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Samsung QN900A im Test: Mini-LEDs für maximale Leistung

Bildqualität, Design und Features machen den Samsung QN900A zum Spitzenreiter der 8K LCD-TVs

Schon im Vorjahr bewies Samsung, dass LCD im Premium-Segment noch lange nicht tot ist. In einigen Aspekten hält die Bildschirm-Technologie nicht nur mit dem viel gelobten OLED mit, sondern übertrifft sie sogar.

Mini LED soll jetzt auch die letzten Defizite von LCD gegenüber OLED ausbügeln. Dabei besteht die Hintergrundbeleuchtung des LCD-Panels aus Tausenden, winzigen Leuchtdioden. Dies erlaubt ein präziseres Dimming als bei bisherigen LED-Beleuchtungen, bei gleichzeitig höherer Gesamthelligkeit.

Preise und Ausführungen des QN900A

Die ersten TVs von Samsung mit Mini LED sind ab sofort erhältlich und heißen Neo QLED. Es gibt sie mit 8K (QN800A und QN900A) und in 4K-Ausführungen (QN95A, QN90A und QN85A).

Ich habe das Spitzenmodell, den QN900A mit 75 Zoll getestet. Der QN900A ist in folgende Größen erhältlich:

  • 85QN900A, 85 Zoll, UVP: 10.999 Euro
  • 75QN900A, 75 Zoll, UVP: 7.999 Euro
  • 65QN900A, 65 Zoll, UVP: 5.899 Euro

Beeindruckendes, nahezu rahmenloses Design

Wie schon bei dem 2020er-Spitzenmodell, dem Q950T (hier im futurezone-Test), ist der QN900A wunderbar schnörkellos. Er ist zudem sehr dünn – ein weiterer Vorteil von Mini LED gegenüber herkömmlicher LED-Hintergrundbeleuchtung.

Der TV von vorne betrachtet ist nahezu rahmenlos. Links, oben und rechts sind es lediglich 2 mm, unten sind es 9 mm. Egal ob man dann im hellen Zimmer fernsieht oder Filme im abgedunkelten Raum schaut: Es ist ein beeindruckendes Bilderlebnis, das durch den dünnen Rahmen entsteht.

Standfuß ragt etwas zu weit nach vorne

Durch die flache Bauweise macht sich der QN900A sehr elegant an Wandmontagen. Aber auch am mitgelieferten Standfuß sieht er gut aus. Dieser ist massiv und silberfarben. Er ist mittig, das erleichtert es einen Platz für den 75-Zöller zu finden.

Der Standfuß ragt aber nicht nur relativ weit nach hinten, sondern auch etwas nach vorne. Dadurch kann man eine Soundbar (wenn vorhanden) nicht bündig an den TV schieben. Entweder man positioniert sie zu weit vorne oder balanciert sie auf der flachen Stelle des Standfußes. Achtung: Entscheidet man sich für diese Lösung, sollte man die Soundbar möglichst noch an anderen Stellen mit Gummifüßchen oder Ähnlichem absichern, damit sie nicht nur auf dem Standfuß balanciert und abrutschen und am Boden landen könnte.

Weniger Spiegelungen als beim Vorjahresmodell

Der Standfuß neigt den QN900A weniger stark nach hinten als das Vorjahresmodell. Das sieht nicht nur besser aus, sondern reduziert auch Spiegelungen, etwa durch die Deckenbeleuchtung.

Der QN900A hat zudem eine sehr gute Antireflexbeschichtung. Gänzlich verschwinden die Spiegelungen dadurch nicht, etwa wenn Licht durch das Fenster frontal auf den TV fällt. Gepaart mit der sehr hohen maximalen Helligkeit, kommt der QN900A aber gut gegen die Spiegelungen an, wodurch er auch am Tag und bei reichlich Kunstlicht ein großartiges Fernseherlebnis liefert.

