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Adblocker
03/30/2016

Eyeo gewinnt vor Gericht: Adblock Plus bleibt legal

Der Kampf zwischen Medienunternehmen und Adblocker-Entwicklern geht weiter. Die Süddeutsche Zeitung verlor nun am Landgericht München gegen die Entwickler von Adblock Plus.

Die Eyeo GmbH, die Entwickler des beliebten Werbeblockers Adblock Plus, haben erneut vor Gericht gewonnen. Das berichtet heise Online. Die Süddeutsche Zeitung wollte den Vertrieb des Browser-Plug-Ins gerichtlich verbieten lassen, da dieses gezielt den Vertrieb von Werbung auf der Online-Plattform der Süddeutsche verhindere. Dadurch würden der Süddeutschen jährlich Schäden im "mittleren sechsstelligen Euro-Bereich entstehen".

Das Landgericht München entschied jedoch zugunsten von Eyeo, da man keinen gezielte Eingriff in den Wettbewerb sieht. So sei es den Nutzern freigestellt, ob diese Werbung konsumieren wollen oder nicht - einen impliziten Vertrag zwischen den Lesern und Süddeutsche Zeitung, der den Abruf von kostenlosen Inhalten mit Werbung vergütet, konnte man nicht erkennen.

Teilerfolg für Bild

Auch der Umstand, dass Adblock Plus versehentlich Links zu Copyright-Hinweisen und Impressum entfernte, störte das Gericht nicht. Laut Eyeo habe der Werbeblocker diese Links versehentlich als Werbung erkannt, das Problem wurde aber bereits behoben. Damit verlor bereits zum fünften Mal ein Medienunternehmen vor Gericht gegen den Adblock-Plus-Entwickler.

Dem Axel-Springer-Verlag gelang aber im Vorjahr ein kleiner Teilerfolg. Die Axel-Springer-Tageszeitung Bild sperrte Online-Nutzer aus, die auf einen Adblocker setzen. Mithilfe sogenannter Filterregeln für den Adblocker kann diese Sperre für Adblocker-Nutzer aber umgangen werden. Axel Springer erwirkte jedoch eine einstweilige Verfügung, die die Verbreitung dieser Filterregeln untersagt.

Blocker für die Blocker

Der Kampf zwischen Medienunternehmen und Adblockern scheint weiterzugehen. Einige Unternehmen kündigten bereits an, gegen die bisherigen Entscheidungen in allen Instanzen vorzugehen. Zudem gehen immer mehr Unternehmen in die Offensive. So werden auf zahlreichen Webseiten Adblocker-Nutzer dazu aufgefordert, diesen zu deaktivieren. Einige Webseiten, beispielsweise Bild, Wired oder Forbes verweigern Adblock-Nutzern generell den Zugriff.

Die Situation scheint verfahren zu sein. Während zahlreiche Adblocker-Nutzer argumentieren, dass durch den Einsatz dieser Plug-Ins neben lästiger und aufdringlicher Werbung vor allem neugierige Tracker und über Werbenetzwerke verbreitete Malware blockiert werden sollen, sind zahlreiche Medienunternehmen auf die Einnahmen durch Online-Werbung angewiesen. Doch immer mehr Browser, unter anderem auch auf Smartphones, werden bereits mit vorinstalliertem Adblocker ausgeliefert. Zudem werden die Methoden vieler Adblocker-Anbieter als dubios kritisiert. Anbieter wie Eyeo lassen unter anderem "akzeptable" Werbung gegen Bezahlung durch - eine Geschäftsmethode, die unter anderem als "mafiös" bezeichnet wurde.