batterie. "Ihre Lebenszeit wird dadurch extrem reduziert."

Warnung per App

Dass Bewohner einen Alarm auch bei Abwesenheit registrieren, sei mit vernetzten Rauchwarnmeldern leicht möglich. Sie sind etwa mit dem heimischen WLAN verbunden und schicken Warnmeldungen auf mobile Apps oder per SMS. Peckary: "Man sieht dann am Handydisplay genau, wieviel Grad in einem bestimmten Raum herrschen. Meiner Meinung nach macht das Sinn, vor allem wenn man in einem Einfamilienhaus wohnt und rundherum keine Nachbarn da sind, die einen Alarm hören könnten."

Fakten

Das Risiko in Österreich bei einem Brand ums Leben zu kommen, ist im weltweiten Vergleich sehr gering. Nachts ist das Risiko etwas größer als am Tag, weil Brände spät bemerkt werden.

Rauchmelder wecken Erwachsene mit mindestens 85 Dezibel zuverlässig auf. In Österreich schreibt die OIB Richtlinie 2 den Einbau von Rauchmeldern in allen Aufenthaltsräumen und Gängen einer Wohnung vor. In fast allen Bundesländern gilt das nur für Neu- und Umbauten. In Kärnten sind Rauchmelder auch in Bestandsbauten Pflicht.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

David Kotrba

Ich beschäftige mich großteils mit den Themen Mobilität, Klimawandel, Energie, Raumfahrt und Astronomie. Hie und da geht es aber auch in eine ganz andere Richtung.

mehr lesen David Kotrba

Kommentare