Die neue Connect Box will versteckt werden

Wie bei älteren Samsung-TVs, hat auch der QN900A wieder eine Connect Box. Diese enthält die Anschlüsse, inklusive Stromanschluss, und wird mit nur einem Kabel mit dem TV verbunden. Zu den Anschlüssen gehören 3x USB und 4x HDMI. Diesmal sind alle davon HDMI-2.1-Anschlüsse, einer davon eARC. Drahtlos kommuniziert der QN900A per Bluetooth und WiFi 6.

In den Vorjahren hatte die Box noch die Form eines Ziegels und eine glänzende Oberfläche, wodurch sie wie eine hochwertige Set-Top-Box im Fernsehregal stand. Die Connect Box des QN900A ist flach, trotzdem groß, hat ein mattes Plastikgehäuse und wirkt von der Form her eher wie ein überdimensionales Retro-Modem.

Ein Hingucker ist sie jedenfalls nicht. Da muss sie auch nicht sein, denn die Form und das eigenwillige Design sind so, weil die Box direkt an der Rückseite am Standfuß untergebracht wird. Prinzipiell eine gute Lösung, es widerspricht aber der ursprünglichen Idee, dass man nicht ständig hinter den Fernseher greifen muss, wenn man etwas an- und absteckt. So sind die Anschlüsse 72 cm vom Rand des 75-Zoll-TVs entfernt. Steht der QN900A auf einem Fernsehmöbel an einer Wand, muss man sich schon ordentlich strecken, um ein HDMI-Kabel oder einen USB-Stick anzustecken – oder man dreht/zieht/schiebt den TV und/oder das Möbelstück vor.

Die Connect Box kann aber nach wie vor wie eine Set-Top-Box, einfach zugänglich, irgendwo im Fernsehkastl platziert werden. Im Lieferumfang ist ein entsprechendes langes Verbindungskabel zum TV enthalten, zusätzlich zum extra-kurzen Kabel, wenn die Box am Standfuß angebracht wird.

Die neue Fernbedienung hat Solarzellen

Bei der Fernbedienung setzt Samsung wieder auf ein minimalistisches Design. Diesmal ist sie schwarz statt silber. Das Gehäuse aus recyceltem Plastik ist rau. Der Umweltgedanke ist lobenswert, allerdings fühlt sie die neue Fernbedienung weniger hochwertig an als die alte.

Dafür hat sie aber eine Solarzelle an der Rückseite und einen Akku eingebaut. Um den Akku zu laden, muss man einfach nur die Fernbedienung umdrehen. Im zweiwöchigen Testzeitraum nahm die Akkuladung (man kann sie in den Einstellungen bei „Allgemein“ und „Ein/Aus und Energiesparen“ anschauen), um 3 Prozent ab. Allerdings habe ich sie nicht immer konsequent umgedreht hingelegt. Sollte man allzu oft drauf vergessen, oder in einer unbeleuchteten Höhle wohnen, kann man die Fernbedienung auch per USB-C-Anschluss aufladen.

Bei der Funktionalität hat sich nur wenig geändert. Sie hat nach wie vor ein Mikrofon für Sprachbefehle eingebaut. Die Taste für die Ambient-Mode wurde durch eine Taste für Multi-Windows ersetzt. Unten rechts befindet sich jetzt eine Schnelltaste für Samsungs eigenen Dienst „Samsung TV Plus“ statt „Rakuten TV“.

Schnelles Einrichten, viele Zusatzfunktionen

Eine der heimlichen Stärken der Samsung-TVs ist auch beim QN900A wieder mit dabei. Das Einrichten ist problemlos und schnell per Smartphone möglich – auch mit Android-Geräten, die nicht von Samsung gebaut sind.

Die meisten Geräte, wie Set-Top-Boxen, Soundbars und Spielekonsolen, werden automatisch erkannt. Auch das Steuern der anderen Geräte, wie etwa die Magenta-Box mit der TV-Fernbedienung, wird quasi automatisch eingerichtet. Etwas seltsam ist, dass die Magenta-Box, die beim Vorjahresmodell im Menü als „UPC“ beschriftet war, jetzt „Ziggo MediaBox“ heißt.

