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Start-ups

Millionen-Deal: Wiener Start-up Kaleido AI verkauft

Mit seinen innovativen Online-Werkzeugen zur automatisierten Bildbearbeitung wurde das vor 2 Jahren gegründete Wiener Start-up Kaleido AI bekannt. Mehr als 20 Millionen Nutzer in 180 Ländern greifen auf die Tools des Start-ups, remove.bg  und Unscreen,  zu. Allein im vergangenen Jahr betrug das Wachstum mehr als 600 Prozent.

Nun wurde Kaleido AI von der weltweit größten Designplattform Canva mit Sitz in Australien übernommen. Der Verkaufspreis wurde nicht genannt. Es soll sich aber um eine der größten Exits in der österreichischen Start-up-Geschichte handeln. Angeführt werden die Übernahmen österreichischer Start-ups von Runtastic und Shpock. Beide wurden für mehr als 200 Millionen Euro verkauft. Ganz so viel dürfte es bei Kaleido AI zwar nicht sein, es dürfte aber in diese Richtung gehen.

Was Kaleido AI macht

Was aber macht Kaleido AI genau? Hat man beispielsweise ein Porträt-Foto oder einen Videoclip aufgenommen, lassen sich mit den Online-Werkzeugen des Unternehmens die Hintergründe des Bildes beziehungsweise des Videos auf Knopfdruck entfernen. Die Personen oder Objekte im Vordergrund werden dadurch punktgenau und automatisiert freigestellt.

Um auf einem Foto den Hinter- vom Vordergrund zu trennen, benötigen selbst professionelle Bildbearbeiter 5 bis 10 Minuten. Mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz schaffen die Werkzeuge von Kaleido AI denselben Prozess in nur wenigen Sekunden.

Zehntausende zahlende Kunden

„Mit unseren Tools werden mittlerweile mehr als 100 Millionen Hintergründe pro Monat entfernt“, heißt es von Kaleido AI. Und das funktioniert offenbar so gut, dass bereits Weltmarken wie Sony Music, Samsung, Alibaba oder die New York Times deren Technologie nutzen.

Allein für remove.bg, mit dem die Hintergründe aus Bildern entfernt werden können und das in reduziertem Umfang auch kostenlos genutzt werden kann, verzeichnet Kaleido AI mehr als 80.000 zahlende Kunden aus aller Welt. Noch größeres Potenzial sehen die Unternehmensgründer in Unscreen, das in der Lage ist, den Hintergrund aus einem Video freizustellen.

Die beiden Online-Tools bleiben übrigens vom Verkauf an Canvas unberührt und der derzeitigen Form bestehen, bestätigt Benjamin Groessing, Mitgründer von Kaleido AI im Gespräch mit der futurezone. Die Technologie des Start-ups wird in die Canva-Plattform integriert und auf diese Weise den Canva-Nutzern zur Verfügung gestellt. 

Revolution für Filmwirtschaft kündigt sich an

Unscreen schickt sich an, den klassischen Green-Screen, der in der Film- und Videoproduktion bei der Bildfreistellung zum Einsatz kommt, mittelfristig zu verdrängen. "Bisher gab es schlicht keine echte Alternative zum Green-Screen. Eine Filmproduktion mit Green-Screen braucht ein Studio mit Technik, Licht und Kameras und all der Logistik inklusive der Set-Crew. All dieser Aufwand wird durch Unscreen mit einem Schlag stark reduziert", sagt Groessing.

Vor allem der Trend zu Bewegtbild in den sozialen Medien könnte Unscreen beziehungsweise Kaleido AI beflügeln, schätzt Groessing: "Wir glauben, dass gerade hier viele Menschen, die bisher mangels Budget, Kapazitäten und professioneller Ausrüstung und Umfeld gar nicht die Möglichkeit hatten, unkompliziert professionelle Videoinhalte zu schaffen, diese Chance mit uns erstmals nutzen werden."

Vom ersten Tag an profitabel

Kaleido AI zeichnet sich nicht nur durch seinen Millionen-Exit und  innovative Technologien aus. Auch dass das Start-up von Beginn an auf externe Investoren verzichtet hat, stellt eine kleine Besonderheit dar.

"Wir haben Kaleido AI von Anfang an komplett ohne Investoren aufgebaut: nur zwei Gründer und ein unglaubliches Team. Wir waren von Beginn an profitabel, die Akquisition durch Canva geschah also komplett aus freien Stücken", sagt Groessing.

Den Standort Wien wird das Start-up durch die Übernahme nicht verlassen. Das Gegenteil ist der Fall: Bis Jahresende wird das Kaleido-AI-Team in Wien mehr als verdoppelt. "Wir haben derzeit mehr als 30 Stellen ausgeschrieben", so der Unternehmensgründer. Auch ein neues Büro in Wien, das ausreichend Platz bietet, wurde bereits bezogen.

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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