Neben Samsung-spezifischen Features, wie Tap View, gibt es wieder die SmartThings-Anbindung, um mit dem TV das Smarthome zu steuern. Alexa und der Google Assistent werden ebenfalls unterstützt. Werden Bluetooth-Maus und -Tastatur mit dem TV verbunden, kann man auf Windows-10-Computer per Remote-Verbindung zugreifen. Office-365-Funktionen werden direkt vom TV unterstützt.

Multi View für 4 Inhalte gleichzeitig

Mit der Funktion Multi View können bis zu 4 Inhalte gleichzeitig angezeigt werden. Man kann etwa auf YouTube ein Fitness-Video ansehen, sich dabei mit der Frontkamera des Smartphones filmen und das am TV-Bildschirm anzeigen lassen und zusätzlich fernsehen. Oder man spielt PS5 und zeigt Bild-in-Bild ein Tutorial-Video von YouTube an.

Multi View unterstützt die Wiedergabe von bis zu 4 Inhalten gleichzeitig

Wer möchte kann sich die Multi-View-Konfiguration als Vorlage speichern, um sie später mit nur einem Klick wieder zu öffnen. Leider werden nicht alle Anwendungen in Multi View unterstützt. Netflix und die Wiedergabe von USB-Medien klappen nicht in Multi View.

Ein Problem behoben, 2 alte bleiben

Im Vergleich zum Vorjahres-8K-Modell ist das Navigieren in den Menüs des QN900A jetzt so schnell, wie es sein sollte. Die lästigen Verzögerungen sind verschwunden. Lediglich direkt nach dem Einschalten dauert es knapp 5 Sekunden, bis man normal schnell navigieren kann.

Dafür bleiben aber 2 Probleme, die es schon in den Jahren davor gab. Eines davon ist die lästige Werbung. Der Fernseher kostet 8.000 Euro. Trotzdem ist in der Startleiste im Menü ein fixes Feld für Werbung, das größer als alle anderen Menüpunkte ist und nicht entfernt werden kann. Derzeit wird es hauptsächlich zum Anpreisen von zukaufbaren TV-Kanälen genutzt, in anderen Ländern sind an dieser Stelle auch schon Lebensmittel beworben worden.

Die Werbung im Startmenü des TV kann nicht deaktiviert werden

Problem 2 betrifft die User*innen, die noch Inhalte von USB-Sticks oder Wechselfestplatten wiedergeben wollen. Nach wie vor wird kein DTS-Codec unterstützt, entsprechende Videodateien bleiben stumm.

Auch Dolby Vision gibt es immer noch nicht. Für HDR-Content wird HDR10 und HDR10+ unterstützt.

8 Lautsprecher im Fernseher

An der Rückseite des QN900A sind 8 Lautsprecher und 2 Tieftöner verbaut. Das scheint zwar exzessiv, allerdings muss man bedenken, wie dünn der TV ist. Bei 1,5 cm Dicke und kaum Rahmen ist nur wenig Volumen vorhanden, um satte Töne zu erzeugen.

Gemessen daran ist der Klang gut. Man hat jedenfalls nicht das Gefühl, dass der Fernseher nur aus Verlegenheit Töne wiedergibt, bis eine Surround-Anlage angeschlossen ist – wie es bei den schlanken Premium-Modellen manch anderer Hersteller der Fall ist.

4 der 8 Lautsprecher an der Rückseite des TVs

Durch die verteilten Lautsprecher erzeugt der QN900A eine relativ gute Illusion eines Raumklangs, die zur Größe des Geräts passt. Das funktioniert zwar nicht immer, aber fast immer: Es ist ein deutlicher Unterschied zu hören, ob der Sound gerade von links, der Mitte, rechts oder irgendwo dazwischen kommt.

Der Klang selbst ist eher für Sprache optimiert. Bei Actionfilmen merkt man das fehlende Volumen. Die Tieftöner kommen nur zur Geltung, wenn lange, sehr tiefe Töne zu hören sind, wie etwa das Motorgrollen eines Muscle Cars. Bei Actionfilmen, wo auch kurze mitteltiefe Töne gefragt sind, ist davon nichts zu merken.

Soundbar ist ein sinnvolles Upgrade

Deshalb sollte man sich, wenn man schon in einen Premium-TV investiert, auch noch eine Surround-Anlage oder Soundbar dazuleisten. Nimmt man eine Soundbar mit „Q-Symphony“, ergänzen die TV-Lautsprecher den Klang aus der Soundbar zusätzlich, für noch mehr Raumklang. Bei den 2020er-Modellen gab es hier noch das Problem, dass es bei einigen Sendungen zu einem leichten Hall kam. Beim QN900A gibt es dieses Problem nicht mehr.

Dafür gibt es etwas anderes Skurriles: In leisen Szenen klingt der Fernseher ein wenig wie wenn Wasser in den Heizkörper fließt. Das Knacken und Klicken könnte auch als Festplattengeräusche interpretiert werden. Wenn es aber nicht komplett still ist, hört man diese Geräusche nicht.

Im folgenden Video habe ich versucht das Geräusch aufzunehmen, leider ist das mit dem Smartphone nur schwer möglich. Wenn ihr den Ton laut aufdreht, solltet ihr es ein wenig hören können.

Hervorrangende Bildqualität, wenn man den intelligenten Modus ausschaltet

Der QN900A setzt konsequent fort, was mit den Vorjahresmodellen der 9er-Serie begonnen hat. Die Bildqualität ist hervorragend. Dazu muss man sich aber erst von der Watschen auf den Sehnerv erholen, die einem der QN900A beim ersten Einschalten mitgibt.

Da ist der „intelligente Modus“ nämlich eingeschaltet, der brutal übersteuert, Farben verfälscht und die Bildverbesserungsmethoden auf Anschlag stellt. Für einen Showroom mit Demomaterial ist das vielleicht ok, um unerfahrene TV-Käufer*innen zum Staunen zu bringen, aber zuhause tut es weh. Bei nicht angepasstem Material sieht man auch reichlich Artefakte, was den „Bildschärfe-Einstellungen“ geschuldet ist.

Deshalb: Bild-Modus auf „Standard“ setzen und in den „Experteneinstellungen“ die „Bildschärfe-Einstellungen“ auf „Aus“ stellen. Wer das Bild so flüssig wie möglich haben will, kann stattdessen „Benutzerdefiniert“ wählen und vorsichtig die „Judder-Minderung“ erhöhen. Leider sieht man bereits bei Stufe 1 von 10 Artefakte, weshalb ich empfehle, die Funktion nicht zu nutzen.

Gute Voreinstellungen bei den Modi

Der Standard-Modus ist ein guter Allrounder, der sowohl in hellen als auch dunklen Räumen funktioniert. Der Film-Modus ist recht neutral und eignet sich eher für abgedunkelte Räume.

Der Filmmaker-Modus deaktiviert fast alle Hilfsfunktionen und Verbesserungen. So soll das Signal von Blu-ray oder Streaming-Dienst möglichst authentisch wiedergegeben werden. Für das normale Fernsehen und YouTube ist der Modus aber nicht geeignet, da man das Bild als fad empfindet.

Der dynamische Modus ist ein No-Go. Das ist ein ähnlicher Angriff auf den Sehnerv wie der anfängliche intelligente Modus und sollte gemieden werden.

Lästige Pop-up warnt vor Stromverbrauch

Einen Angriff auf die normalen Nerven erlebt man, wenn man durch die Bildmodi schaltet, um sie testen. Bei jedem Wechsel öffnet sich ein Pop-up Fenster. Darin ist zu lesen, dass sich der Stromverbrauch erhöhen kann, wenn man diese Einstellungen ändert. Jedes. Verdammte. Mal.

Liebes Samsung: Ist schon ok, wenn euch die Umwelt am Herzen liegt. Aber macht doch bitte ein „Nicht mehr Anzeigen“-Häkchen dazu. Falls man dieses Pop-up ausschalten kann, habe ich es trotz mehrmaliger Suche nicht in den Einstellungen im TV gefunden.

Mini LED ist nicht das Ende von Blooming

Eine der Schwächen von LCD gegenüber OLED ist das Blooming. Helle Objekte auf dunklem Hintergrund strahlen durch die LED-Hintergrundbeleuchtung einen Lichtkranz aus. Je nach Inhalt kann das komplett unauffällig sein oder sehr stören, etwa bei weißen Untertiteln, die ins schwarze Bild reinleuchten. Bei vielen hellen Objekten auf dunklem Grund, wie etwa ein Sternenhimmel, kann Blooming dazu führen, dass das Schwarz zu Grau wird.

Ein Beispiel für Blooming. Rund um den weißen Kreis sollte es eigentlich einheitlich Schwarz sein. Man sieht aber einen Lichtkranz ausstrahlen

Weil durch die Mini LEDs die Hintergrundbeleuchtung präziser ist, war die Hoffnung, dass Blooming der Vergangenheit angehört – das ist aber leider nicht so. Beim QN900A gibt es wieder Blooming, wenn man darauf achtet. Der Blooming-Effekt ist stärker, wenn man aus einem schrägen Winkel auf den TV schaut. Sitzt man gerade davor, ist es bei den meisten Inhalten und Filmen nicht ablenkend – bis eben auf dem Fall mit weißen Untertiteln auf schwarzem Hintergrund.

Intensiv und leuchtstark

Einer der Gründe warum Blooming meistens nicht störend wirkt, ist das großartige Gesamtbild, dass der QN900A erzeugt. Im Vergleich zum Vorjahresmodell ohne Mini LED ist die Maximalhelligkeit höher. Die Helligkeit ist auch gleichmäßiger.

Durch das präzisere Mini LED wird auch der Kontrast gegenüber dem Vorjahresmodell verbessert, das ohnehin schon sehr gute Schwarzwerte für einen LCD-TV lieferte. Ein „echtes“ Schwarz wie bei OLED-TVs gibt es noch immer nicht, allerdings fällt das im Alltagsgebrauch nur sehr selten auf. Selbst bei Kontrast/Schwarzwert-Tests braucht man den direkten Vergleich mit einem OLED-Gerät, um das Schwarz des QN900A als „Nicht-Ganz-Schwarz“ zu deuten.

Dadurch entsteht ein kräftiges, sauberes Bild, mit klaren Farben und guten Verläufen. Bewegtbilder werden sehr gut dargestellt, egal ob es Sportübertragungen oder normale TV-Sendungen, rasante Actionfilme auf Netflix oder 8K-Naturfilme auf YouTube sind. Science Fiction, Animationsfilme, Sitcoms: Der QN900A brilliert in allem.

Helleres HDR, weniger Helligkeitsflimmern

Besonders Inhalte in HDR begeistern. Bei entsprechenden Szenen ist es atemberaubend, wie schön kraftvoll und leuchtend die Inhalte sind, ohne übersteuert zu sein. Und das auch in hellen Räumen. Hier scheitern OLED-TVs wegen der geringeren Maximalhelligkeit.

Der QN900A liefert auch in hellen Räumen strahlendes HDR ab. Das ist eine Verbesserung zum Vorjahresmodell. Beim Q950T wirkten manche HDR-Inhalte eine Spur zu dunkel, ohne die Möglichkeit, die Helligkeit weiter zu erhöhen. Beim QN900A wurde das behoben.

Merkbar geringer ist das scheinbar willkürliche Verändern der Helligkeit mitten in einer Szene. Beim Vorgängermodell entstand dies aus der Verbindung von „Lokales Dimming“ und „Kontrastverbesserung“. Beim QN900A tritt dieses Phänomen nur noch sehr sehr selten auf. In 8 Staffeln Friends auf Netflix war es insgesamt dreimal bemerkbar.

Sehr gutes Upscaling, mit einem leichten Flimmern

Das Upscaling ist sehr gut und einen Tick besser als beim Vorjahresmodell. Ganz perfekt ist es nicht. Beim Fernsehen mit der Magenta-Box sieht man bei den meisten HD-Sendungen die üblichen Artefakte, etwa bei Totalaufnahmen mit mehreren Menschen.

Etwas irritierend ist, dass bei manchen Inhalten durch das Upscaling eine Art Flimmern bei statischem Content entsteht. Bei einer statischen Kameraeinstellung „tanzen“ ein paar der Pixel der Ziegelwand im Hintergrund.

Der Grund dafür ist vermutlich, dass Upscaling mehrfach stattfindet. Das 720p-Fernsehsignal wird von der Magenta-Box hochgerechnet und dann nochmal vom TV. Wenn das Ausgangsmaterial mindestens nativ 1080p ist und direkt vom TV hochgerechnet wird, ist dieses Problem nicht zu beobachten. Laut Nachfrage bei Samsung ist es normal, dass das Grieseln beim Upscaling gewisser Inhalte auftritt.

Großartiger TV für Gaming

Die maximale Helligkeit und hohe Bildqualität machen den QN900A zu einem guten Kandidaten für Gaming. Er ist aber mehr als nur gut. Im Gaming-Modus hat er eine sehr niedrige Reaktionszeit und ein atemberauend gutes Bild. Ratchet & Clank: Rift Apart (hier im futurezone-Test) sieht einfach nur fanstatisch aus in 4K HDR.

Zum Glück funktioniert jetzt auch der Game-Modus korrekt, im Gegensatz zum Vorgängermodell. 4K mit 120 Hertz klappen problemlos. Der Game-Modus ist auch so intelligent, dass er sich automatisch deaktiviert, wenn man die Blu-ray-Wiedergabe auf der PS5 startet.

Im Game-Modus kann eine Leiste mit Informationen geöffnet werden

Zusätzlich kann im Game-Modus eine Leiste eingeblendet werden, die anzeigt, ob das Signal mit 60 oder 120fps, und mit HDR und VRR wiedergegeben wird. Wer den TV zum PC-Gaming nutzt, kann das Bildschirmverhältnis auf ein extremes Breitbild ändern, um etwa bei Shootern links und rechts mehr zu sehen.

Außerdem gibt es jetzt das lästige Problem des Vorjahresmodells nicht mehr, dass sich bei HDR-Games die Helligkeit oft automatisch ändert. Dies machte manchmal schon das Kalibrieren des HDR-Modus für Spiele zur Zerreißprobe für die Nerven.

Fazit

Samsung hat nachgelegt und mit dem QN900A ein neues Referenzgerät für 8K-LCD-TVs geliefert. Dies gilt sowohl für die Ausstattung, als auch für die Bildqualität. Etwas überraschend ist, was sich durch Mini LED verbessert hat. Die maximale Helligkeit ist noch heller geworden, aber das Blooming ist dadurch nicht gänzlich verschwunden. Im Alltag stört das aber so gut wie nie, weil die Gesamtbildqualität einfach bombastisch ist.

Der QN900A ist damit ein Allrounder der Spitzenklasse, für das Fernsehen in hellen Zimmern, Filmabende im Dunklem und Gaming zu jeder Tages- und Nachtzeit. Damit sticht er 8K-OLED-TVs, die in dieser Größe noch teurer sind und in hellen Räumen nach wie vor schwächeln.

Technische Spezifikationen auf der Website des Herstellers

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, vom Kopfhörer über Smartphones und Kameras bis zum 8K-TV.

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Gregor Gruber

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